Suchen

New Work

Hack Week: In 5 Tagen zu 30 Prozent Innovationsplus

| Autor/ Redakteur: Marc Paczian* / Sebastian Human

Fünf ganze Tage lang dürfen sich alle Mitarbeiter von Dropbox weltweit kreativen Projekten widmen. Die dabei entwickelten Ideen machen bis zu 30 % der vom Unternehmen eingeführten Innovationen aus. Ein interessanter Ansatz.

Firmen zum Thema

Hackathons sollen kreative Ideen zu Tage fördern, die auf den ersten Blick auch erst mal unmöglich erscheinen dürfen.
Hackathons sollen kreative Ideen zu Tage fördern, die auf den ersten Blick auch erst mal unmöglich erscheinen dürfen.
(Bild: Dropbox)

Viele Unternehmen haben heutzutage Hackathons, bei denen ausgewählte Mitarbeiter, Entwickler oder Designer einmal im Jahr ein paar Stunden Zeit bekommen, um an neuen Lösungen zu arbeiten. Das Ziel ist die präsentationsreife Idee. Bei Dropbox ist das anders, hier bekommen alle Mitarbeiter – vom CEO bis zur studentischen Hilfskraft – eine ganze Arbeitswoche Zeit, außerhalb der normalen Aufgabengebiete an kreativen Gemeinschaftsprojekten zu arbeiten. In dieser Hack Week haben weder Hemmungen noch Zweifel Platz – es gilt, den Gedanken freien Lauf zu lassen. Denn genau aus dieser ungeplanten Kreativität entstehen oft die besten Ideen. Und daraus resultiert handfester geschäftlicher Mehrwert: Knapp ein Drittel der Innovationen von Dropbox stammt aus dieser Hack Week, also direkt vom Team.

Innovation funktioniert bottom-up

Auch in diesem Jahr werden die 14 Niederlassungen von Dropbox wieder weltweit an einer internen Hack Week teilnehmen. Diese zehnte Ausgabe findet Anfang November statt und bringt die rund 2.300 Mitarbeiter der globalen Kollaborationsplattform zusammen.

Fünf Tage lang sind alle dazu eingeladen, ihre rein berufliche Mission zu vergessen und sich auf Themen zu konzentrieren, die sie inspirieren. Die Hack Week funktioniert dabei als Innovations-Booster und betont den Unternehmensanspruch, Kreativität zu förden. Immerhin stammt ein Drittel der vom Unternehmen eingeführten Innovationen genau aus dieser jährlichen, unternehmensweiten Hack Week. Beispiele hier entstandener, bahnbrechender Neuerungen sind die Zwei-Faktor-Authentifizierung, Smart Sync oder das Datenkompressions-Tool Pied Pieper, was in Dropbox abgelegte Dateien komprimiert.

Bereits Tage im Voraus bilden sich nach Projekten aufgeteilte Teams. Die Büros werden entsprechend präpariert. Die Hack Week startet feierlich mit einer Live-Übertragung der Eröffnungszeremonie aus dem Headquarter in San Francisco an alle Standorte. Dann richten alle Teams die nächsten fünf Tage lang ihren Fokus auf ihr jeweiliges Projekt. Neben der Entwicklung kreativer Ideen dient die Initiative der Verbesserung der unternehmensinternen Kommunikation und Zusammenarbeit.

Die sieben Prinzipien der Hack Week

Eine Woche lang sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die sieben Prinzipien der Hack Week machen genau das deutlich:

  • 1. Einzigartig sein.
  • 2. Das Unmögliche möglich machen und scheinbare Grenzen überschreiten.
  • 3. Neugierig bleiben und auch als Fachexperte mit einem Beginner-Mindset an Vorhaben herangehen. Wenn etwas nicht klappt, darf man sich nicht entmutigen lassen. Nach der Trial-and-Error-Methode probiert man so lange, bis das gewünschte Ergebnis erzielt wird.
  • 4. Sich nicht auf existierende Lösungen stützen, sondern Ideen von Grund auf selber entwickeln. Das gemeinsame Streben nach Perfektion ist es dann, was die Teams zusammenschweißt.
  • 5. Den Status Quo herausfordern. „So machen wir das immer” zieht nicht.
  • 6. Gemeinsam kreative Freiheit leben.
  • 7. Aktionen der freien Kreativität teilen und so Zusammenarbeit fördern.

Die Krönung zum Schluss

Am Ende der Woche präsentieren die Teams ihre Leistungen vor der gesamten Company und können Trophäen in verschiedenen Kategorien gewinnen. Einige dieser Innovationen finden anschließend ihren Weg in die Roadmap des Unternehmens. Zur Untermauerung, dass es nur Erkenntnisse, aber kein Scheitern gibt, geht auch einer der Preise an das Team, welches mit seinem Projekt nicht erfolgreich war, aber ein gehöriges Lernpensum und wertvolles Wissen für das Unternehmen generieren konnte. Fehler zu feiern und daraus zu lernen ist enorm wichtig und sollte essentieller Bestandteil jeder Unternehmenskultur sein.

* Marc Paczian arbeitet als leitender Solutions Architect bei Dropbox in der DACH-Region.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46093852)