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IoT-Connectivity Großer 5G-Test im Hamburger Hafen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Im Hamburger Hafen wird ab sofort der Kommunikationsstandard 5G getestet. Die Projektpartner Hamburg Port Authority, Deutsche Telekom und Nokia haben dazu ein Testfeld in Betrieb genommen, das sich über rund 8000 Hektar erstreckt. Als technische Grundlage wurde eine Antenne auf dem Hamburger Fernsehturm installiert.

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Von links: Jens Meier (CEO Hamburg Port Authority), Wilhelm Dresselhaus (Mitglied der Geschäftsführung Nokia Deutschland), Antje Williams (Telekom 5G Executive Program Manager) und Frank Horch (Senator für Wirtschaft, Verkehr und Technologie der Freien und Hansestadt Hamburg).
Von links: Jens Meier (CEO Hamburg Port Authority), Wilhelm Dresselhaus (Mitglied der Geschäftsführung Nokia Deutschland), Antje Williams (Telekom 5G Executive Program Manager) und Frank Horch (Senator für Wirtschaft, Verkehr und Technologie der Freien und Hansestadt Hamburg).
(Bild: Deutsche Telekom)

Bei dem 5G-Projekt, das im Hamburger Hafen gestartet wurde, geht es speziell darum, 5G-Anwendungen im industriellen Umfeld zu testen. Industrielle Anwendungen erfordern ein Telekommunikationsnetz, dass besonders verlässlich und sicher ist. Gleichzeitig muss es eine große Anzahl unterschiedlicher Anwendungen unterstützen. Im Hamburger Hafen - Logistik-Drehscheibe und Touristenmagnet zugleich - sind die Anwendungen vielfältig und die Anforderungen an das Netz deshalb besonders hoch.

Im 5G-Testnetz werden „Network Slices“ genutzt

So sollen zum Beispiel Ampelanlagen auf dem Hafengebiet über Mobilfunk gesteuert und Umweltmessdaten in Echtzeit erhoben und verarbeitet werden. Außerdem sollen Virtual Reality-Anwendungen helfen, potenzielle kritische Infrastrukturen wie Schleusen und Baustellen besser zu überwachen und die Sicherheit zu verbessern.

In dem 5G-Testnetz überprüfen nun die Projektpartner, ob diese Anwendungen, die jeweils sehr unterschiedliche Anforderungen an den Datentransport stellen, in einem einzigen Netz zuverlässig funktionieren. Dafür werden in dem 5G-Testnetz spezielle virtuelle Netze - „Network Slices“ - genutzt. Diese Network Slices unterstützen spezifische Anwendungen im Hafen.

So entstehen zum Beispiel jeweils separate, virtuelle Netze für die Steuerung der Ampelanlagen und die Übertragung der Umweltmessdaten. Diese neue Netz-Architektur erlaubt es mit 5G erstmals, Netzwerke dynamisch und flexibel an die Anforderungen verschiedenster Anwendungen anzupassen. Im Hamburger Hafen wird ein solch Netz mit mehreren Network Slices erstmals in Deutschland unter industriellen Live-Bedingungen getestet.

5G MoNArch: Wie setzt man die 5G-Mobilfunkarchitektur in die Praxis um?

Der 5G-Test im Hamburger Hafen ist Teil des auf zwei Jahre angelegten Forschungsprojektes 5G MoNArch (5G Mobile Network Architecture for diverse services, use cases, and applications in 5G and beyond). Ziel von 5G MoNArch ist, Konzepte zur 5G-Mobilfunkarchitektur in die Praxis umzusetzen. Vorrangig sollen dabei Erfahrungen aus dem Einsatz von 5G Network Slicing in realen Testumgebungen gewonnen werden, um die zugrundeliegenden Konzepte zu überprüfen und zu verbessern.

Während im Testfeld in Hamburg vor allem die Integration von 5G in die Verkehrs- und Infrastruktursteuerung und -überwachung getestet wird, stehen im zweiten Testfeld des Projektes in Turin Anwendungen aus dem Multimediabereich im Mittelpunkt. 5G MoNArch wird als Projekt der Phase II der 5G Infrastructure Public Private Partnership (5G-PPP) durch das Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union gefördert.

„Dieses Testfeld in Hamburg ist ein ganz entscheidender Entwicklungsschritt auf dem Weg zu 5G“, so Claudia Nemat, Vorstand Technologie und Innovation bei der Deutschen Telekom. „Wir brauchen praktische Erfahrungen, die können wir jetzt im Hamburger Hafen sammeln. Ziel ist es zu verstehen, wie wir unser Netz – je nach Kundenanforderung – bestmöglich anpassen können. Gerade die Industrie und auch die Logistikbranche werden von 5G als starkem Hebel für eine Vielzahl von Anwendungen profitieren.“

5G-Feldversuch soll neue Business-Anwendungen erschließen

Peter Merz, Head of End-to-End Mobile Network Solutions von Nokia Bell Labs, sagt: „Der 5G Feldversuch im Hamburger Hafen stößt die Tür zu einer neuen Welt von Business-Anwendungen auf, die das Potenzial für Veränderungen in vielen Bereichen haben. Es geht darum, industrielle Prozesse erheblich schneller und flexibler zu machen. All dies wird in Hamburg zum ersten Mal unter realen Bedingungen erprobt, daher kann die Bedeutung des Projektes nicht hoch genug eingeschätzt werden.“

„5G bietet eine Sicherheit, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit, die es in mobilen Netzwerken vorher nicht gab. Der HPA eröffnet das völlig neue Anwendungsgebiete“, so Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority. „Wir können mit dieser Zukunftstechnologie bereits jetzt Erfahrungen sammeln und den Standard mitgestalten. Davon profitiert nicht nur der Hafen, sondern die gesamte Stadt Hamburg.“

Einige Fakten zum Hamburger Hafen

Der Hamburger Hafen weist für das Geschäftsjahr 2017 ein stabiles Umschlagergebnis auf Vorjahresniveau aus. Der Seegüterumschlag in Hamburg, der die Segmente Stückgut und Massengut umfasst, zeigt sich für das Jahr 2017 mit 136,5 Millionen Tonnen auf hohem Niveau stabil. Einen leichten Rückgang gab es beim Umschlag von containerisiertem Stückgut. In diesem Segment wurden 8,8 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) umgeschlagen (-1,0 Prozent). Der Massengutumschlag erreichte mit 44,7 Millionen Tonnen ein Ergebnis auf Vorjahresniveau. Mit der bevorstehenden Fahrrinnenanpassung der Elbe will der Hafenbetreiber, die Hamburg Port Authority, neue Wachstumspotenziale heben. Durch Investitionen in die Infrastruktur gehört der Hamburger Hafen zu den modernsten Knotenpunkten auf den internationalen Seerouten. Gleichzeitig treiben die Unternehmen mit der Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen den Wandel im Hafen voran.

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