IoT-Konnektivität

Globale Mobilfunknetze als Basis für IoT-Projekte: Einsatzbereit oder Zukunftsmusik?

| Autor / Redakteur: Anthony Bartolo / Redaktion IoT

Um das volle Potenzial des IoT auszuschöpfen, werden neue Ideen für Mobilfunknetze benötigt.
Um das volle Potenzial des IoT auszuschöpfen, werden neue Ideen für Mobilfunknetze benötigt. (www.unsplash.com)

Mit der Weiterentwicklung des IoT gehen auch steigende Anforderungen an die weltweite Vernetzung einher. Denn damit mobile Dienste überall funktionieren, müssen neue Konnektivitätslösungen gefunden werden.

Verbessertes Fuhrparkmanagement; verbesserte landwirtschaftliche Produktion; besser vernetzte Lieferketten; effizientere Fabriken. Das Ausschöpfen des Potenzials des Internet der Dinge (IoT) ist heute ein Schlüsselelement in den digitalen Transformationsprogrammen für Unternehmen. Tatsächlich gibt es branchenübergreifend ein wachsendes Bestreben, innovative Anwendungen des IoT zu nutzen - nicht nur für operative Effizienz, engere Kundenbindung und verbesserte Business Intelligence, sondern auch für neue Services und disruptive Geschäftsmodelle.

Mobile Dienste sind wohl ein Katalysator für die Globalisierung. Sie ermöglichen es Unternehmen, über die nationalen Grenzen hinaus zu agieren und die Bedürfnisse einer internationalen Kundschaft zu erfüllen. Das ist der Grund, warum in der heutigen datengestützten Wirtschaft für die meisten multinationalen Unternehmen die Idee eines wirklich grenzenlosen, operativen Betriebs im Mittelpunkt ihrer IoT-Zielsetzung steht. Ziel ist es, dass remote IoT-Geräte, deren Konnektivität und Daten über ein sicheres, globales Mobilfunknetz verwaltet werden, sich unabhängig vom Standort nahtlos verbinden und miteinander interagieren können.

Neue Ideen für Mobilfunknetze im IoT-Zeitalter

Die zunehmende und strategisch wichtige Rolle des IoT macht es erforderlich, dass sich die traditionellen Grundsätze der Bereitstellung mobiler Dienste rasch weiterentwickeln. Als Antwort auf die gestiegenen Anforderungen an die weltweite Konnektivität benötigen Unternehmen Lösungen, die diese umfassend gewährleisten, um damit Informationen auf globaler Ebene zu erfassen, weiterzugeben und zu managen, damit der Erfolg von IoT-Projekten sichergestellt ist.

Als Basis vieler IoT-Projekte bieten Mobilfunknetze eine effektive, zuverlässige, sichere und allgegenwärtige Konnektivitätslösung. Die Herausforderung besteht jedoch darin, dass die heutigen Mobilfunknetze auf Länderebene lizenziert und bereitgestellt werden. Mobilfunknetzbetreiber (MNOs) kontrollieren alle Aspekte ihres eigenen Netzes: die Architektur, den Einsatz, die Kapazität, die Investitionen und die Anbindung von Geräten wie Smartphones und Laptops.

Ein Konzept eines einzigen, globalen Mobilfunknetzes gibt es nicht. Da jedoch das Internet der Dinge die Anzahl und die Reichweite der angeschlossenen Geräte dramatisch erweitert, ist dies genau das, was Unternehmen brauchen. Das traditionelle Konnektivitätsmodell bietet nicht mehr die Flexibilität und Autonomie, die das Management länderübergreifender IoT-Projekte erfordert. Um Unternehmen die Kontrolle über ihre wachsende Anzahl von Geräten, SIM-Karten und Verbindungen in Echtzeit zu geben, sollten sie in der Lage sein, ihre Policies zu verwalten, Informationen zu analysieren, Aktualisierungen vorzunehmen und Geräteparameter selbst zu ändern. Ein einziger Mobile Network Operator (MNO) als Gatekeeper für Tausende oder Hunderttausende von Geräten ist weder wünschenswert noch effizient.

Mit der Entwicklung der mobilen Unternehmensvernetzung ergeben sich völlig neue Möglichkeiten. Ein potenziell sehr wertvoller Aspekt ist, dass ein Unternehmen selbst ein Mobile Virtual Network Operator (MVNO) werden kann. Es ist nicht so weit hergeholt, wie es vielleicht klingen mag: Die Anforderungen an das IoT-Management stimmen bereits eng mit dem MVNO-Modell überein. Unternehmen, die IoT-Programme verwalten, werden bereits zu Experten für SIM-Provisioning, Mobile Device Management und Wireless Revenue Management - alles wichtige Aufgaben eines MVNO. Tatsächlich könnte das richtige virtualisierte Mobilfunknetz fast vollständig selbstverwaltend und eine Erweiterung der unternehmenseigenen Backoffice-Systeme sein. Das würde dem CIO mehr Kontrolle als bisher über alle mobilen und IoT-Assets geben.

Die Geiselnahme von Unternehmen muss gestoppt werden

Mit zunehmender Verbreitung des IoT muss die Konnektivität auf globaler statt nationaler Ebene definiert werden. IoT-Geräte sollten einfach mit dem am besten geeigneten Netzwerk vernetzt werden, je nach Verfügbarkeit und Qualität des Netzwerks. Unternehmen können es sich nicht erlauben, als Geisel für die Beschränkungen der Roaming-Vereinbarungen von Mobilfunkbetreibern gehalten werden. Dies bedeutet, die Netzanbindung auf der Grundlage von MNO-Roaming-Richtlinien und bevorzugten Partnerschaften zu beenden.

Ein wirklich globaler Ansatz für mobile Netzwerke sollte auch die unterschiedlichen Konnektivitätsanforderungen der Unternehmen berücksichtigen. Auch an abgelegenen Standorten mit lückenhafter Abdeckung sollten Anwendungen nahtlos zwischen verschiedenen Netzwerken wechseln können, um einen Verlust der Konnektivität zu vermeiden. In der Logistikbranche wählen Unternehmen den kostengünstigsten Weg oder die kostengünstigste Transportmethode über mehrere Standorte und Länder hinweg - ebenso müssen Unternehmen in der Lage sein, ihre eigenen Mittel für die IoT-Konnektivität zu definieren, basierend auf Parametern, die für sie wichtig sind.

In zukunftsorientierten Unternehmen ist das IoT Teil eines unternehmensweiten digitalen Transformationsprogramms. Aus Sicht der Konnektivität bedeutet dies, dass das Management mobiler Geräte und SIM-Karten in bestehende Unternehmenssysteme integriert werden muss. Durch die vollständige Integration mit ERP-, CRM- und anderen Kernanwendungen bietet das IoT Unternehmen mehr relevante Einblicke und einen maximalen Return-on-Investment. Da ein Unternehmen bis zu Millionen verschiedener angeschlossener Geräte verwalten kann, ist diese Art der Integration nur mit Automatisierung möglich. APIs spielen eine Schlüsselrolle, um dies schmerzlos und effizient zu machen.

Born Connected

In den nächsten zehn Jahren werden multinationale Unternehmen IoT-Anwendungen über alle Aspekte ihres Betriebs hinweg einsetzen, um Informationen effizient zu erfassen, zu verschieben und zu verwalten - und dabei zunehmend auch die Art der Konnektivitätslösungen zu definieren, die ihnen zugrunde liegen. Lokale MNOs sind längst nicht mehr immer die beste Lösung, um den Konnektivitätsbedarf grenzüberschreitender IoT-Anwendungen von Unternehmen zu decken. Dies wird zu einem grundlegenden Wandel in der zellularen Kommunikation weltweit führen, da virtualisierte, wirklich globale Mobilfunknetze an Dynamik gewinnen, die sich nicht auf alte Branchenkonventionen stützen.

Tata Communications hat seine Vision für eine Welt entwickelt, in der alles "born connected" sein könnte - direkt nach dem Auspacken, mit sofortigem, nahtlosem Zugang zum Internet. Damit dies aber auch wirklich geschieht, müssen sämtliche Vorgänge effizient, zuverlässig und sicher funktionieren – überall auf der Welt. Nur durch ein Umdenken bei Konnektivitätsmodellen werden Unternehmen in der Lage sein, die transformatorischen Auswirkungen von IoT heute und in Zukunft optimal zu nutzen.

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