Marktanalyse Globale 3D-Druckerindustrie erholt sich trotz Schwierigkeiten in 2021

Von Stefan Guggenberger

Im zweiten Halbjahr 2021 wurde die 3D-Druckerindustrie durch Omicron ausgebremst, konnte die Auslieferungen aber dennoch steigern. Auch industrielle 3D-Drucker legten stark zu, bleiben aber unter dem Niveau vor COVID-19. Wieso jetzt mit einem starken Wachstum zur rechnen ist.

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Auch Hersteller von 3D-Druckern leiden unter Problemen mit ihren Supply Chains. Obwohl viele Auftragsbücher voll sind, können sie ihre Auslieferungen deshalb nur moderat steigern.
Auch Hersteller von 3D-Druckern leiden unter Problemen mit ihren Supply Chains. Obwohl viele Auftragsbücher voll sind, können sie ihre Auslieferungen deshalb nur moderat steigern.
(Bild: gemeinfrei // Pexels)

Eine aktuelle Analyse des Marktforschungsunternehmens Context bilanziert den Markt für 3D-Drucker in den ersten drei Quartalen von 2021. Demnach konnten vor allem industrielle 3D-Drucker deutlich zulegen. In den ersten drei Quartalen nahmen die Auslieferungen um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Allerdings wurden immer noch weniger industrielle Anlagen ausgeliefert (-6 % zu Q1-Q3 2019) als vor der Pandemie. Dabei übersteigt die Nachfrage das Angebot und viele Hersteller haben Probleme mit ihren Lieferketten. Ironischerweise versichern die 3D-Druckerhersteller, dass globale Probleme in Lierferketten das Interesse an AM-Anlagen weiter befeuert. Wie sich der Markt in den verschiedenen Preissegmenten von ‚Hobby‘ bis ‚Industrie‘ in 2021 entwickelt hat: (Eine Erklärung zu den Preissegmenten von Context finden sie im Info-Kasten)

Preissegmente für 3D-Drucker

Das Marktforschungsunternehmen Context teilt 3D-Drucker in vier Preissegmente ein:
• Hobbydrucker bis 2.500 US-Dollar
• Professionelle Drucker zwischen 2.500 und 20.000 US-Dollar
• Design-Drucker zwischen 20.000 und 100.000 US-Dollar
• Industrielle 3D-Drucker über 100.000 US-Dollar

Drucker ab 20.000 US-Dollar legen stark zu

Die Auslieferungen von Druckern der Industrie- und Designklasse (ab 20.000 US-Dollar) haben sich 2021 stark erholt, nachdem sie 2020 durch die reduzierten Investitionsausgaben der Unternehmen weltweit stark beeinträchtigt wurden. Dennoch blieb die Zahl der neu verkauften Drucker hinter dem Niveau vor COVID-19 zurück. Eine Ausnahme bilden hier einige Technologien, die sich auf Serienfertigung oder Massenindividualisierung fokussieren: Anlagen die Vat-Photopolymerisation nutzen legten im Vergleich zu 2019 um 22 Prozent zu und Metall-Binder-Jetting-Anlagen sogar um 104 Prozent. Während Vat-Photopolymerisation-Drucker (z. B. SLA) in der Dentalindustrie eingesetzt werden, gewinnen die Binder-Jetting-Anlagen zunehmend das Vertrauen der Automobilindustrie und der Luft-und Raumfahrt.

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Drucker zwischen 2.500 und 20.000 US-Dollar wachsen stabil

Im Vergleich zu den anderen Preissegmenten bleiben Auslieferungen von professionellen Maschinen, mit einem Preis zwischen 2.500 und 20.000 US-Dollar, von der COVID-19-Pandemie beinahe unberührt. Im Vergleich zum Vorjahr legten diese in den Quartelen eins bis drei um 14 Prozent zu und liegen damit 13 Prozent über dem Niveau von 2019. Das aktuelle Wachstum in diesem Preissegment ist auf die steigende Nachfrage zu SLS-Polymerdrucker zurückzuführen.

Boom auf Hobbydrucker bis 2.500 US-Dollar lässt nach

Während des Jahres 2020 war die Nachfrage auf Hobbydrucker enorm und konnte von den Herstellern kaum gedeckt werden. Auch in 2021 liegen die Auslieferungen noch 33 Prozent über dem Niveau vor Corona (2019), bleiben aber 10 Prozent unter dem Rekordjahr 2020. Da es sich hier um Konsumartikel handelt, dürfte die Nachfrage im vierten Quartal nochmals zunehmen. Context geht allerdings davon aus, dass das Niveau von 2020 trotzdem nicht erreicht wird. Die Verkaufsschlager in diesem Segment sind preisgünstige Einstiegsmodelle, die oft für weniger als 250 US-Dollar gehandelt werden.

Prognose für industrielle Anlagen ist positiv

In 2022 gehen die Marktforscher davon aus, dass industrielle AM-Anlagen in die Fertigung integriert werden und weiter von der Digitalisierung profitieren. Im Vergleich zu 2021 wird dementsprechend ein Wachstum von 23 Prozent prognostiziert. Noch positiver ist der Ausblick auf die nächsten fünf Jahre: Aufgrund der zunehmenden Serientauglichkeit vieler AM-Verfahren wird ein CAGR (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate) von 30 Prozent erwartet.

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