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Expertenbeitrag

Gerrit Sames

Gerrit Sames

Professor für Allgemeine BWL mit Schwerpunkt Organisation und ERP-Systeme, Technischen Hochschule Mittelhessen

Trend-Dossier 2019

Geschwindigkeit und Effizienz für 2019

| Autor/ Redakteur: Gerrit Sames / Sebastian Human

Definiert man Trends klassisch als Veränderungen und Strömungen, so hält das Jahr 2019 so einiges an Wandel für das Internet of Things bereit. KI und Blockchain werden im Praxisalltag zunehmend relevant, die Automatisierung schreitet ebenso voran, wie die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltungen. Und die Internetgeschwindigkeit muss endlich Fahrt aufnehmen.

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Das Jahr 2019 muss IoT-Lösungen hervorbringen, die Schnelligkeit, Aufwand, und Fehlerfreiheit optimieren.
Das Jahr 2019 muss IoT-Lösungen hervorbringen, die Schnelligkeit, Aufwand, und Fehlerfreiheit optimieren.
( Bild: Photo by Jason Chen on Unsplash / CC0 )

Für das Jahr 2019 erwarte ich daher, dass insbesondere die folgenden fünf Trends bezüglich Internet of Things in den Vordergrund treten werden.

Beschleunigung des Ausbaus der Internetgeschwindigkeit

Leider musste gegen Ende des Kalenderjahres 2018 festgestellt werden, dass das von der Politik verkündete Ziel des Ausbaus des schnellen Internets auf flächendeckende 50 Mbit/s krachend verfehlt wurde. Vereinzelt ist zu vernehmen, dass die 50 Mbit/s erst in 2021 überall zur Verfügung stehen werden. Aktuell wird das Thema auch noch überlagert durch die 5G-Debatte. Besonders als Industriestandort ist das ein bedeutsamer Nachteil. Vor allem vor dem Hintergrund, dass eine Differenzierung durch Produkteigenschaften immer mehr durch eine Differenzierung über Serviceangebote ergänzt wird. Ohne schnelles Internet wird das nicht gehen. Es sind erste Signale erkennbar, dass die Politik das nun erkannt hat und ich erwarte, dass hier in 2019 wichtige Schritte für eine Beschleunigung des Ausbaus eingeleitet werden.

Digitalisierung von Prozessen in der Zusammenarbeit mit der öffentlichen Verwaltung

Auch für die Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung muss der Politik eine schlechte Note gegeben werden. In Europa nehmen wir hier einen der hinteren Plätze ein. Die Politik hat das inzwischen erkannt. Ich erwarte, dass im Jahr 2019 die Digitalisierung von Prozessen an Verantwortliche in Bund und den Ländern adressiert und gestartet wird. Das könnte ein wichtiges Signal an die Wirtschaft sein.

Blockchain-Technologie zieht in operative Anwendungen ein

Die Blockchain-Technologie, die vielen nur aus eherfragwürdigen Anwendungen wie beipielsweise Bitcoin bekannt ist, bietet in vielerlei Hinsicht Potential für ausgewählte Geschäftsprozesse. Insbesondere dort, wo Fälschungssicherheit und lückenlose Dokumentation eine bedeutsame Rolle spielen, macht die Nutzung der Blockchain-Technologie viel Sinn. Dazu zählen unter anderem das Vertragsmanagement, die lückenlose Überwachung von Güterströmen, die Legitimierung von Ersatzteilen. Hier werden im Jahr 2019 weitere Anwendungen entstehen und kommuniziert werden.

Nutzung von KI-Algorithmen über das IoT

Es ist hinlänglich bekannt, dass wir in Deutschland gewaltige Datenmengen in unseren Fertigungsprozessen erzeugen. Gleiches gilt aber auch für Geschäftsprozesse im administrativen Bereich. Eine systematische und gründliche Analyse der Daten findet jedoch nur bei wenigen Unternehmen statt. Im Wesentlichen mag das an Auswertekapazitäten und auch am Mangel von dafür erforderlichen Auswertetools und Algorithmen liegen. Hier werden sich verstärkt Angebote für Datenanalytik in Verbindung mit einer Cloud-Nutzung für die Unternehmen herausbilden. Diese werden dann als Dienstleistungen von spezialisierten Anbietern bezogen. Insbesondere für den Mittelstand wird das die gangbarste Lösung sein. Konzerne hingegen werden das in eigener Regie abbilden.

Automatisierung von standardisierbaren Geschäftsprozessen

Geschäftsprozesse innerhalb der Unternehmen und zwischen den Unternehmen der Supply-Chain sind heute oft durch inkompatible IT-Systeme (ERP-to-ERP, ERP-to-Paper,…) geprägt. Dies führt zu mannigfachen Medienbrüchen, die hohe Personalaufwendungen und Fehlerpotentiale nach sich ziehen. Außerdem sind solche Geschäftsprozesse auch langsam. Wenn wir aber im privaten Umfeld, zum Beispiel aus dem B2C-Bereich, Auftragsbestätigungen bei bekannten Internet-Versendern innerhalb von wenigen Sekunden gewöhnt sind, dann werden wir die heute üblichen Zeiten im B2B-Bereich nicht mehr akzeptieren. Es wird eine Herausforderung für Unternehmen im kommenden Jahr, wichtige Geschäftsprozesse mit Automatisierungspotential im Unternehmen zu identifizieren.

Unter Einbezug des IoT werden hier Lösungen entstehen müssen, um hinsichtlich Schnelligkeit, Aufwand, und Fehlerfreiheit Fortschritte zu machen. Die Technologien sind vorhanden; an der Umsetzung hapert es, wie eine jüngste Untersuchung von der Technischen Hochschule Mittelhessen aufgezeigt hat.

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Über den Autor

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Professor für Allgemeine BWL mit Schwerpunkt Organisation und ERP-Systeme, Technischen Hochschule Mittelhessen