Software-Monetarisierung

Gerätehersteller werden zu Softwareanbietern – oder obsolet

| Autor / Redakteur: Ansgar Dodt * / Franz Graser

Abbildung 1: Die Auswirkungen des IoT-Trends in Zahlen (Quellen: Cisco Systems, GE und Frost & Sullivan)
Abbildung 1: Die Auswirkungen des IoT-Trends in Zahlen (Quellen: Cisco Systems, GE und Frost & Sullivan) (Bild: Gemalto)

Im IoT-Zeitalter ist die Software der entscheidende Wachstumstreiber. Geräte- und Systemhersteller müssen deshalb zu Softwareanbietern werden, wenn sie nicht an Marktbedeutung verlieren wollen.

Weder für Hardwareprodukte noch für Embedded-Systeme ist Software ein neues Kapitel. Geändert hat sich jedoch die Tatsache, dass die bislang eher tröpfelnde Produkt-Evolution mit dem IoT zu einer Flutwelle in Richtung zu softwarebasierten Geschäftsmodellen geworden ist. Marktführende Hardware- und Embedded-Systemhersteller wie General Electric oder Rockwell Automation, aber auch Cisco, die eine Transformation hin zum Software-Business vollzogen haben, profitieren am meisten davon, denn sie treiben dadurch auch den Erfolg ihrer Kunden voran.

Für traditionelle Embedded-Board- und Embedded-Systemhersteller sowie Steuerungs- und Automatisierungsanbieter hat das enorme Konsequenzen. Wenn sie sich nämlich nicht hin zum Software-Unternehmen wandeln, riskieren sie fallende Gewinne, wegbrechende Marktanteile und laufen Gefahr, in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen. Die Gründe dafür wollen wir uns im Folgenden genauer anschauen.

Gesteigerte Profitabilität, hohe Agilität

Der Übergang zu Software-Geschäftsmodellen steht in direkter Korrelation zu erhöhten Gewinnen, in erster Linie aufgrund der geringen Stückkosten und Variantenvielfalt der Hardware sowie auch durch sinkende Kosten für die Herstellung und den laufenden Betrieb. Software ist zudem von Natur aus rentabler als Hardware. Die Bruttomargen für reine Software-Unternehmen übersteigen oftmals 50 Prozent, während die Hardware-Margen in losgrößenstarken Branchen oft sogar unter 10 Prozent liegen.

Der Paradigmenwandel hin zur Software führt aber auch zur Bestandsbereinigung, Konsolidierung der Bestände, zu schnelleren Verkaufszyklen und damit insgesamt auch zu einer operativ höheren Effizienz. Diese Transformation aber für Endanwender transparent, zuverlässig und sicher sowie ohne Einnahmeverluste durch Piraterie umzusetzen, ist dabei eine große Herausforderung. Diese Herausforderung kann jedoch recht elegant und effizient mit professionellen Monetarisierungslösungen aktueller Auslegung gemeistert werden. Und hat man diesen Prozess erst einmal im Griff, kann man ihn auch mehrfach nutzen, und beispielsweise Upgrades für bereits bereitgestellte Produkte anbieten.

Softwaregetriebene Geschäftsmodelle ermöglichen es auch, sehr flexibel auf sich ändernde Kundenbedürfnisse und die damit einhergehenden Funktionsanforderungen zu reagieren. Außerdem lassen sich in der Entwicklung agile Vorgehensmodelle einsetzen. Anbieter können Software-Funktionen schnell ein- und ausschalten oder auf Anfrage beispielsweise über Clouds zusätzliche Kapazitäten freischalten.

Wenn sie von einem entsprechenden Bereitstellungs- und Monetarisierungs-Layer unterstützt werden, können solche Vorgänge auch ohne manuelle Auftragsbearbeitung oder physikalische Neukonfigurationen mit wenigen Klicks ausgeführt werden. Um die Vorteile von solchen softwaregetriebene Geschäftsmodellen voll und ganz nutzen zu können, müssen Unternehmen jedoch lernen, ihre Lösungen auf Basis einer einzigen Common-of-the-Shelf-Hardware aufzubauen, sodass Features und Funktionen rein elektronisch durch Lizenzierung aktiviert, parametriert und optional auch aus der Ferne jederzeit auch aktualisiert werden können.

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