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Mobile Datenerfassung Generation Handheld

Autor: M. A. Benedikt Hofmann

Aus dem privaten Bereich sind Handhelds wie Smartphones und andere mobile Gadgets nicht mehr wegzudenken. Auf dem Weg zur Intralogistik 4.0 halten die mobilen Helfer auch in Lagern und Werkshallen immer stärker Einzug.

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Die mobile Datenerfassung hält in Logistik und Fertigung immer stärker Einzug. Auch Start-ups tummeln sich auf diesem Markt.
Die mobile Datenerfassung hält in Logistik und Fertigung immer stärker Einzug. Auch Start-ups tummeln sich auf diesem Markt.
(Bild: Bild: Festo)

Das Handy kurz über den Barcode der Chipstüte halten und schon weiß die Diätapp, wie viele Kalorien der Nutzer gerade zu sich genommen hat, ganz nebenbei weiß der mobile Begleiter auch, ob er sich zu Hause oder bei der Arbeit aufhält (das hat das Smartphone durch das Bewegungsmuster gelernt) und ob die Strecke zur Arbeit heute zu Fuß oder motorisiert zurückgelegt wurde. Nur ein Beispiel, das zeigt, wie mobile Devices im Alltag vieler Menschen bereits zu einem Universalwerkzeug geworden sind, das sperrige Hilfsmittel wie Laptops (oder gar Desktop-PC) überflüssig macht.

Neben ihren, bezogen auf die Größe, schier unfassbaren Leistungsdaten haben die Smartphones, Smartwatches, Fitnesstracker und Konsorten einen bestechenden Vorteil: Sie sind extrem handlich. Eine Eigenschaft, die auch im Arbeitsalltag eines Werkers oder Kommissionierers äußerst erstrebenswert ist. Folgerichtig mehrten sich im vergangenen Jahr auch die Berichte über neue Produkte und Anwendungen auf dem Gebiet der mobilen Datenerfasssung (MDE).

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Möglichkeiten für Start-ups

Wie auch im B2C bietet das Aufkommen mobiler Lösungen im industriellen Bereich jungen Unternehmen und Start-ups die Chance, sich auf dem Markt zu etablieren. Ein Beispiel hierfür ist das Start-up Proglove, das bei der Entwicklung seines Sensorhandschuhs seit einem Jahr von Festo begleitet wird. Mittlerweile nutzt der Automatisierungstechniker den Handschuh, dessen Sensoren bei Daumendruck einen Scanner auf dem Handrücken auslösen, in der eigenen Logistik. Das Ziel des Projektes ist, die Logistikanbindung von Festos Technologiefabrik zu verbessern. Der Handschuh enthält einen Barcode-Scanner, durch den der Arbeiter beim Be- und Entladen eines Routenzugs ergonomisch und einfach seine Arbeitsschritte dokumentieren kann.

Er gibt direktes Feedback an den Menschen, wodurch der Mitarbeiter weiß, ob das System seine Arbeitsschritte verbucht hat. Während die Materialbehälter bisher mit der einen Hand gegriffen und mit der anderen mit einem Handgerät gescannt wurden, können die Routenzugfahrer dank des Proglove nun beide Hände einsetzen, um die Boxen zu greifen. Der Arbeitsprozess wird so deutlich ergonomischer. Gleichzeitig schützt der Handschuh vor Verletzungen.

Der etwas andere Ring am Finger

Aber natürlich bieten auch etablierte Unternehmen Lösungen für das mobile Scannen und Kommissionieren. Honeywell hat beispielsweise den Wireless-Ring-Scanner 8670 mit Bluetoothtechnologie vorgestellt. Er wird bequem am Finger getragen, sodass Mitarbeiter beim Kommissionieren, Einlagern oder Verladen von Waren stets beide Hände frei haben. Dank der Bluetoothfunktion kann sich der neue Scanner mit einer Reihe von Endgeräten wie PC, Laptops, Tablets, Fahrzeugcomputern, robusten Mobilcomputern und Smartphones verbinden. Da der Scanner vom Bluetooth- und Akkumodul getrennt ist, ist er leicht und handlich genug, um über eine längere Zeit getragen zu werden, ohne bei der Arbeit zu stören.

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Auch bei Zebra Technologies sieht man im MDE-Markt einiges Potenzial und bietet mittlerweile eine ganze Palette von Lösungen an. Das Unternehmen setzt dabei auf eine Komplettlösung, die verschiedene Geräte, wie Datenbrillen, Headsets, Ringscanner und Armterminals, verbindet. Eine Kombination dieser Geräte soll auch die Nutzung von Augmented-Reality-Funktionen, etwa für die Bestandsverwaltung, ermöglichen. Dank verbesserter Scan Engines, funktionieren die Scanner des Unternehmens sowohl im Nahbereich als auch aus größerer Distanz: Neue Ringscanner bieten eine Reichweite von bis zu 4,5 m. Darüber hinaus steigt der erfassbare Winkel auf bis zu 60° über und unter Normalstellung – Flexibilität und Effizienz der Mitarbeiter werden dadurch erhöht.

Das Wissen der Welt auf der Nase

Dass Systeme, die sich beim Verbraucher nicht wirklich durchsetzen konnten, für Profis durchaus interessant sein können, zeigt mit Picavi ein weiteres Start-up. Die Pick-by-Vision-Lösung, bei der – wie bei Zebra – eine Datenbrille zum Einsatz kommt, wird bereits in ersten Unternehmen im Echtbetrieb eingesetzt und soll die intralogistischen Prozesse mit deutlicher Zeitersparnis und signifikant geringerer Pickfehlerquote optimieren. Das System lässt sich dem Unternehmen zufolge leicht in bestehende ERP- und Lagersysteme integrieren. Erhältlich sind die Ausführungen Picavi Smart, eine Komplettlösung mit eigenem Anwendungsserver, und Picavi Pure. Um den Dauerbetrieb der Datenbrille sicherzustellen, wurde Picavi Power Control entwickelt, eine Kombination aus Akku und Bedienelement. Je nach Geschmack und Anwendung kann der Kunde aus sechs verschiedenen Datenbrillen von Herstellern wie Google und Telepathy auswählen.

Dieser Beitrag ist auf unserem Partnerportal MM MaschinenMarkt erschienen.

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Über den Autor

M. A. Benedikt Hofmann

M. A. Benedikt Hofmann

Chefredakteur MM MaschinenMarkt