Prozessautomatisierung

Ganzheitliche Digital-Experience im Maschinenbau

| Autor / Redakteur: Marcus Metzner / Sebastian Human

Prozessautomatisierung sorgt, sinnvoll eingesetzt, für einen Zugewinn an Effizienz.
Prozessautomatisierung sorgt, sinnvoll eingesetzt, für einen Zugewinn an Effizienz. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Um sein neues Corporate-Design auch online bestmöglich präsentieren zu können, benötigte ein internationaler Maschinenbauer eine neue Website. Deren technologische Basis bildet ein spezielles Content-Management-System, das an die individuellen grafischen und funktionalen Anforderungen des Konzerns angepasst wurde.

Damit profitiert der Werkzeugmaschinenhersteller von einem intuitiv bedienbaren, mehrsprachigen CMS, das die Effizienz der Redakteure dank automatisierter Prozesse spürbar steigert, während die responsive Website den Besuchern eine optimale User Journey bietet.

Das Angebot des weltweit führenden Herstellers von spanenden Werkzeugmaschinen umfasst neben Dreh- und Fräsmaschinen auch Advanced Technologies wie Ultrasonic, Lasertec und Additive Manufacturing sowie Automatisierungs- und ganzheitliche Technologielösungen. Der Konzern ist mit über 12.000 Mitarbeitern an 157 Vertriebs- und Servicestandorten − davon 14 Produktionswerke – weltweit präsent und beliefert Kunden aus 42 verschiedenen Branchen in 79 Ländern. Vor dem Hintergrund der gebündelten Vertriebs- und Serviceaktivitäten hat der Konzern seine Marke einem umfassenden Relaunch unterzogen und in diesem Zuge das Corporate-Design modernisiert. Um das runderneuerte optische Erscheinungsbild online umsetzen zu können, brauchte es ein leistungsstarkes Content-Management-Systems (CMS).

Bisheriges CMS stieß an seine Grenzen

Vor dem Relaunch der Corporate-Website kam CoreMedia 7 zum Einsatz, das nun von dessen Nachfolger abgelöst wurde. Aufgrund der gestiegenen redaktionellen Anforderungen und gewachsener, teilweise sehr anspruchsvoller Prozesse war das System nicht mehr effizient genug. Für die Anwender war es aufwändig, neue Seiten anzulegen, zu veröffentlichen und zu pflegen; das Unternehmen betreibt seine Website in 25 Länderversionen und 13 Sprachen. Um den Content hinsichtlich Auflösung und Darstellung auf verschiedenen Endgeräten optimal auszuspielen und den gestiegenen Anforderungen Rechnung zu tragen, wünschte sich der Konzern ein intuitiv bedienbares CMS. Es sollte den Umgang mit der Website für Mitarbeiter und Besucher gleichermaßen vereinfachen: Redakteure sollten Content einfach verwalten und veröffentlichen können, während die Nutzer intuitiv über die Website navigieren und die gesuchten Inhalte schneller finden können sollen – unabhängig vom Endgerät.

Enger Zeitplan

Darum hat sich der Konzern einen Digital-Dienstleister ins Boot geholt, der einen kreativen Ansatz, ein stimmiges Konzept und überzeugende Vorschläge zur Umsetzung des Corporate-Designs präsentiert hat. Trotz aller Professionalität war das Projekt kein Selbstläufer, sondern harte Arbeit. Die responsive Website musste pünktlich zur EMO, der Leitmesse im Werkzeugmaschinenbau, online sein. Für das komplette Projekt blieben – inklusive Konzeption, Design-Anpassung, Umsetzung und Rollout – nur knapp acht Monate. Trotz – oder gerade wegen des enormen Zeitdrucks – haben beide Unternehmen großen Aufwand in die Feinkonzeption und agile Umsetzung jedes einzelnen Features investiert. Parallel hat das Projektteam Workshops mit allen relevanten Stakeholdern durchgeführt und Aspekte wie die Präsentation der Maschinen und die fachliche Tiefe der Darstellung gemeinsam abgestimmt. Zeitgleich hat man mit der kreativen und operativen Umsetzung begonnen.

Agile Methoden sicherten zügigen Projektfortschritt

Das neue CMS wurde gemäß den individuellen Anforderungen des Auftraggebers konzipiert und entsprechend angepasst. Auf Basis agiler Methoden hat das übergreifende Projektteam eine optimale Lösung auf die Beine gestellt. Im Rahmen kurzer Sprints haben die Experten das Frontend bedarfsgerecht angepasst und dabei kleinteilige Änderungen einfach und schnell umgesetzt – sowohl was das Design als auch funktionale Aspekte betrifft. Wichtige Neuerungen sind neben Templates für Produktdetailseiten auch Kleinstanwendungen wie der Maschinenselektor und der CNC-Scout: Über den Maschinenselektor können Besucher das Sortiment nach bestimmten Kriterien intuitiv durchsuchen, während sie über das Portal CNC-Scout die Möglichkeit haben, gebrauchte Maschinen direkt anzufragen. Mit beiden Kleinstanwendungen hat sich die Usability deutlich verbessert.

Automatisierte Prozesse steigern die Effizienz

Der Maschinenbau-Konzern profitiert heute von einem intuitiv bedienbaren, mehrsprachigen CMS, das den Besuchern ein optimales Website-Erlebnis bietet und die Effizienz der Redakteure spürbar steigert. Die Anwender seien vom neuen Aufbau des CMS begeistert, erinnert sich der Projektleiter. Dank definierter Vorlagen für ganze Baureihen und einzelne Maschinen ist es sehr viel einfacher, beispielsweise Produktdetailseiten anzulegen. Was früher sehr zeitaufwändig war, gelingt heute in nur wenigen Minuten. Die Anwender müssen nur noch das passende Template auswählen und die gewünschten Inhalte einfügen.

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Gleiches gilt für die Zusammenstellung technischer Datentabellen. Wurden diese Tabellen früher Zeile für Zeile manuell nachgebaut, laden die Nutzer heute einfach die entsprechende Excel-Datei hoch und das System generiert automatisch die gewünschte Tabelle. Für einen enormen Zugewinn an Effizienz sorgen auch Suchlisten im Redaktions-Tool: Die Nutzer können Inhalte beim Upload taggen. Dank übersichtlicher Suchlisten lassen sich Teaser automatisch zusammenstellen, da die Lösung auf vorgefertigte Textbausteine zurückgreift und sie bedarfsgerecht kombiniert. Sehr hilfreich ist auch der Translation-Workflow. Redakteure können per Mausklick einen Übersetzungsprozess anstoßen. Erzeugt wird ein Übersetzungsdokument im Standardformat XLIFF, das der Übersetzungsdienstleister erhält. Der große Vorteil ist, dass Links und andere Verweise erhalten bleiben. Die Übersetzungen fließen dann zurück in CoreMedia, wo Redakteure sie final überprüfen und veröffentlichen können.

Verschiedene Länderversionen in mehreren Sprachen

Mit dem neuen CMS arbeiten drei Redakteure am Standort München, von wo aus sie das globale Onlinemarketing planen und betreuen. Inzwischen sind die deutschen, britisch-englischen und spanischen Sprachversionen sowie die darauf basierenden Länderseiten in der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Schweden, Finnland, UK, Kanada, Brasilien, Mexiko und Indien online. Zudem gibt es eine italienische, eine französische, eine US-amerikanische und eine russische Variante. Mit dem bisherigen Ergebnis ist man sehr zufrieden: Der gut geplante und durchstrukturierte Relaunch, regelmäßige Abstimmungstermine und die reibungslose Kommunikation waren wesentlich dafür, dass es gelungen ist, die enge Deadline einzuhalten. „Die volltransparente, vertrauensvolle Zusammenarbeit war der zentrale Schlüsselfaktor für den Erfolg des Websiteprojekts“, resümieren die Verantwortlichen.

Ausweitung der Zusammenarbeit auf andere Bereiche

Aufgrund des überzeugenden Ergebnisses und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe wird das CMS kontinuierlich weiterentwickelt. Als nächstes stehen Themen wie die Migration einer weiteren Konzern-Website und die Analyse der Usability mittels Labortest auf der Agenda. Zudem soll sich die Zusammenarbeit zukünftig auf andere Unternehmensbereiche ausweiten. Den „Customer-first“-Servicegedanken ins Netz zu überführen – das ist für dem internationalen Maschinenbau-Konzern gelungen.

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