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Expertenbeitrag

Thomas Schröter

Thomas Schröter

Gründer und Geschäftsführer förderbar GmbH

Der Überblick

Förderprogramme für innovative Industrie-Unternehmen

| Autor: Thomas Schröter

Öffentliche Förderprogramme sind eine gute Möglichkeit, finanzielle Mittel für innovative Projekte einzusammeln. Das Ziel der fördernden Institutionen ist es, Deutschland als Innovationsstandort zu stärken. Dabei haben Industrieprojekte im Rahmen der digitalen Transformation gute Chancen auf Unterstützung, sollen sie doch den Weg zur Industrie 4.0 bereiten. Wir stellen drei konkrete Förderprogramme vor, die für Lösungsanbieter besonders interessant sind.

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Vielen mittelständischen Unternehmen kaum bekannt: Wer innovativ ist, kann Fördergelder beantragen.
Vielen mittelständischen Unternehmen kaum bekannt: Wer innovativ ist, kann Fördergelder beantragen.
(CC0 Public Domain)

Die deutsche Fördermittellandschaft ist gut bestückt. Nicht immer denken Unternehmen diese Möglichkeit mit, so finanzielle Unterstützung für bestimmte Projekte einzuwerben. Das verwundert nicht, ist es doch nicht ganz einfach, das passende Förderprogramm ausfindig zu machen. Jedes hat unterschiedliche Bewerbungsvoraussetzungen, manche sind auf ganz bestimmte Unternehmen oder Branchen zugespitzt. Ein kurzer Überblick über ZIM, KMU innovativ und Pro Fit soll einen Eindruck vermitteln, was möglich ist.

ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand)

Das branchen- und technologieoffene bundesweite Förderprogramm ZIM wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ausgeschrieben. Es versteht sich als marktorientierte Technologieförderung für Einzel-, Kooperations- und Netzwerkprojekte und zielt vor allem auf kleine und mittelständische Unternehmen. Als KMU gelten Unternehmen, die höchstens 250 Mitarbeiter beschäftigen und weniger als 50 Millionen Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften. Laut BMWi sollen durch ZIM anspruchsvolle technologische Forschungs- und Entwicklungsvorhaben gefördert werden, die zu neuen Produkten, Verfahren oder technischen Dienstleistungen führen. Die zusätzliche Förderung von Leistungen zur Markteinführung der Ergebnisse des geförderten FuE-Projekts kann ebenfalls beantragt werden.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Zuwendung bei Einzel- und Kooperationsprojekten erfolgt als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Die Förderquoten erreichen dabei bis zu 45 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten in Abhängigkeit von Größe und Sitz des Unternehmens. Zu jenen Kosten zählen Personalkosten sowie Aufwendungen für die Vergabe von projektbezogenen Aufträgen oder Forschungsvorhaben an Dritte. Die Höhe der zuwendungsfähigen Kosten ist auf 380.000 Euro begrenzt. Hinzu kommen Kosten für die Leistungen zur Markteinführung in Höhe von 50.000 Euro, die zu 50 Prozent bezuschusst werden.

KMU innovativ

Im Rahmen des Fachprogramms IKT 2020 unterstützt das Förderprogramm KMU innovativ des Bundesministeriums für Forschung und Bildung (BMBF) vor allem risikoreiche industrielle Forschung und vorwettbewerbliche Entwicklungsprojekte. Das BMBF legt dabei großen Wert auf die hohen Verwertungschancen des Produktes oder der Dienstleistung. Die Zielgruppe sind kleine und mittelständische Unternehmen mit Projekten in den Bereichen Elektroniksysteme, Elektromobilität und Entwurfsautomatisierung, Softwaresysteme und Wissensverarbeitung, Kommunikationstechnik und Netze (Funk- und Festnetze) sowie technische Systeme für den Menschen (Schwerpunkt Mikrosystemtechnik). Dabei ist es möglich, sich im Verbund mit anderen KMU oder Forschungseinrichtungen um die Fördermittel zu bewerben.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung erfolgt in Form eines Zuschusses und erreicht in der Regel bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Welche Kosten als zuwendungsfähig eingestuft werden, ist genau definiert: Grundsätzlich dürfen hierbei natürlich nur Kosten angegeben werden, die in einem engen Zusammenhang mit dem entsprechenden Projekt stehen. Dienstleistungen Dritter werden dabei besonders kritisch beäugt und gelten nur dann als zuwendungsfähig, wenn sie wirtschaftlich sinnvoll sind. Ein maximales Projektvolumen geben die Rahmenbedingungen nicht vor: Dies hängt vom Projekt und der Leistungsfähigkeit des sich bewerbenden Unternehmens ab.

Pro FIT (Programm zur Förderung von Forschung, Innovationen und Technologien)

Neben den bundesweit ausgeschriebenen Programmen, gibt es zahlreiche regionale Fördermöglichkeiten. Ein Beispiel dafür ist Pro FIT. Bei den Investitionsbanken in  Berlin (IBB) und Brandenburg (ILB) angesiedelt, fördert das Programm Forschung und Entwicklung sowie die dazugehörigen Markteinführungsaktivitäten in den technologischen Schwerpunktbranchen wie etwa Informations- und Kommunikationstechnologie, Biotechnologie, Medizintechnik, Optische Technologien und Verkehrstechnologie. Eines der antragstellenden Unternehmen muss seinen Sitz, mindestens aber eine eigenständig organisierte Betriebsstätte im jeweiligen Bundesland unterhalten.

Wie hoch ist die Förderung?

Im Idealfall können Unternehmen bis zu 80 Prozent der Projektausgaben als Zuschuss aus dem Fördertopf erhalten. Maximal 400.000 Euro pro Projekt stehen dafür bereit. Darüber hinaus vergeben die Förderbanken zinsverbilligte Darlehen - laut Richtlinie bis zu einer Höhe von drei Millionen Euro. In der Praxis werden jedoch selten Beträge oberhalb von einer Million Euro ausgereicht.

Neben diesen gibt es zahlreiche weitere Förderprogramme, die innovative Unternehmen und ihre Geschäftsideen unterstützen wollen. Doch lohnt sich der Aufwand die oft umfangreichen Unterlagen auszufüllen und einen entsprechend ausführlichen Businessplan zu erarbeiten? Fördermittelexperten wie förderbar beraten im Vorfeld und bieten einen Fördermittelcheck an, der anhand einiger Angaben zu Projekt und Unternehmen eine Programm-Vorauswahl trifft. Unternehmen sollten bei der Wahl eines Beraters für die Beantragung darauf achten, dass die Unterstützung erfolgsabhängig honoriert wird und dass ein Check vorab unverbindlich und kostenlos ist.

Über den Autor

Thomas Schröter

Thomas Schröter

Gründer und Geschäftsführer förderbar GmbH