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Maker Faire Berlin Festival der unglaublichen Erfindungen

Redakteur: Jürgen Schreier

Die Maker Faire Berlin öffnet am 10. und 11. Juni 2017 ihre Pforten. Rund 900 Maker präsentieren bei dem bunten DIY-Festival Innovationen, Selbermach-Projekte und allerlei Spaßiges. Anfassen und Ausprobieren sind ausdrücklich erwünscht.

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3D-gedrucktes Tablet
3D-gedrucktes Tablet
(Bild: https://hackaday.io/cemb)

Hätten Sie's gewusst? Heute - also am 7. Juni - ist der "Tag des Videorecorders". Vor 42 Jahren stellte Sony auf der Consumer Electronics Show (CES) den ersten serienreifen Videorecorder vor. Mehr als 15 Jahre war die Videokassette das Medium, um Filme direkt aufzunehmen. Inzwischen ist das alles Geschichte. Wer sich seine alten Videokassetten anschauen will und keinen Recorder (mehr) besitzt, wird wohl oder übel auf eBay suchen müssen - denn auch auf der kunterbunten DIY-Messe Maker Faire am 10. und 11. Juni 2017 (10 bis 18 Uhr) in Berlin wird aller Voraussicht nach kein Remake dieses Video-Veteranen gezeigt.

Egal! Denn auch so kann man in der STATION am Gleisdreieck am kommenden Wochenwende (wettermäßig eher durchwachsen!) jede Menge Innovatives, Inspirierendes und Kurioses bestaunen. Rund 900 Maker haben sich angekündigt. An 200 Ständen präsentieren sie ihre Erfindungen und Selbermach-Projekte. Die Palette reicht vom intelligenten Mülleimer, der in der Lage ist, selbstständig seinen Füllstand und sein Füllgewicht zu messen und sich verschließt, wenn er entweder voll ist oder sein Maximalgewicht erreicht hat, über DIY-Roboter wie dem programmierbaren Papier- und Papproboter ZURI bis hin zu Produkten rund um den Raspberry Pi.

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Technik wird Kunst - riesige Roboterhand per Handschuh steuern

Kaum zu übersehen ist das Highlight der Veranstaltung: eine acht Meter hohe Roboterhand, die von Christian Ristow aus Stahl gebaut wurde. Der 46-jährige amerikanische Robotic-Künstler entwickelte mit einem kleinen Team innerhalb von vier Monaten die hydraulisch angetriebene Skulptur „Hand of Man“, die bereits auf dem Burning Man Festival in Nevada für Furore sorgte. „Mir hat es Spaß gemacht, etwas zu bauen, was jedermann intuitiv bewegen kann“, so Ristow. Denn als Steuerung dient ein Handschuh, den einige Besucherinnen und Besucher der Maike Faire selbst ausprobieren können, um mit den Fingern der überdimensionalen Hand ein altes Auto hochzuheben und zu zerstören.

Weniger gigantomanisch als Ristows Plastik sind die Exponate der Maker. Es geht um Robotik, 3D-Druck, Laser-Cutting, das Internet der Dinge oder Upcycling. Während Erwachsene in die faszinierende Welt des Bio-Hackings eintauchen dürfen und so viel über Umweltschutz, Nachhaltigkeit oder Urban Gardening erfahren, können die "Kleinen" Musikinstrumente fertigen oder sich am Lego-Auto als Konstrukteure beweisen. Fast alle Stände bieten Mitmachaktionen: Anfassen und Ausprobieren ist ausdrücklich erwünscht und soll den Spaßfaktor steigern.

Im Workshop-Bereich gibt es eine „Löt- & Bastel-Area“, in der Besucherinnen und Besucher einen Synthesizer zusammenbasteln können. In der „Roboter-Area“ kann man zusammen mit Entwickler Tino Werner einen eigenen sensorgesteuerten Roboter bauen. Der multifunktionale Mini-Bot „kabibo“ reagiert mit Hilfe von drei Sensoren sensibel auf seine Umgebung und weicht ohne Berührung Hindernissen aus und folgt einer Hand, einem Schatten und einer Linie. Auf verschiedenen Parcours stellen die kleinen Bots ihre Fähigkeiten unter Beweis.

Jeder wird zum Bio-Hacker

Workshops der bieten einen interessanten Einblick in die umfangreichen Möglichkeiten des Bio-Hackings. Beim Workshop „Living Glitter“ in der „DIYBio-Area“ kann man Schmuckstücke mithilfe von Fotobakterien zum Funkeln bringen. Außerdem erfährt man, wie Fotobakterien das Leben beeinflussen. „Let it glow“ erklärt, wie man Bakterien auf Agarplatten kultiviert, bis sie anfangen zu leuchten. Jeder ist in der Bio-Werkstatt willkommen; Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Zum ersten Mal auf einer Maker Faire gibt es einen sogenannten „Meetup-Space“: Dort finden alle Workshops statt, bei denen nicht mit den Händen gebastelt, sondern gemeinsam diskutiert und gelernt wird. Dabei erfahren Teilnehmer unter anderem, wie man erfolgreich programmiert, Crowdfunding betreibt oder sein Projekt nachhaltig gestaltet.

Stichwort: Nachhaltigkeit. Diese wird auf dieser Maker Faire besonders groß geschrieben. Im Vortragsbereich stellt Lars Zimmermann vom Verbund Offener Werkstätten Konzepte vor, wie Making und eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft zusammenpassen. Astrid Lorenzen präsentiert, wie 3D-Drucker bei der Müllvermeidung helfen können. Und im Hof der STATION parkt das Reparaturmobil von Communitere: GIG, das Global Innovation Gathering, und das Fab Lab Siegen stellen ihr Mobile Ressource Center vor, mit dem sie von Berlin nach Thessaloniki fahren, um dort Hilfsprojekte für oder mit Geflüchteten zu organisieren. Dazu sammeln sie auf der Maker Faire noch Werkzeugspenden.

Die Maker Faire Berlin ist eine unabhängig organisierte Veranstaltung unter der Lizenz von Maker Media Inc. und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Alle Infos und Anmeldemöglichkeiten zu den Workshops, Vorträgen und Mitmach-Aktionen unter: maker-faire.de/berlin/workshops/

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