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Case Study

Fahrerloser Transport in der Zukunftsfabrik

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Der Kundennutzen: ein hybrides Wertschöpfungsmodell

Das Zusammenspiel der technischen Komponenten schafft die Voraussetzungen für eine vorausschauende Wartung des fahrerlosen Fuhrparks und damit weniger geplante und ungeplante Ausfallzeiten. Unter herkömmlichen Bedingungen werden die Fahrzeuge in festen Zyklen für Wartungsarbeiten aus dem Verkehr gezogen. Im neuen, digitalen Umfeld können Wartungsarbeiten je nach Verbrauch und Verschleiß zu fest definierten Zeiten eingeplant werden, ohne dass der produktive Betrieb beeinträchtigt wird.

Dazu werden die zentral gespeicherten Informationen über zurückgelegte Wegstrecken und transportierte Gewichte mit Analyseverfahren ausgewertet. Nähert sich ein Fahrzeug dem kalkulierten Wartungszyklus, lässt sich seine Nutzung anpassen, um den Wartungstermin hinauszuzögern und mit anderen Fahrzeugen zu synchronisieren. Der Mitarbeiter am Flotten-Management-Portal kann zum Beispiel die maximal zulässige Last des Fahrzeugs reduzieren und damit den Verschleiß beeinflussen. Das Fahrzeug wird ab sofort nur noch mit solchen Transporten beauftragt, die die Gewichtsangabe unterschreiten. Das Prognosemodell für den nächsten Wartungszyklus wird permanent und selbsttätig angepasst.

„Wir schaffen für unsere Kunden ein hybrides Wertschöpfungsmodell aus einer Kombination von Mechatronik und digitaler Technik. Wir vernetzen unsere Anlagen und Automatisierungslösungen und erschließen diese vernetzte Welt mit modernen Anwenderschnittstellen wie Portalen und mobilen Apps“, resümiert Grenzebach-Manager Christian Herfert.

Migration des Application Server auf webbasierte Architektur

Die Ergebnisse des L1200S-Projekts zeigen im Kleinen, was Grenzebach mit der Vision der "Factory of the Future" im Großen anstrebt. Sensorik, Mobility, Cloud Computing und Analytics erweitern heute komplexe Anlagen und Transportsysteme von Grenzebach. Darauf aufsetzend lassen sich künftig weitere neue Services einrichten, etwa für Continuous Monitoring oder Predictive Maintenance. Grenzebach-Kunden bereiten diese Lösungen den Weg in die digitale Transformation ihrer Produktionsumgebungen.

Doch dazu muss sich auch Grenzebach ständig weiterentwickeln. Mit Hochdruck arbeitet das Unternehmen unter anderem in Kooperation mit dem IT-Partner Reply beispielsweise daran, den Application Server auf eine webbasierte Architektur zu migrieren und um neue Funktionen anzureichern. Dazu steuert Reply unter anderem seine Lösung „Brick Reply Industry-4.0-Plattform“ samt der enthaltenen MES-Funktionalität sowie das Lagerverwaltungssystem „Click Reply“ bei. Letztlich strebt Grenzebach eine integrierte, flexible und zukunftssichere digitale Produktionsumgebung an.

In den zentralen Funktionen der "Factory of the Future", vor allem im Flotten-Management, basieren sämtliche Weiterentwicklungen auf dem internen Know-how, das Grenzebach-Ingenieure im Rahmen umfangreicher Kundenprojekte erworben haben.

PAC zieht Fazit

Das Beispiel belegt anschaulich den Nutzen digitaler Technologien im industriellen Einsatz. Ganz wesentlich ist, dass der Kundennutzen zum Tragen kommt. Im Falle des fahrerlosen Transportfahrzeugs ist das der von Grenzebach versprochene flexible, geplante und punktgenaue Wartungs-Service. Kunden erzielen damit Effizienzgewinne in der Lagerhaltung und in der Produktion.

Grenzebach erreicht das in mehrfacher Hinsicht: Zum einen lassen sich unerwartete Ausfälle bei den Fahrzeugen minimieren, weil die Verarbeitung aktueller Nutzungsdaten durch automatisierte Analyse-Routinen ständig über den voranschreitenden Verschleiß empfindlicher Bauteile informiert. Zum anderen lassen sich anstehende Wartungstermine koordinieren und in produktionsfreie Zeitfenster verlegen, indem die Auslastung der Fahrzeuge und damit die Abnutzung beeinflusst wird. Last, but not least ist die vorausschauende Wartung der Transportfahrzeuge ein wichtiger Baustein bei der Optimierung der Lagerhaltung.

Das alles entfaltet erst richtig seine Wirkung dadurch, dass die Partner Grenzebach und Reply eine tiefe Integration in zentrale Management-Systeme etwa für die Flottensteuerung und die Serviceplanung umgesetzt haben. Die Kombination aus dezentraler Sensorik und Datenerzeugung mit zentralen Elementen wie Backend-Integration, Cloud-Option, Analytics-Funktionalität und Portaltechnik spielt dabei eine besondere Rolle. Mit ihr haben Grenzebach und Reply eine zukunftsfähige Umgebung geschaffen, in der weitere digitale Angebote und Services schnell und flexibel eingeführt werden können.

Über PAC

Pierre Audoin Consultants (PAC) wurde 1976 gegründet und gehört seit Juni 2014 zur CXP Group, einem unabhängigen europäischen Marktanalyse- und Beratungsunternehmen für die Software- und IT-Dienstleistungsindustrie sowie für Themen rund um die digitale Transformation. Die CXP Group bietet umfassende Support-Services in der Bewertung, Auswahl und Optimierung von Softwarelösungen sowie bei der Bewertung und Auswahl von IT-Dienstleistern und begleitet seine Kunden bei der Optimierung ihrer Sourcing- und Investitionsstrategien. Schließlich steht die CXP Group Software- und IT-Dienstleistungsanbietern mit quantitativen und qualitativen Analysen sowie strategischer und operativer Beratung bei der Optimierung ihres Go-to-Market-Ansatzes zur Seite.

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei PAC Germany and Mitglied des Digital & IoT Cluster der CXP Group.

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