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Case Study

Fahrerloser Transport in der Zukunftsfabrik

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Sensorik, Cloud und Analytics als Wegbereiter

Die wichtigste Basistechnologie ist zunächst die Sensorik. Für die Orientierung in der Lagerumgebung sorgen zwei zertifizierte Laserscanner. Mit Hilfe der integrierten Personensicherheits-Sensorik kann das Transportsystem L1200S in allen innerbetrieblichen Umgebungen eingesetzt werden. Bei den Fahrten orientiert sich das Fahrzeug entweder an den am Boden aufgebrachten Markierungen oder mit Hilfe der sogenannten freien Konturnavigation. Letztere ist eine Technik, bei der die Fahrzeuge ihre Position bestimmen, indem sie Daten aus dem Laserscanner mit dem Grundriss beziehungsweise Umgebungskonturen der Lagerhalle abgleichen.

Das Verfahren bedarf einer initialen Lernphase, in der das fahrerlose Gerät durch die Halle geführt wird und die Konturen einstudiert. Die lokal erfassten Daten werden in einem zweiten Schritt mit dem digitalen Grundriss der Halle abgeglichen, um im Betrieb eine zuverlässige Routenfindung und Positionsbestimmung zu gewährleisten.

Das Flotten-Management ist für den Betrieb der L1200S-Fahrzeuge die zentrale Applikation, denn es implementiert wichtige digitale Services. Es schafft Transparenz darüber, welche Fahrzeuge wo mit welchen Aufträgen unterwegs sind und informiert über Auslastung, Batteriestand sowie den Verschleiß sind. Auch die Auftragslisten lassen sich einsehen und automatisch oder manuell bearbeiten. Im Grunde laufen im Flotten-Management sämtliche Fäden zur Steuerung und zum Management der gesamten Warenflüsse im Warehouse zusammen.

Grenzebach setzt auf Microsoft Azure, bietet aber weitere Optionen

Die Portal-Anwendung wurde technisch auf dem Application Server von Grenzebach implementiert und läuft in der Cloud und „on Premise“. In der Cloud setzt Grenzebach auf Microsoft Azure. Optional stehen den Kunden auch Anbindungsmöglichkeiten an Siemens MindSphere oder die SAP Cloud Platform zur Verfügung.

Die Cloud stellt weitere wichtige Funktionen etwa für die Sicherheit und für Big Data Analytics bereit. Dabei ist stets gewährleistet, dass die Grenzebach-Kunden die Hoheit über ihre Daten behalten. „Wir nutzen die öffentliche Cloud Microsoft Azure als Basis. Da uns die Servicemöglichkeiten aber nicht ausreichen, haben wir darauf eine geschützte, sichere Cloud-Umgebung aufgesetzt, die spezielle Grenzebach-Anforderungen erfüllt. Damit können wir unseren Kunden die vertrauten Sicherheitsstandards bieten“, betont Herfert.

Die Integration in den Grenzebach Application Server ist ein weiteres wesentliches Element für eine ganzheitliche Implementierung der Factory of the Future. Der Application Server gewährleistet das nahtlose Zusammenspiel des Flotten-Managements mit anderen Applikationen von Grenzebach, etwa für das Energie-Management oder die Routenplanung, sowie mit der MES-Lösung (Manufacturing Execution System). Über Schnittstellen sind sämtliche Shop-Floor-Elemente wie etwa Robotics, Transportsysteme und mobile Fahrzeuge (z.B. das L1200S) in die "Factory of the Future" integrierbar.

Tiefe Integration in das Backend

Die tiefe Backend-Integration führt die Vision von innovativen Kundenservices rund um den optimierten Produktiveinsatz des L1200S fort. In Kooperation mit dem IT-Dienstleister Reply hat Grenzebach eine Lösung entwickelt, die den Rohdaten ihren Mehrwert entlockt. Dazu werden die von L1200S-Fahrzeugen in die Cloud gelieferten Zustandsdaten aufbereitet, strukturiert, analysiert und mit an¬deren Daten (etwa historischen Daten und Umgebungsinformationen) korreliert.

Ziel ist es zum einen, den Kunden ein permanentes und aktuelles Monitoring der Transportfahrzeuge anzubieten, die in den Lagerhallen unterwegs sind. Zum anderen schafft die Analyse der Daten Klarheit darüber, wann die nächste Wartung beziehungsweise Reparatur ansteht, bevor Defekte an wichtigen Verschleißteilen die Transportfahrzeuge stilllegen.

Zur Umsetzung verwendeten die Implementierungspartner Grenzebach und Reply wesentliche Kapazitäten von Microsofts Big Data Analytics Tool für „Power BI“. Reply steuerte eigene Standarderweiterungen für Power BI bei, sodass sich das Analytics-Projekt samt Grenzebach-spezifischer Anpassungen in wenigen Tagen umsetzen ließ.

CRM-Anbindung erforderte Integrationsarbeiten zur Datenübergabe an SAP

Eine weitere bedeutende Integrationsaufgabe betrifft die Anbindung an die CRM-Applikation von SAP. Sie ist wichtig, um die Einsatzplanung der Wartungsarbeiten zuverlässig durchzuführen. Die Umsetzung der Einsatzplanung sieht heute zwei Optionen vor: eine manuelle und eine automatische. Werden bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt, die die Wartung eines L1200S erforderlich machen, lässt sich zum einen ein Signal in das CRM-System absetzen, so dass die Servicetechniker die Einsatzplanung händisch vornehmen können. Zum anderen kann eine bevorstehende Wartung automatisch in die Serviceplanung eintragen werden.

Für die CRM-Anbindung waren Integrationsarbeiten zur Datenübergabe an das SAP-System sowie Anpassungen am User Interface nach Grenzebach-Vorgaben erforderlich. Da Reply auch in diesem Bereich vorgefertigte und passende Lösungen bereitstellen konnte, ließ sich die Aufgabe innerhalb weniger Wochen abschließen.

Über Reply

Reply ist auf die Entwicklung und Einführung von Lösungen auf Basis neuer Kommunikationskanäle und digitaler Medien spezialisiert. Mit seinem Netzwerk aus hochspezialisierten Unternehmen unterstützt Reply die europäischen Branchenführer aus Telekommunikation und Medien, Industrie und Dienstleistung, Banken und Versicherungen sowie öffentliche Verwaltung effektiv bei Geschäftsmodellen, die auf den neuen Paradigmen, wie Big Data, Cloud-Computing, Digitalen Medien und dem Internet der Dinge basieren. Zu den von Reply angebotenen Services gehören: Beratung, Systemintegration und Digital Services. .

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