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Expertenbeitrag

Nitesh Bansal

Nitesh Bansal

Senior Vice President und Global Head of Engineering Services

Arbeitskräfte

Factory of the Future – Smarte Fabriken brauchen smarte Mitarbeiter

| Autor/ Redakteur: Nitesh Bansal / Sebastian Human

In Zeiten der digitalen Transformation stellt sich nicht mehr die Frage, ob die Fertigungsindustrie sich verändern muss, sondern wie schnell sie es kann. Die Mitarbeiter sind hierbei von entscheidender Bedeutung.

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Smarte Technologien sind wichtig, doch die Mitarbeiter bilden auch im digitalen Zeitalter die Basis für den Geschäftserfolg.
Smarte Technologien sind wichtig, doch die Mitarbeiter bilden auch im digitalen Zeitalter die Basis für den Geschäftserfolg.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Tatsächlich hat die Digitalisierung das Potenzial, die gesamte Branche zu verändern und bietet verschiedene Ansätze zur Optimierung von Produktionssystemen hinsichtlich Effizienzsteigerung, Qualitätssicherung oder Produktpersonalisierung. Viele Unternehmen arbeiten momentan an Implementierungsstrategien. Allerdings gibt es keine einheitliche Definition dafür, welche Merkmale ein Unternehmen haben oder welche Voraussetzungen es erfüllen muss, um als eine Factory 4.0 oder Factory of the Future zu gelten. Unabhängig davon, wie diese Definition vielleicht einmal aussehen mag, eines haben alle Unternehmen gemeinsam, die sich in diese Richtung bewegen: Der richtige Umgang mit Daten und Wissen sollte entlang der kompletten Wertschöpfungskette im Fokus stehen – vom Lieferanten über die Materialvorbereitung, Montage, und Verpackung bis hin zum Versand an den Kunden.

Spezialisierte, ausgebildete Arbeitskräfte sind erforderlich

Sobald die Implementierung erfolgreich umgesetzt wurde, benötigen Unternehmen spezialisierte Mitarbeiter: Die Arbeitskräfte der Zukunft brauchen Disziplin, um bestimmte Aufgaben zu erfüllen sowie andere Qualifikationen als bislang. Eine große Herausforderung, denn spezielle Trainings können nicht selektiv durchgeführt werden, sondern müssen alle Mitarbeiter einbeziehen und entsprechend vorbereiten – dazu zählen sowohl die bereits im Unternehmen befindlichen Mitarbeiter als auch die die Job-Neueinsteiger, die frisch von der Schule oder Universität kommen. Aber wie sieht die ideale Ausbildung und Strategie für Unternehmen aus? Welche Fähigkeiten und Kenntnisse sollten die Arbeitskräfte der Zukunft haben? Einfach ausgedrückt: Es gibt viele Kurse für Machine Learning, TensorFlow und weitere relevante Fachbgebiete, aber wie können Mitarbeiter lernen, wie sie Wearables in ihrem täglichen Job integrieren, Roboter und kollaborative Roboter effektiv anleiten oder einen Motor ohne formale Schulung – dafür aber mithilfe einer visuellen Schritt-für-Schritt-Anleitung – reparieren können?

Die Arbeitskräfte der Zukunft lernen anders

In einem ersten Schritt müssen Unternehmen die Kompetenzen definieren, die für ihre Factory of the Future relevant sind. Im zweiten Schritt sollten dann spezielle Kurse und Materialien wie Mockups, Case Studies, Projekte und so weiter festgelegt und entwickelt werden. Wichtig in diesem Zusammenhang: Die Arbeitnehmer der Zukunft sind Millennials und Generation Z – sie lernen anders als Vorgängergenerationen. Es besteht ein klarer Bedarf an immersiven, intuitiven Inhalten, die auf verschiedenen (mobilen) Geräten und Bildschirmen konsumierbar sind. Und die Inhalte selbst müssen jederzeit verfügbar sein. In vielen Fällen ist es zudem ratsam, einen externen, vertrauenswürdigen Partner für die Schulungen der Mitarbeiter an Bord zu holen, um das Maximum aus der Investition herauszuholen.

So innovativ und digital die Fabrik der Zukunft mit all ihren komplexen neuen Technologien sein mag, Unternehmen sollten bedenken, dass diejenigen, die die Fabrik betreiben werden, keine dedizierten Technologiespezialisten sind. Vielmehr handelt es sich um „normale“ Mitarbeiter, die auf ihr jeweiliges Fachgebiet spezialisiert sind – es ist entscheidend, dass dies bei der Entwicklung von Schulungen und Materialien berücksichtigt wird. Bei zu komplexen Trainings kann dies nicht nur die Motivation der Mitarbeiter zur Weiterentwicklung negativ beeinflussen und den Fortschritt behindern, sondern auch den gesamten Tagesbetrieb – und damit das Unternehmen samt Geschäft selbst.

Die wichtigsten Elemente auf einen Blick:

  • Reports verstehen und interpretieren: Die Factories of the Future sind zunehmend datengetrieben.
  • Wearables- / Gaming-Erfahrung: Factories of the Future setzen auf Augmented und Mixed Reality zur Verbesserung der Produktivität.
  • Fehlersuche an Maschinen mithilfe von Benutzeroberflächen: Factories of the Future werden intelligente Maschinen einsetzen, die über Software-Plattformen betrieben werden.
  • Veränderung: Factories of the Future werden vermehrt und agil neue Produkte, Prozesse und Technologien einführen. Mitarbeiter, die davon betroffen sind, müssen sich also kontinuierlich anpassen und weiterentwickeln.

Arbeitskräfte werden immer der Grundpfeiler der Factory of the Future sein

Es ist auch wichtig, dass die Arbeitskräfte verstehen, dass die Digitalisierung keine Bedrohung für ihren Arbeitsplatz darstellt. Im Gegenteil. Vielmehr bietet sie das Potenzial für Innovationen und die Erweiterung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten sowie für anspruchsvollere Aufgaben. Um mit dem Wandel Schritt zu halten und im Arbeitsumfeld wettbewerbsfähig zu bleiben, können sich die benötigten Kenntnisse ändern oder um neue Fähigkeiten erweitern; aber eine Factory of the Future wird nie zu 100 Prozent autonom sein – zumindest nicht in absehbarer Zeit – und eine engagierte Belegschaft wird immer erforderlich sein, um den Betrieb und das Geschäft am Laufen zu halten. Autonome Technologien ersetzen nur repetitive Aufgaben – und vereinfachen den Produktionsprozess damit immens. Allerdings ist es ebenfalls wichtig, auf Produktinnovationen sowie auf den Markt und die Produkterfahrung reagieren zu können. Denn neuere Produktversionen müssen mit erweiterten Funktionen und kürzerer Markteinführungszeit vorgestellt werden.

Die Factories of the Future werden deutlich datengetriebener und agiler sein. Das Tempo, in dem Unternehmen auf neuere Produktanforderungen reagieren können, wird unter anderem bestimmt durch die Geschwindigkeit, mit der Fabriken zwischen einzelnen Produktkonfigurationen wechseln können sowie durch die Möglichkeit, verschiedene Produkte an einer einzigen Montagelinie zu produzieren. Um dies zu verwirklichen, benötigen Unternehmen Mitarbeiter mit den richtigen Fähigkeiten. Diese müssen kontinuierlich geschult werden, um neue Aufgaben und Prozesse schnell realisieren und umsetzen zu können – zum Beispiel gibt es 400 verschiedene Bohrstile und ein Fließbandarbeiter sollte die verschiedenen Konfigurationen kennen und die richtigen Entscheidungen auf der Grundlage der Marktreaktion treffen.

Bei der Factory of the Future bilden die Mitarbeiter – neben der Implementierung neuer, innovativer Technologien wie 3D, Automatisierung, Machine Learning und Virtual / Augmented Reality – eine wichtige Säule. Aber eine einmalige Schulung der Mitarbeiter reicht nicht aus: Lernen sollte hier ein wiederkehrender Prozess sein mit dem Ziel, den Mitarbeitern die richtigen Fähigkeiten und das nötige Vertrauen zu vermitteln, um sich schnell anzupassen und zu reagieren.

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