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IIoT-Investitionen Fabrik-Digitalisierung lässt bei Ausrüstern die Kasse klingeln

| Redakteur: Jürgen Schreier

All jene, die ihre Fabrik digitalisieren, versprechen sich davon mehr Umsatz, niedrigere Kosten und mehr Profit. Doch auch bei den "Ausrüstern" dieser digitalen Fertigungswelten wird die Kasse klingeln. Der Grund: Die IIoT-Investitionen werden nach einer Prognose von ABI Research bis 2030 enorm zulegen.

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Immer mehr Maschinen und Anlagen in der Industrie werden "digitalisiert". Die dafür erforderlichen Investitionen eröffnen Umsatzpotenziale für Hard- und Softwareanbieter sowie Dienstleister.
Immer mehr Maschinen und Anlagen in der Industrie werden "digitalisiert". Die dafür erforderlichen Investitionen eröffnen Umsatzpotenziale für Hard- und Softwareanbieter sowie Dienstleister.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Von wegen Krise! Nach einer aktuellen Prognose des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens ABI Research werden sich die Technologieinvestitionen im Industrie- und Fertigungssektor in den kommenden Jahren weltweit vervielfachen - konkret von 59 Mrd. Dollar im Jahr 2019 auf 375 Mrd. Dollar im Jahr 2030. Einschließlich der Einnahmen aus Hardware-Verkäufen soll dieser Wert auf über eine Billion Dollar steigen.

Die Fertigungsindustrie befindet sich inmitten der "großen digitalen Revolution" und investiert gewaltig in Technologien für das Industrial Internet of Things (IIoT). Dazu gehören Künstliche Intelligenz respektive Machine Learning, Augmented Reality (AR), Robotik sowie cloud-basierte Simulation und Modellierung. "Der transformative Wandel hin zu Industrie-4.0-Technologien und dem breiteren Feld der software-definierten Fertigung (SDM) stellt eine massive Chance für eine Vielzahl von Technologieanbietern und -implementierern dar", weiß Ryan Martin, Principal Analyst Industrial & Manufacturing, bei ABI Research.

Noch bringt Hardware das große Geld

Intelligent vernetzte Hardware stellt den größten Anteil des Umsatzes dar, der von 200 Mrd. Dollar im Jahr 2019 auf bemerkenswerte 800 Mrd. Dollar im Jahr 2030 zunehmen wird. Allerdings soll der Hardware-Anteil an den gesamten IIoT-Investitionen abnehmen und der Anteil von Software und Dienstleistungen zunehmen.

Nach der Hardware sind Daten- und Analyseservices das am schnellsten wachsende Segment, das laut Prognose im Jahr 2030 ein Volumen von mehr als 185 Mrd. Dollar erreichen soll (2019: 11 Milliarden Dollar) . "Da die Menge an benutzerdefiniertem Code, der für den Einsatz neuer Lösungen in der Fabrikhalle benötigt wird, abnimmt, wird sich das Umsatzwachstum im Bereich Daten- und Analyseservices beschleunigen", kommentiert Martin. "Industrie 4.0 schafft Millionen neuer Endpunkte, die miteinander verbunden werden müssen. Die bestehende Infrastruktur kann dies jedoch nicht unterstützen, was Umsatzchancen für Netzwerkspezialisten generiert."

So eröffnet sich z.B. bei Dienstleistungen rund um die Werkzeugmaschine bis 2030 ein Umsatzpotenzial von 134 Milliarden Dollar; bei Services für vernetzte speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) könnten es zum Ende des Prognosezeitraums 40 Milliarden Dollar sein..

Derzeit gibt es 260 Millionen digitale Fabrikanschlüsse; 230 Millionen davon sind Festnetzanschlüsse. Allerdings wird bis 2023 ein Großteil der 5,5 Milliarden digitalen Fabrikanschlüsse drahtlos sein. "Dies wird durch die steigende Zahl neu angeschlossener Endgeräte wie Sensoren, mobile Roboter oder Systeme zur Echtzeitlokalisierung und zur vorbeugende Wartung vorangetrieben", erläutert Ryan Martin.

China, USA Deutschland und Japan treiben das Wachstum

Zu den führenden Branchen, die diese Umsätze insgesamt antreiben, gehören die Automobil-, Schwermaschinen-, Lebensmittel-, Getränke-, Tabakwaren- und Elektronikindustrie. Und obwohl Industrie 4.0 ein globales Phänomen ist, wird sich etwa die Hälfte der weltweiten Umsatzchancen auf China und die USA konzentrieren, gefolgt von Deutschland und Japan. Darüber hinaus sind die Vereinigten Staaten in den meisten Branchen wie der Automobilindustrie führend, während China bei Maschinen, nichtmetallischen Mineralprodukten, Primärmetallen und Textilien jeweils Spitzenpositionen einnimmt.

"Es gibt eine lange und überzeugende Liste von digitalen Transformationstechnologien und Pilotprojekten, die jetzt in die Fabrikhallen Einzug halten. Die Unternehmen, die diese Möglichkeiten nutzen, haben die Vorteile erkannt und wollen skalieren, anstatt zu riskieren, dass sie auf Sicht ins Hintertreffen geraten", resümiert Martin. Die referierten Ergebnisse stammen aus dem Marktdatenbericht von ABI Research zur Digitalen Fabrik.

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