Hochleistungsrechner

EU investiert eine Milliarde Euro in Supercomputer

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

Die EU hat die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens beschlossen und investiert eine Milliarde Euro dafür.
Die EU hat die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens beschlossen und investiert eine Milliarde Euro dafür. (Bild: Pexels / CC0)

Supercomputer werden benötigt, um die wachsenden Datenmengen zu verarbeiten. Um diese auch in Europa zu etablieren, investiert die EU nun eine Milliarde Euro in den Ausbau der europäischen Hochleistungsinfrastruktur.

Der Ministerrat der EU hat vergangene Woche die Pläne der Kommission gebilligt, gemeinsam mit den Mitgliedstaaten in den Aufbau einer europäischen Hochleistungsrecheninfrastruktur zu investieren. Hierfür plane die EU die Entwicklung eines gemeinsamen Unternehmens für europäisches Hochleistungsrechnen (European High Performance Computing, EuroHPC), das die Ressourcen aus 25 europäischen Ländern bündeln soll, heißt es in einer Mitteilung. Hierfür sei eine Finanzierung in Höhe von einer Milliarde Euro vorgesehen; die Hälfte davon stamme aus dem EU-Haushalt und die andere Hälfte aus den teilnehmenden EU-Mitgliedstaaten. Zusätzliche Mittel in Höhe von über 400 Millionen Euro sollen von privaten Partnern kommen.

„Daten sind der Rohstoff unserer digitalen Wirtschaft. Wir brauchen Supercomputer, um sie zu verarbeiten, um künstliche Intelligenz zu entwickeln und um Lösungen für komplexe Fragen in Bereichen wie Gesundheit und Sicherheit zu finden“, so Andrus Ansip, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident der Kommission.

Zwei Supercomputer unten den Top 5 weltweit

Mit der Gründung will die EU den Aufbau von Hochleistungsrechen- und Dateninfrastrukturen ermöglichen und die diesbezügliche Forschung unterstützen. Hierfür sollen zwei Supercomputer in der EU angeschafft und eingerichtet werden, die zu den fünf führenden der Welt zählen. Zudem plant man weitere zwei Hochleistungsrechner anzuschaffen, die weltweit unter den 25 besten sind.

Das Unternehmen wird im November 2018 gegründet und soll laut Mitteilung bis Ende 2026 tätig sein. „Mithilfe seiner Kompetenzzentren wird es den Hochschulen, der Industrie, kleinen und mittleren Unternehmen sowie öffentlichen Stellen in Europa zur Seite stehen und ihnen Zugang zu einer breiten Palette von Ressourcen, Dienstleistungen und Instrumenten verschaffen, um ihre digitale Kompetenzen und die Innovation zu fördern“, sagte die für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige Kommissarin Mariya Gabriel.

Beteiligung von 25 Mitgliedsstaaten

Neben Deutschland, Frankreich und Luxemburg beteiligen sich folgende Länder an dem Projekt: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik und Ungarn.

Supercomputer sind in Europa kein Neuland: So beruht beispielsweise die Entwicklung neuer medizinischer Behandlungsmethoden in hohem Maße auf Supercomputer-Simulationen, die helfen, das Wesen von Krebs, Herzerkrankungen und Alzheimer sowie seltene genetische Störungen besser zu verstehen. Auch im Bereich der Cybersicherheit werden Hochleistungsrechner eingesetzt, um effiziente Verschlüsselungstechniken zu entwickeln, und um – in Verbindung mit künstlicher Intelligenz – Cyberangriffe genauer zu analysieren und die Reaktion darauf zu verbessern. Außerdem werden sie zur Untersuchung des Klimawandels und zur Wettervorhersage eingesetzt.

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