Part I: Auf dem Weg zu einer smarten Wertschöpfung

Erfolgreiche IoT-Geschäftsmodelle

| Autor / Redakteur: Jan Rodig / Redaktion IoT

IoT Geschäftsmodelle
IoT Geschäftsmodelle (Quelle: unsplash.com)

Das Internet der Dinge befeuert neue Geschäftsmodelle und eröffnet vor allem Industrieunternehmen ganz neue Möglichkeiten, Kosten einzusparen und sich gegenüber Wettbewerbern abzugrenzen. Dass es dabei nicht nur um die Technologie geht, sondern auch darum, das wertschöpfende Potenzial des IoT strategisch bewusst einzusetzen, um damit für Kunden relevante Probleme zu lösen, wird in der Unternehmenspraxis oft vernachlässigt.

Das Internet of Things (IoT) ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern in den meisten Branchen bereits Unternehmensrealität: Von 1096 Managern aus 17 Ländern haben 89 Prozent in den letzten zwölf Monaten ihr IoT-Budget erhöht und 41 Prozent gaben an, neue smarte und vernetzte Produkte oder Services entwickeln zu wollen.

Vor diesem Hintergrund stellen insbesondere die sinnvolle Weiterentwicklung bestehender Geschäftsmodelle und die Etablierung erfolgreicher neuer Geschäftsmodelle enorme Herausforderungen für viele Unternehmen dar – eine komplexe Aufgabe, denn durch das IoT stellen sich völlig neue Anforderungen an die Angebots- und Marktpositionierung, die Konfiguration der Wertschöpfungskette sowie die Ausrichtung des Erlösmodells.

IoT als Wachstumsstrategie

Das IoT eröffnet zahlreiche Wachstumsmöglichkeiten durch den Ausbau bestehender Monetarisierungsansätze und die Erschließung neuer Erlösquellen über eine Neugestaltung der Angebots- und Marktpositionierung. Insbesondere ergänzende digitale Services rund um das Kernprodukt gewinnen stark an Bedeutung, da sich die „Hardware“ vieler Hersteller zunehmend angleicht und somit herkömmliche Differenzierungmöglichkeiten abnehmen. Die typischen Stoßrichtungen solcher digitalen Zusatzangebote sind im B2B-Bereich beispielsweise eine größere Transparenz (z. B. Condition Monitoring), eine höhere Effizienz (z. B. Predictive Maintenance) oder eine einfachere Integration des Geräts bzw. der Anlage oder Maschine in die Produktionsumgebung des Kunden.

 Während gegenwärtig der Schwerpunkt der Aktivitäten noch stark auf dem Angebot kostenloser digitaler Zusatzleistungen sowie der Entwicklung neuer Angebote für bestehende Zielgruppen liegt, sind zukünftig deutlich stärker auch Marktentwicklungs- und Diversifikationstendenzen, das heißt die Erschließung neuer Zielgruppen durch IoT-Innovationen bzw. die Adressierung bislang nicht erschlossener Märkte mit neuen Services und Produkten, zu erwarten. Während solche Strategien bislang vorwiegend von Softwareunternehmen verfolgt werden, sollten auch Industrieunternehmen diese interessanten Wachstumsansätze nicht vernachlässigen.

Jedes größere Unternehmen wird mittelfristig zum Software-driven Business

Das IoT wird auch auf fast alle Aktivitäten der Wertschöpfungskette mittelfristig enormen Einfluss haben. Neben den bereits einschlägig bekannten Transformationen der Bereiche Produktion und Logistik (Industrie 4.0) ist insbesondere die Servicefunktion betroffen – neue Differenzierungsmöglichkeiten durch softwarebasierte Dienstleistungen (z. B. datengetriebene Wartungs- und Instandhaltungsservices oder Apps zur Steuerung des Smart Home) führen verstärkt zu “hybriden Produkten”, in denen das physische Produkt und entsprechende Dienstleistungen untrennbar miteinander verbunden sind.

Ein gutes Beispiel für eine datengetriebene Verschiebung der Wertschöpfung liefert KÄRCHER: Mittlerweile verkauft der Hersteller von Reinigungsgeräten und -systemen nicht mehr nur seine Produkte als solche, sondern vernetzt diese gleichzeitig mit einer Service-Cloud. Käufer der Reinigungsgeräte und Fahrzeugflotten können damit ihre Produkte in einem übersichtlichen Dashboard verorten, Unterauslastung vermeiden und über den Batteriestatus die Laderythmen besser steuern. Nur Basisfunktionen sind dabei kostenlos, Premiumfunktionen hingegen in der Serviceplattform zubuchbar.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen muss jedes größere Unternehmen mittelfristig auch zu einem Softwareunternehmen werden, um zukünftig im Wettbewerb bestehen zu können.

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