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Sopra Steria Managementkompass

Entscheidungen in Unternehmen: Von wegen datengetrieben!

| Redakteur: Jürgen Schreier

Viele deutsche Unternehmen wollen schneller auf Kundenwünsche und neue Wettbewerber reagieren und deshalb agiler entscheiden als bisher. Doch klaffen Wunsch und Wirklichkeit oft stark auseinander. Statt datenbasiert wird weiter intuitiv entschieden; auch der Hierarchieabbau kommt nur schleppend voran.

In deutschen Chefetagen wird immer noch recht "analog" entschieden - oft sogar aus dem Bauch heraus.
In deutschen Chefetagen wird immer noch recht "analog" entschieden - oft sogar aus dem Bauch heraus.
( Bild: Pixabay / CC0 )

Agiler entscheiden: Auf diese Weise wollen deutsche Unternehmen schneller auf die Wünsche ihrer Kunden reagieren und neuen Wettbewerbern die Stirn bieten. Acht von zehn Managern halten die Einführung entsprechender "agiler" Methoden und Strukturen für sinnvoll, sieben von zehn bewerten das eigene Unternehmen bereits jetzt zumindest für durchschnittlich agil.

Dennoch: Rein klassisch hierarchische Führungsmodelle finden sich noch in jedem vierten Unternehmen. Erst 14 Prozent haben den Umbruch zu einer agilen Organisation mit schnellen, flexiblen Entscheidungswegen geschafft. Zudem stützen sich Entscheider stärker auf Intuition als auf Daten und moderne Technik. Das sind die Ergebnisse der Studie „Potenzialanalyse agil entscheiden“, die Sopra Steria Consulting und das F.A.Z.-Institut vorgelegt haben.

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Agilität steht ganz oben auf der Agenda

Die Unternehmen erkennen quer durch alle Branchen und Größen, dass gewohnte Entscheidungsstrukturen nicht mehr funktionieren. Durch die globale Vernetzung und das Tempo der technologischen Entwicklung steigen der Entscheidungsdruck und die Komplexität, mit der sich Manager im Tagesgeschäft auseinandersetzen müssen. 60 Prozent der Führungskräfte geben an, dass sie Entscheidungen heute schneller treffen als noch vor fünf Jahren, so die Studie. Rund jeder Zweite (49 Prozent) muss zudem auch häufiger entscheiden.

„Wir befinden uns in einer Welt permanenten Wandels. Branchengrenzen verschwimmen und neue Geschäftsmodelle, Produkte und Services definieren den Wettbewerb neu“, erläutert Urs M. Krämer, CEO von Sopra Steria Consulting. „Die meisten Unternehmen haben erkannt, dass sie schneller und beweglicher werden müssen, um sich den veränderten Marktbedingungen besser anpassen zu können. Agilität steht deshalb auf der Agenda deutscher Führungskräfte weit oben.“ Die Studie bestätigt: Nur jeder zehnte Befragte sträubt sich explizit vor neuen Führungsmodellen und agilen Ansätzen.

Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Vor allem neue Anforderungen auf Kundenseite eine Rolle, wenn es um die Absicht geht, agiler zu entscheiden. Zwei von drei Führungskräften (63 Prozent) streben nach mehr Agilität, um schneller und individueller auf Kundenbedürfnisse reagieren zu können. Jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) will konkurrenzfähig bleiben oder die eigene Innovationskraft stärken (48 Prozent).

Die meisten Entscheider sehen ihr Unternehmen in punkto Agilität schon ganz gut aufgestellt. Im Vergleich zum Wettbewerb bewerten 44 Prozent der Befragten das eigene Unternehmen als durchschnittlich, 27 Prozent sogar als überdurchschnittlich agil. Beim Blick auf konkrete Veränderungen klaffen allerdings Wunsch und Wirklichkeit an vielen Stellen noch auseinander. Der Einsatz agiler Methoden wie Scrum und Kanban erfolgt keineswegs flächendeckend. Ein Viertel aller Unternehmen nutzt gar keine agilen Methoden, und erst 14 Prozent verfügen über ein rein agiles Führungsmodell.

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