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Kritische Infrastruktur Energieversorger verständigen sich auf 450-MHz-Joint-Venture

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Versorgungsbranche vollzieht den Schulterschluss für die 450-MHz-Funkfrequenzen. Der bisherige Inhaber des 450-MHz-Frequenzbandes und Funknetzbetreiber 450connect wird sich um die Frequenzen in dem von der Bundesnetzagentur derzeit vorbereiteten Vergabeverfahren bewerben.

450connect-Funkmast in Berlin-Mitte
450connect-Funkmast in Berlin-Mitte
(Bild: 450connect)

Vertreter der Energie- und Wasserwirtschaft in Deutschland haben sich in einer Absichtserklärung auf ein gemeinsames Branchenmodell für den Bau und Betrieb eines bundesweiten 450-MHz-Funknetzes geeinigt. Damit sind sie als Betreiber kritischer Infrastruktur darauf vorbereitet, die 450-MHz-Funkfrequenz gemeinsam zu nutzen. Voraussetzung für die Umsetzung ist die Zuweisung der Frequenzen durch die Bundesnetzagentur (BNetzA).

Die vier gleichberechtigten Gesellschafter des Joint Venture 450connect GmbH werden mit je 25 Prozent

  • der bisherige Eigentümer der 450connect, Alliander AG,
  • ein Konsortium kommunaler Regionalversorger,
  • die Regionalversorger der E.ON SE/innogy SE sowie
  • die Versorger-Allianz 450, ein Zusammenschluss von Stadtwerken, Energie- und Wasserversorgern unter Beteiligung der EnBW.

Zusammen stellen die Unternehmen auf 90 Prozent der Fläche Deutschlands die Energie- und Wasserversorgung sicher. Der Klimawandel erfordert die Umsetzung der Energiewende und Verkehrswende. Dieses erzwingt die Digitalisierung von Millionen von Netzelementen (u.a. Photovoltaik- Windkraftanlagen, Wärmepumpen und Ladesäulen für Elektromobilität) und zu deren Steuerung eine schwarzfallfeste, sichere und leistungsfähige Kommunikation. Die Anforderungen der Energiewirtschaft sind nur durch ein 450-MHz-Funknetz erfüllbar.

Bundesregierung soll das Vorgehen der BNetzA bestätigen

Die gemeinsame Betreibergesellschaft bietet alle Voraussetzungen, das Funknetz zügig und professionell zu errichten und zu betreiben. Dafür sprechen die vorhandene Standortinfrastruktur, die Finanzkraft der Energie- und Wasserwirtschaft sowie die Kompetenz des Betreibers 450connect und der Gesellschafter. Der bisherige Inhaber des 450-MHz-Frequenzbandes und Funknetzbetreiber 450connect wird sich um die Frequenzen in dem von der Bundesnetzagentur derzeit vorbereiteten Vergabeverfahren bewerben.

Die 2020 auslaufenden Nutzungsrechte sollen künftig vorrangig für Anwendungen kritischer Infrastrukturen der Energiewirtschaft bereitgestellt werden. Im Januar 2020 hatte die BNetzA das Vergabeverfahren unter dieser Prämisse gestartet, Eckpunkte veröffentlicht und Bedarfe abgefragt. Das Verfahren steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Bundesregierung die BNetzA nicht überstimmt und die Frequenzen entgegen der Prämisse doch den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zuweist.

Um unmittelbar den Ausbau des 450-MHz-Branchennetzes starten zu können, appellieren die künftigen Gesellschafter der 450connect an die Bundesregierung, das Vorgehen der BNetzA zu bestätigen und den noch bestehenden Vorbehalt im Interesse der Versorgungssicherheit, Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Klimawandels und der Umsetzung der Energie- und Verkehrswende aufzulösen.

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