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embedded world 2020: Besucherzahl mehr als halbiert

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Eindrücke und Kommentare von Ausstellern und Besuchern zur Embedded World

Einer der zwei Eingangsbereiche zur Embedded World am Mittwoch vormittag kurz nach 9 Uhr.
Einer der zwei Eingangsbereiche zur Embedded World am Mittwoch vormittag kurz nach 9 Uhr.
(Bild: Sebastian Gerstl / VCG)

„Unser Fazit nach drei Tagen embedded world als Aussteller: EIN DESASTER.

Wenn die offizielle Besucherzahl über einem Zehntel der ursprünglich beworbenen 30k Fachbesucher liegen sollte, würde ich das nicht glauben. Die wenigen Besucher waren dann (in dieser Reihenfolge) Studenten, Mitaussteller, Kugelschreibersammler und vereinzelt tatsächlich potentielle Kunden. Relevante Gespräche über die drei Tage hinweg konnte man an einer Hand abzählen.

Neidvoller Blick zu den Ausstellern, die nicht gekommen sind: Sie haben es absolut richtig gemacht. Erleichtertes Klatschen an den verbliebenen Ständen, als die Durchsage am Donnerstagabend kam, dass die Messe nun zu Ende ist.

Liebe Messeveranstalter: Ihr hättet allen eine riesigen Gefallen getan, wenn Ihr den Mumm gehabt hättet (wie andere auch), die Messe abzusagen oder zu verschieben. Das Schweigen und Abkassieren ist eine Hypothek, an der Ihr noch lange tragen werdet.“ Leserkommentar, 28.02.2020, 05:39

„Durch die Absagen der Technologietreiber für Embedded-Hardware wie Intel, arm, Xilinx, STMicro, Qualcom und Infineon sagten auch viele Hardwareentwickler kurzfristig die vereinbarten Termine auf der Messe ab. Das machte sich deutlich bei der Qualität und der Quantität der Gespräche am Stand bemerkbar. Beim Student Day am Donnerstag waren, anders als in der Vergangenheit, Studenten aus anderen Ländern deutlich in der Überzahl und Studierende von deutschen Hochschulen fehlten auffallend.“ Email an Elektronikpraxis, möchte anonym bleiben.

„Die [diesjährige] Messe ist nicht der Brüller, [als Aussteller hatte ich] deutlich weniger Besucher und eine größtenteils etwas merkwürdig ruhige Stimmung. Man konnte schon fast andächtig durch die Hallen wandeln. (Halle 4 mal ausgenommen) Aber letztlich sind wir und einige Mitaussteller, mit denen ich gesprochen habe,halbwegs zufrieden. Was auch oder vielleicht vor allem daran lag, dass es letztlich besser war als befürchtet. “ Leserkommentar, 27.02.2020, 08:13

„Mit Maske ist kaum jemand eingelaufen. Für mich war das heute ein sehr angenehmer Messetag als Fachbesucher. Die Stimmung würde ich fast als familiär bezeichnen. Alle gut gelaunt, die Flure ohne Gedränge und an den Ständen gefühlte 60% Auslastung. No-Handshake wird an fast allen Ständen betrieben. Finde ich generell besser so, das nasse Fische schütteln versuche ich seit Jahren zu vermeiden...“ Leserkommentar, 25.02.2020, 19:11

„Gefühlt sind mehr Aussteller durch die Hallen marschiert als Besucher. Ich erwarte, dass morgen ohne Student Day die Besucheranzahl noch mehr zurückgehen wird. Eine Verschiebung wäre für alle fair gewesen, so ist es ein absoluter Reinfall. Selten so was trauriges erlebt.“ Kommentar eines Ausstellers.

„Wir hatten entschieden, an der Messe teilzunehmen um herauszufinden, ob sich die Prognosen bewahrheiten würden. Wer nicht dabei war, darf auch nicht meckern.

Tatsächlich war die Messe deutlich schwächer besucht als alle früheren Ausgaben seit 1999, vielleicht nicht in absoluten Zahlen, definitiv aber in Relation zur Ausstellungsfläche. Es stellt sich am Ende also doch die Frage, ob die Messe wie geplant stattgefunden hat, oder doch nur trotz der Umstände.

Aus Sicht der Messe Nürnberg kann man wohl davon ausgehen, dass sie weitgehend planmäßig abgelaufen ist. Angesichts der von den Ausstellern komplett vorab geleisteten Zahlungen stellt sich allerdings die Frage, ob die Gegenleistung wie geplant erbracht wurde. Ganz gleich, welches Budget die Aussteller für die Messe aufgewandt haben, die erwarteten Besucherzahlen hat die Messe nicht ansatzweise dargestellt. Dabei ist auch dies Teil des Vertrages, den man als Aussteller mit der Messe eingeht, denn es wird ja mit Besucherzahlen geworben.

Die miserable Kommunikation im Vorfeld der Messe hat sicherlich dazu beigetragen, dass Besucher und Aussteller vollkommen verunsichert waren und sich teilweise auch aus diesem Grund entschieden haben, nicht zu erscheinen. Die Messe Nürnberg wir sich jetzt etwas einfallen lassen müssen, um den entstandenen Flurschaden zu begrenzen.

Es wird sich erweisen, ob die anwesenden und ferngebliebenen Aussteller die Gelder in den kommenden Jahren nicht anders verwenden. Natürlich kann der Veranstalter weiter den Kopf in den Sand stecken, oder kreative Ideen - z.B. einen Treue-Discount - für die Embedded 2021 entwickeln.

Die 2020er Messe wird sicher in unguter Erinnerung bleiben. Es müssen jetzt alle (!) daran arbeiten, dass der Event keinen dauerhaften Schaden nimmt.“ Andreas Bayer, DSP Systeme GmbH (in Halle 4 noch halbwegs gut aufgehoben).

„Nächstes Jahr ist das vergessen.“ - Ein regelmäßig provokanter Elektronikpraxis-Forenkommentator.

Der Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal elektronikpraxis erschienen.

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