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Nutzfahrzeuge Elektrisch angetrieben, autonom und ohne Fahrerhaus

| Autor: Thomas Kuther

Mit dem Kamag E-Wiesel AGV beginnt eine neue Ära im Bereich Fahrerlose Transportsysteme: Der elektrisch angetriebene Palettentransporter wird von einem Zentralrechner gelenkt, der beliebig viele Shuttles im Griff hat.

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Auf Nummer sicher: Mit dem Kamag E-Wiesel AGV wird der automatische Warentransport ökonomischer, sicherer und nachhaltiger.
Auf Nummer sicher: Mit dem Kamag E-Wiesel AGV wird der automatische Warentransport ökonomischer, sicherer und nachhaltiger.
(Bild: Kamag)

Automatische Logistiksysteme wie der E-Wiesel AGV (Automated Guided Vehicle) erschließen eine neue Dimension der Organisation von Logistikabläufen. Paletten aufnehmen, automatisch durch Spurführungssysteme geführt an dynamisch verteilte Ziele bringen und sich für den nächsten Auftrag bereitstellen – mit FTF (Fahrerlosen Transportfahrzeugen) der Kamag ein flüssiger Prozess, der völlig automatisiert abläuft.

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Bereits 2002 stellte der Komplettanbieter von Bodenbelägen Ulmer Uzin in Ulm die ersten autonom fahrenden Lkw in den Dienst. Die dieselgetriebenen Fahrzeuge ähnelten Standard-Lkw und sorgten mit ihren leeren Fahrerhäusern und den wie von Geisterhand drehenden Lenkrädern für Erstaunen. Jetzt wurden die Fahrzeuge durch den innovativen Kamag E-Wiesel AGV ersetzt, der bis zu 30 t Paletten vollautomatisch be- und entladen kann. Neben einer neuen Steuerungstechnik für den fahrerlosen Begegnungsverkehr wurde auch das Fahrzeugkonzept des elektrisch angetriebenen Fahrzeugs völlig verändert. Der E-Wiesel AGV kann von beiden Seiten aus beladen werden und verzichtet auch auf ein Fahrerhaus. „Unnötig“, sagt Peter Brenner, Area Sales Manager der Kamag-Muttergesellschaft Transporter Industry International Sales GmbH & Co. KG. „Elektroantrieb und die gesamte Steuerungstechnik von unserem Partner Götting sind zwischen den Achsen unter dem Koffer verbaut. Zudem lassen die Transporter sich auf diese Weise von hinten und vorn be- und entladen, während die früheren Lkw ein Wendemanöver einlegen mussten.“

Vollautomatische Fahrzeuge sichern die volle Flexibilität im Produktionsablauf

Bei Uzin Utz verbinden zwei E-Wiesel AGV zwei Produktionsstätten mit dem Zentrallager. Tobias Braun, der bei Uzin Utz den laufenden Betrieb der E-Wiesel AGV betreut, erläutert, warum den vollautomatischen Fahrzeugen bei dem Ulmer Unternehmen der Vorzug vor anderen Systemen gegeben wurde: „Mit dem E-Wiesel AGV sichern wir die volle Flexibilität im Produktionsablauf und verbauen unser Gelände nicht mit unflexiblen und sperrigen Rollenfördersystemen. Gegenüber dem Transport mit konventionellen Flurförderfahrzeugen sind die autonomen E-Wiesel AGV deutlich sicherer und günstiger. Und der neue Elektroantrieb passt in unsere Nachhaltigkeitsstrategie – ein nachhaltiges Produkt muss für uns mit einer nachhaltigen Produktion verbunden sein“.

Bei einem Hindernis stoppt der Kamag E-Wiesel AGV vollautomatisch

Im Ulmer Werk von Uzin Utz liegen jeweils rund 200 m zwischen Produktion und Lager. Früher wurden die palettierten Erzeugnisse wie Fliesenkleber oder Verlegemörtel mit Lkw transportiert, bis zu 50 Fahrten am Tag mit Schrittgeschwindigkeit waren nötig – eine anstrengende und monotone Arbeit die ständig Personal band. Heute fährt der Kamag E-Wiesel AGV im Begegnungsverkehr. Kommt ein Fußgänger in die Quere oder steht ein Auto im Weg, stoppt der E-Wiesel AGV und setzt automatisch seine Fahrt fort, wenn der Weg wieder frei ist. Redundante Systeme – Laserscanner und mechanische „Bumper“ – sorgen für ein hohes Maß an Sicherheit. Bereits die Vorgängermodelle des E-Wiesel AGV verursachten innerhalb ihrer 15 Dienstjahre keinen einzigen Unfall.

Beim Be- und Entladen wird der Akku mit Ladestrom versorgt

Zusätzliche Ladepausen entfallen beim Kamag E-Wiesel AGV. Während das Fahrzeug sich an die unterschiedlich hohen Rampen der einzelnen Hallen andockt und mittels eines Kettenförderantriebs vollautomatisch 14 Paletten einzieht, fährt ein Ladefinger aus und versorgt den Akku während der Beladung mit Ladestrom.

Elektroantrieb spart 16.000 Liter Diesel pro Jahr

Mit rund 700 t Transportleistung am Tag sind die Kamag E-Wiesel AGV ein wichtiger Beitrag zur effizienten Produktion bei der Uzin Utz AG. Jährlich sparen sie 16.000 l Diesel ein. Sie sorgen für Sicherheit, sind zuverlässig und flüsterleise und aus dem Betrieb heute nur schwer wegzudenken.

Dieser Beitrag ist bei unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS erschienen.

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