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Mensch-Roboter-Kooperation Eine neue Interaktionsebene von Mensch und Maschinen

Autor / Redakteur: Harald v. Heynitz / Mag. Victoria Sonnenberg

Der zunehmende Einsatz von Robotern und intelligenten Maschinen bringt einige Bedenken auf den Plan – eröffnet aber zeitgleich neue Chancen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust der Mitarbeiter ernst genommen werden.

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Roboter werden immer häufiger in der Arbeitswelt eingesetzt.
Roboter werden immer häufiger in der Arbeitswelt eingesetzt.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Geräte zur Kraftumsetzung – wie Mühlen, Kräne oder Seilwinden – sind der Menschheit seit Jahrtausenden bekannt. Mit dem Eintritt in das Zeitalter der Industrialisierung stieg nicht nur die Vielfältigkeit der Anwendungen von Maschinen und zugehörigen Werkzeugen, sondern auch deren Komplexität.

Spätestens mit der Verbreitung von Automaten und der durchgängigen Integration der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in technischen Arbeitsmitteln sind Maschinen zu einem wesentlichen, aber sehr anspruchsvollen Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden.

Einige Aufgaben haben die Maschinen vom Menschen mittlerweile komplett übernommen, weil sie schneller, kostengünstiger und verlässlicher sind.

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Quantensprung für den Maschineneinsatz durch die Automation

Besonders Roboter sind dann gut, wenn sie immer und immer wieder den gleichen monotonen Vorgang zu erledigen haben. Allerdings sind Spezialwissen und umfangreiche Schulungen oder Bedienungsanleitun- gen notwendig, um die Maschinen einrichten, betreiben oder warten zu können.

Ein absehbarer Quantensprung für den Maschi- neneinsatz zeichnet sich durch die Automation und Vernetzung von Maschinen ab – also durch die weitreichende Befähigung dieser technischen Systeme zum autonomen Handeln. Das Internet der Dinge überträgt dabei Kommunikationsstrukturen aus dem persönlichen Umfeld der Mitarbeiter auf industrielle Prozesse.

Der zunehmende Einsatz von Robotern, intelligenten Maschinen und wissensbasierten Systemen, die eigenständig Daten sammeln, Informationen austauschen und kontextbezogene Aktionen durchführen, wirft Bedenken auf und eröffnet gleichzeitig neue Chancen.

Steigender Innovationsdruck und zunehmende Produktvariationen

Wesentliche Treiber der Automation in der Fertigungsindustrie sind der steigende Innovationsdruck, die immer schnelleren Produktlebenszyklen, kürzere Auftragsvorlaufzeiten und die zunehmende Anzahl an Produktvarianten.

Allerdings sollten die Bedenken der Menschen ernst genommen werden, um nachhaltig Wettbewerbsvorteile realisieren zu können. Der Angst vor dem Arbeitsplatzverlust sollten Unternehmen den Mehrwert der Automation entgegenstellen. Darüber hinaus ist es wichtig, den Mitarbeitern Perspektiven in einer neu geordneten Produktionswelt aufzuzeigen.

Aufklärung und Qualifikationsprogramme für die Stammbelegschaft und die Definition zukünftiger HR-Profile im Recruiting sollten den eindringlichen Willen des Managements zur digitalen Transformation begleiten, um Technologieakzeptanz zu fördern oder sogar eine gewisse Begeisterung für Roboter und wissensbasierte Systeme zu entfachen. Aber Managerwille und Lernfähigkeit der Mitarbeiter sind nur ein Teil der Grundlagen für eine erfolgreiche Mensch-Maschine-Kooperation.

Grundsätzlich spielt die Sicherheit des Menschen die wichtigste Rolle. In der Fabrik der Zukunft braucht der Mensch nicht mehr mit Absperrvorrichtungen vor Robotern geschützt zu werden – sondern diese können dann auch hoch mobil arbeiten, als dritter Arm des Facharbeiters neben und mit ihm. Kamera- und sensorgestützte Schutzmechanismen lassen die Maschinen menschliches Gefährdungspotenzial erkennen und verhindern.

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