MIO

Eine Luxus-Zahnbürste aus dem 3D-Drucker

Seite: 2/3

Firma zum Thema

Obwohl Zare im 3D-Druck mit Metall erfolgreich unterwegs war, drängte sich die Idee einer Designer-Zahnbürste aus Metall nicht unbedingt auf. Auch nicht, als Andrea Pasquali vor zwei Jahren auf den renommierten österreichischen Designer Christoph Nussbaumer zuging, um mit ihm zusammen den Grundstein für ein weiteres Standbein zu schaffen.

Werkstoffe sind in der Zahnmedizin erprobt

Inspiriert von der gemeinsamen Begeisterung für die Geometriefreiheit, die mit additiven Fertigungsmethoden möglich ist, entstanden verschiedenste Ideen. Ziel war es, aus einem Gegenstand des alltäglichen Gebrauchs ein Luxusgut zu kreieren, das so noch nicht erhältlich war und formbedingt auch nur additiv herzustellen wäre. Letztlich entschied das Bauchgefühl. Die Wahl fiel auf eine „individualisierbare“ Zahnbürste aus Metall. Die Herstellkosten waren dabei nicht entscheidend. Das einzigartige Design, der Exklusivitätsgedanke sowie die Benutzerfreundlichkeit, in diesem Fall die Ergonomie, standen im Vordergrund.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Bei Zare im Prototyping und in der Kleinserienfertigung zuhause, führten diese Abhängigkeiten zu einem völlig neuen Ansatz. Warum die bisher 3D-gedruckten Zahnbürsten nicht aus Edelstahl oder Titan fertigen? Beide Materialien sind für den oralen Einsatz zertifiziert und im Bereich der Zahnmedizin im Einsatz. Edelstahl 316L ist in der Dentaltechnik verbreitet. Titan ist biokompatibel und insbesondere für Allergiker in hohem Maß attraktiv. Zudem strahlen beide Materialien die Wertigkeit und Exklusivität aus, die die neue Designer-Zahnbürste vermitteln sollte.

Die logische Ableitung: Beide Materialien eignen sich perfekt zur Herstellung der designerischen Vision. Zudem lässt sich mit einer M2 cusing Multilaser von Concept Laser eine sehr gute Oberflächenqualität erzielen. Vor allem im oralen Bereich kommt es aber auf eine perfekte Oberflächenqualität des Endproduktes an, weshalb eine rein manuelle Nacharbeit der Zahnbürste erfolgt, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen und maximalen Gebrauchskomfort zu gewährleisten.

Schön und zugleich funktional nützlich

Designer Christoph Nussbaumer arbeitete nach seinem Design-Studium in Italien für internationale Designagenturen in Salzburg (A), Mailand (I) und Boston (USA). Als Kopf einer von ihm gegründeten Designagentur in Novellara (Italien) konnte der gebürtige Österreicher bereits über 100 Design- und Industriepreise gewinnen. Zu seinen Stärken zählen anwendungsbezogene Ergonomie, Biomechanik im Sport und Branding.

Christoph Nussbaumer über die Entstehung der 3D-gedruckten Zahnbürste: „Ich erinnere mich noch sehr gut, als wir, Andrea Pasquali und ich, uns das erste Mal für ein neues Projekt in meinem Büro trafen. Wir dachten über ein Produkt nach, das die extreme formale Designfreiheit der additiven Fertigung abbilden konnte. Wir werteten mögliche Produkte wie Fahrräder, Lampen und Schmuck aus. Bei Schmuck hielten wir inne. Schmuck bedeutet handwerkliche Kunst in allen Phasen, von der Idee und Fertigung bis zur Veredelung. Auf der anderen Seite war uns auch klar: Wir wollten ein funktional nützliches Produkt kreieren. Ein Produkt, das man jeden Tag benutzt, wie z.B. eine Zahnbürste. Nützlich, exklusiv und nicht zu extravagant, denn man zeigt seine Zahnbürste nicht als Statussymbol. Letztendlich haben wir ein alltägliches Objekt in ein kostbares, personalisiertes Juwel verwandelt, welches den Besitzer jeden Tag begleitet, darüber hinaus aber zeitlos ist.“

Individualität gepaart mit griffigem Markennamen

Nach rund einem halben Jahr hatte man sich auf zwei Design-Varianten festgelegt, die jeweils in der Ausführung für Rechtshänder und Linkshänder sowie in zwei verschiedenen Materialien (Edelstahl 316L und Titan) erhältlich sind. Beide Design-Versionen wurden patentiert. Jede Zahnbürste hat eine Seriennummer und ist individualisierbar. Die Oberfläche kann matt, poliert oder galvanisiert geordert werden, oder in der Version "MIO Raw" ohne weitere Oberflächenbehandlung. Mit seinem ergonomischen Design und wechselbarem Borstenkopf, dessen Grundkörper aus Silber besteht, ist die 3D-gedruckte Zahnbürste extrem langlebig, individualisierbar und signalisiert ein neues Niveau der Wertigkeit in der Anmutung.

Eine hochwertige Verpackung, hergestellt mittels 3D-Kunststoffdruck hergestellt, soll diesen Eindruck unterstreichen. Das neue Produkt aus dem Consumer-Bereich erforderte aber auch eine andere Vermarktungsstrategie mit einem eigenen Markennamen, zur Entkoppelung eines Produzenten und Vermarkters vom bisherigen Profil eines Dienstleisters wie Zare.

(ID:44904688)