Drehteilefertigung

Ein Mittelständler zeigt, wie Industrie 4.0 geht

| Autor / Redakteur: Eduard Rüsing / Reinhold Schäfer

Materialumbuchungen als Industrie-4.0-Prozess

Eine andere Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen von August Weckermann und Gewatec ergab den automatisierten Buchungsvorgang einer kompletten Palette per Foto mit dem Tablet. Die Grundidee war, eine Palette mit mehreren Auftragskörben an einem Arbeitsplatz komplett an- und abzubuchen oder den Bearbeitungszustand umzubuchen von „halbfertig“ auf „fertig“ und nicht alle einzelnen Aufträge umständlich per Hand ummelden zu müssen.

An jedem Auftragskorb ist eine Laufkarte mit einem QR-Code angebracht, der Charge und Anzahl der Teile beinhaltet. Mit einem Android-Tablet, auf dem eine von Gewatec entwickelte App läuft, wird ein Foto von der Palette erstellt und die ausgewählte Umbuchung aller Laufkarten zum Beispiel von Abteilung A auf Abteilung B erfolgt dann automatisch. Das Besondere an der App ist, dass sie beliebig viele QR-Codes auf einem Foto identifizieren kann. „Die auf den gängigen Plattformen wie Playstore angebotenen Apps können nur einen einzigen QR-Code aus einem Foto herausziehen. Aber das Entscheidende: Mit dieser Tablet-Lösung, die für mich eine echte I4.0-Anwendung darstellt, sparen wir bei den Materialumbuchungen im Jahr etwa 800 Stunden Arbeitszeit“, erklärt der Juniorchef.

Der Fotosansatz mit dem Tablet wird auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. Der Lieferschein für die Außerhausfertigung bei Subunternehmen wie Galvanikfirmen wird bereits über Foto per Knopfdruck erstellt. Angedachte weitere Lösungen sind eine Anzeige der Wertschöpfung oder bei einem Qualitätsproblem die Anlage einer Sperrreklamation im System per Tablet.

„Die Prozesse, die wir aufgestellt haben, finden auch bei unseren Kunden Anerkennung, sodass zum Beispiel einer der größten eine Einordnung als C-Lieferant hochgestuft hat auf A-Lieferant“, freut sich David Duttlinger. Und er ist sich sicher: „Die Einführung des Gewatec-ERP und die damit verbundene Digitalisierung hat uns Stand heute mindestens eine Steigerung der Produktivität von 10 % eingebracht.“

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Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal MaschinenMarkt erschienen.

* Eduard Rüsing ist freier Fachjournalist in 76227 Karlsruhe.

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