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Management Statement „Ein einheitlicher Standard nimmt die Komplexität aus der Konstruktion“

Auf dem Weg zur vollständig vernetzten Produktionsumgebung schaffen offene Industriestandards eine gemeinsame Architektur. Das ist wichtig, um Inkompatibilitäten gewachsener Maschinenparks zu überwinden. Ein Gespräch mit Dr. Roland Aubauer von CAPTRON über die Open Industry 4.0 Alliance und die Zukunft der deutschen Industrie.

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Offene Standards könnten die industrielle Vernetzung gerade in historisch gewachsenen Maschinenparks vereinfachen und beschleunigen.
Offene Standards könnten die industrielle Vernetzung gerade in historisch gewachsenen Maschinenparks vereinfachen und beschleunigen.
(Bild: CAPTRON / ©greenbutterfly - stock.adobe.com)

Herr Dr. Aubauer, Ihr Unternehmen blickt als Sensorhersteller für die verarbeitende Industrie auf über drei Jahrzehnte Erfahrung zurück. Seit letztem Jahr ist CAPTRON Mitglied der Open Industry 4.0 Alliance. Warum sind Sie der Initiative beigetreten?

Momentan befindet sich die Industrie in einem spannenden Umbruch. Künftig sollen alle Komponenten innerhalb einer Produktionsanlage untereinander vernetzt sein und Informationen austauschen. Hier gibt es jedoch noch Hürden zu überwinden. Nicht alle Geräte stammen vom gleichen Hersteller und sind kompatibel – zum Teil sind verschiedene Cloud-Lösungen für die Sammlung der Daten im Einsatz. Die Open Industry 4.0 Alliance setzt hier an. CAPTRON hat sich dieser Allianz angeschlossen, um daran mitzuarbeiten, eine gemeinsame Architektur auf Basis offener Industriestandards auszuarbeiten. Sie soll es ermöglichen, Daten nicht nur zu generieren, sondern die Informationen sinnhaft zusammenzuführen, auszuwerten und so Unternehmen zu ermöglichen, fundierte Entscheidungen schneller treffen zu können.

Wie beurteilen Sie den Synergieeffekt solcher Business-Ökosysteme, beispielsweise für den Wissenstransfer über Unternehmensgrenzen hinweg?

Dr. Roland Aubauer, Director Research and Development bei CAPTRON Electronic GmbH
Dr. Roland Aubauer, Director Research and Development bei CAPTRON Electronic GmbH
(Bild: CAPTRON Electronic GmbH)

In der Produktion werden in der Regel eine Vielzahl an Maschinen unterschiedlicher Hersteller verwendet. Um die Vorteile der Vernetzung über den gesamten Produktionsprozess zu nutzen, integrieren die Produzenten Teillösungen verschiedener Anbieter in ihre Systeme.

Alle Hersteller, die in der Allianz aktiv sind, wollen daher einen offenen Standard vorantreiben und gemeinsam auf Kunden zugehen. So können wir diesen eine umfangreichere Gesamtlösung anbieten und gleichzeitig einen größeren Mehrwert für alle schaffen. Davon sind wir überzeugt.

Der größte Synergieeffekt für den Kunden ist aber sicher die Integration. Der Anwender muss nicht alle Schnittstellen der involvierten Komponenten einzeln lernen und selbst integrieren, denn ein einheitlicher Standard nimmt die Komplexität aus der Konstruktion.

Das klingt nach einer Win-Win-Situation. Sehen Sie in einem solchen Zusammenschluss auch ein gewisses Risikopotenzial?

Aus unserer Sicht ist genau das Gegenteil der Fall: Dank des offenen Ansatzes der Alliance ohne Vendor Lock-in wird das Risiko sowohl für Mitglieder des Konsortiums als auch für Kunden minimiert. Anlagenbetreiber beispielsweise haben die Gewissheit, dass alle Komponenten in ihrer Anlage nahtlos ineinandergreifen. Für uns als Mitglied eröffnet der Zusammenschluss das Potenzial, nahtlos mit Geschäftspartnern, Betreibern und Serviceanbietern zusammenzuarbeiten, Kompetenzen zu bündeln, Synergien zu nutzen und so gemeinsam neue Kunden zu adressieren. Gemeinsam können wir echten Mehrwert schaffen, das Thema Industrie 4.0 effizienter angehen und Betreibern ermöglichen, ihr Business auf die nächste Ebene zu heben.

Offene Industriestandards sind aktuell also ein effektives Mittel, um Interoperabilität zu gewährleisten. Wird das so bleiben, beziehungsweise wie relevant werden sie zukünftig?

Durch die intelligente Vernetzung aller Komponenten bei einem offenen Industriestandard lassen sich neue Geschäftsmodelle und Anwendungsszenarien jetzt erst ermöglichen. Neue Geräte oder Komponenten müssen nicht mehr einzeln installiert, sondern können durch den einheitlichen Standard zentral verwaltet und automatisiert konfiguriert werden. Offene Industriestandards werden künftig noch relevanter, um eine höhere Qualität sowie schnellere Markeinführungszeiten zu sichern. Die Prozesse und Qualität werden optimiert und wir können schneller auf Produktionsanforderungen reagieren.

Stichwort Digitale Transformation. Welche Rolle spielen Netzwerke wie die Open Industry 4.0 Alliance für die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens und der deutschen Industrie allgemein?

Für CAPTRON als Hersteller ist es wichtig, bei der Entwicklung eines solchen Netzwerkes von Anfang an dabei zu sein. Auch um zu sehen, in welche Richtung es geht und selbst neue Geschäftsmodelle im Bereich Services aufbauen zu können. Wir arbeiten parallel an Produkten, die genau dafür geeignet sind, diese Vernetzung von Sensoren zu ermöglichen. Und wir versprechen uns viel davon - besonders im Industrie-4.0-Bereich. Gerade, weil CAPTRON ein vergleichsweise kleines Unternehmen ist, können wir schneller und flexibler agieren, als die ganz Großen.

Es gibt heute noch eine Vielzahl bestehender Anlagen, die eingefahren sind und gut laufen, bei denen man die hohen Investitionen derzeit noch nicht tätigen möchte. Ziel der Allianz ist es, genau bei diesen Brownfield-Investitionen anzusetzen und Anlagen durch zusätzliche Komponenten vernetzbar zu machen und die Mehrwerte Stück für Stück reinzubringen.

* Dr. Roland Aubauer arbeitet als Director Research and Development bei CAPTRON Electronic GmbH.

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