SmartAssembly Trainer Ein Arbeitsplatz, der mitdenkt

Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Silke Höffken

Der Gütersloher Weiße-Ware-Hersteller Miele und Fraunhofer in Lemgo haben einen „SmartAssembly Trainer“ entwickelt. Der intelligente Montageplatz nutzt „Augmented Reality“, um das Anlernen und die Weiterbildung neuer Mitarbeiter oder Azubis zu unterstützen.

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Mit dem SmartAssembly Trainer zeigen Fraunhofer und Miele die aktuellen Möglichkeiten technischer Assistenten.
Mit dem SmartAssembly Trainer zeigen Fraunhofer und Miele die aktuellen Möglichkeiten technischer Assistenten.
(Bild: Fraunhofer IOSB-INA)

Beim SmartAssembly Trainer handelt es sich um ein Kooperationsprojekt des Hausgeräteherstellers Miele und dem Fraunhofer-Anwendungszentrum für industrielle Automation in Lemgo. Seit August 2016 trieb den Hausgerätehersteller und seinen die Frage um, wie ungelernte Kräfte einfacher und flexibler mit Montageprozessen vertraut gemacht werden können. Ziel war, die Einarbeitungszeiten zu verkürzen, handwerkliche Ausbildungsinhalte präzise und intuitiver zu vermitteln und gleichzeitig mehr Raum für sich ändernde Produkteigenschaften zu schaffen.

Ein Freiheitsgrad mehr: Die AR-Brille hat ausgedient

Die Lösung dieser anspruchsvollen Aufgabe ist der SmartAssembly Trainer, den das Kooperationsteam in der SmartFactory OWL, der Entwicklungsfabrik der Hochschule und der Fraunhofer-Gesellschaft in Lemgo, entwickelte. Im Mittelpunkt des neuartigen Arbeitsplatzes steht – anders als zu erwarten - nicht das Produkt oder die technische Hilfestellung, sondern der Mitarbeiter. Das Assistenzsystem projiziert mit Hilfe eines Beamers Bilder und Videos direkt auf die Arbeitsfläche. Benötigte Bauteile werden Schritt für Schritt und in Echtzeit in den integrierten Fächern angezeigt.

Das Assistenzsystem projiziert Bilder und Videos direkt auf die Arbeitsfläche. Die benötigten Bauteile werden Schritt für Schritt und in Echtzeit in den integrierten Fächern angezeigt.
Das Assistenzsystem projiziert Bilder und Videos direkt auf die Arbeitsfläche. Die benötigten Bauteile werden Schritt für Schritt und in Echtzeit in den integrierten Fächern angezeigt.
(Bild: Fraunhofer IOSB-INA)

Die Bedienung der interaktiven Schulung erfolgt über einen Touchscreen oder – noch komfortabler – mittels Gesten direkt auf dem Tisch. Möglich macht das eine Tiefen-Kamera über dem Montageplatz. AR-Brille, Helm, Kabel oder Akkus

werden dadurch überflüssig. Der auszubildende Werker kann sich völlig frei bewegen.

Flexibler Trainer für vielfältige Montageaufgaben

Worin besteht nun ganz konkret der Nutzen des Systems? Der (zu schulende) Monteur kann zu jeder Zeit jeden Montageschritt mitverfolgen und erlernen. Der Montageprozess wird lückenlos und transparent dokumentiert, was wiederum einen praktischen Beitrag zur Qualitätssicherung darstellt.

Nach Angaben der Fraunhofer-Entwickler ist das System flexibel, weil die Bauteilpalette ohne großen Aufwand umgestellt werden kann. Die Folge: Es lassen sich verschiedene Produkte montieren. Die optischen Lernhilfen können sukzessive zu- oder abgeschaltet werden, sodass nach der Anlernphase auch ohne visuelle Unterstützung montiert werden kann.

Christoph Holtkötter, Leiter MWS Koordination und Training in Gütersloh, ist stolz auf das Projektergebnis: „Die Zusammenarbeit mit Fraunhofer in Lemgo war ausgesprochen gut. In kurzer Zeit haben wir eine kreative und nützliche Lösung geschaffen. Das Assistenzsystem werden wir nun in unsere Lerninsel integrieren, um zukünftige Einsatzmöglichkeiten zu erschließen und Erfahrungen für den Serieneinsatz zu sammeln."

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