IT-Dokumentation Edge Data Center: Klare Sicht für die entfernte Ecke

Ein Gastbeitrag von Oliver Lindner*

Edge Data Center sind im Kommen. Doch sie machen die Verwaltung und Wartung der Gesamt-IT komplizierter – eine Herausforderung bei immer kleiner werdenden IT-Teams. Abhilfe schafft eine vollständige und transparente Dokumentation der IT-Infrastruktur.

Anbieter zum Thema

Teile der Datenverarbeitung in Edge Data Center zu verlagern, bringt neben Performance-Vorteilen auch einige Herausforderungen mit sich.
Teile der Datenverarbeitung in Edge Data Center zu verlagern, bringt neben Performance-Vorteilen auch einige Herausforderungen mit sich.
(Bild: Michael Traitov - stock.adobe.com)

Edge Data Center sind gerade im IoT-Umfeld sinnvoll, weil sie hohe Latenzen vermeiden und vor Ort größere Datenmengen verarbeiten können. Sie entziehen sich damit aber dem direkten Zugriff der Mitarbeiter der zentralen IT. Das führt schnell zu unterschiedlichen Herausforderungen: Beispielsweise wird die Fehlersuche erschwert, wenn Geräte ausfallen oder nicht die Leistung bringen, die sie sollen. Hierzu muss die IT lokale Techniker in Kenntnis setzen, was zu tun ist. Außerdem sollte die zentrale IT ein klares Bild über die Verhältnisse vor Ort haben, um die Techniker entsprechend instruieren zu können.

Einfach ist es, wenn die IT-Hardware des Edge Data Centers in einem professionellen Colocation Data Center untergebracht ist, wo die IT sich auf geschulte Mitarbeiter verlassen kann. Anders ist die Lage, wenn das Edge Data Center in einem abgetrennten Bereich einer Produktionshalle steht und sich Mitarbeiter vor Ort mit der IT gar nicht auskennen. Noch größer sind die Probleme, wenn es gilt, in solchen Umgebungen Teile der Technik zu tauschen, zu erweitern und neue Server zu installieren. Ist bekannt, was verbaut ist, kann man das Ersatzteil gleich mitnehmen und spart sich eine weitere Anfahrt. Bei Erweiterungen muss sichergestellt sein, dass die Klimaleistung dafür noch ausreicht und die Stromversorgung redundant und groß genug auslegt ist, um die neue Hardware versorgen zu können. Diese Herausforderungen setzen sich bei der Netzwerkverkabelung und -konfiguration sowie der Glasfaser-Anbindung fort.

Oft haben große Firmen nicht nur ein Edge Data Center, sondern etliche davon an wichtigen Partnerstandorten oder verteilt über verschiedene Länder. Der IT-Management-Aufwand steigt damit enorm an. Zur Kostenoptimierung ist es deshalb wichtig, nicht mehrfach IT-Mitarbeiter für kleinere Wartungsarbeiten oder Veränderungen vor Ort entsenden zu müssen, sondern diese Einsätze genau zu planen und mehrere Anpassungen in einem Rutsch durchzuführen. Eine vernünftige Steuerung externer Dienstleister setzt aber eine gute Dokumentation voraus, um Ort, Art und Umfang der zu delegierenden Aufgaben zu bestimmen. Stimmt die Dokumentation nicht mit der Realität überein, führt das zu Rückfragen der Dienstleister sowie zu Verzögerungen und Fehlern. Die aktuelle Dokumentation ist der Garant für die effiziente Umsetzung der Aufgaben.

Bildergalerie

Exceltabellen schlagen nicht Alarm

Oft gibt es eine falsche Vorstellung davon, was eine IT- und Technik-Dokumentation leistet. Es handelt sich dabei um weit mehr als eine tote Ansammlung von erfassten Daten und Fakten, wie sie häufig in Excel-Tabellen bei Unternehmen vorliegt. Eine gute Software wie FNT Command besitzt eine große Datenbank von IT-Hardware. Sie kennt die Stromverbräuche der Geräte und weiß, wie viele Ports ein Switch hat. So können Techniker gar nicht erst mehrere Patch-Kabel auf einen Port legen – etwas, das Excel-Tabellen klaglos hinnehmen. Die Software berechnet Stromverbräuche und warnt, wenn ‚redundante‘ Stromnetze am selben Anschlusspunkt enden. Sie kann auch dynamisch auf Veränderungen reagieren.

Darüber hinaus kann eine IT-Dokumentationssoftware diverse physische Gegebenheiten erfassen und daraus ein interaktives 3D-Bild erzeugen. So haben Techniker ein genaues Bild davon, wo sich betroffene Geräte befinden und welche Kabel beispielsweise neu zu patchen sind – die Software leitet den Techniker an die richtige Stelle. Auf Wunsch funktioniert das auch mit AR-Brille. Letztlich führt das zu einer deutlich geringeren Fehlerquote. Das gilt insbesondere bei Edge Data Centern, bei denen die zentrale IT nicht selbst kontrollieren kann, ob die Anweisungen korrekt umgesetzt wurden.

Gleichzeitig erlaubt die Software auch gleich die Erfassung der vorgenommenen Änderungen. Dies ist für die Mitarbeiter im Edge Center besonders einfach, weil sie lediglich per Klick den Planungsstand zum Ist-Stand machen müssen.

Planungen mit Effizienzberechnungen

Besonders hilfreich erweist sich eine umfassende Dokumentation bei Planungen, weil sie Bandbreiten, Stromverbräuche, Internet-Anbindung, den Platzbedarf, Abwärmemengen und vieles mehr kennt. Sie kann für zukünftige Szenarien berechnen, was Änderungen in Bezug auf die Effizienz, Stromlast, Latenzen und Datentransfers an Kosteneinsparungen und Performance-Gewinnen bringen. Damit ist in sehr kurzer Zeit das Durchspielen mehrere Lösungen möglich. Für die Verantwortlichen liefern die Szenarien eine detailreiche Grundlage dafür, eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Mit der richtigen Anbindung an die Unternehmens-IT-Infrastruktur übergibt die Software die notwendigen Beschaffungen an das ERP-System. Das vereinfacht nicht nur die Beschaffung, sondern vermeidet an dieser Stelle Fehlkäufe, weil Gerätebezeichnungen falsch kommuniziert wurden. Die Planungen können anschließend direkt genutzt werden, um die IT entsprechend in Kenntnis zu setzen und die Veränderungen automatisch in den Datenbestand zu übernehmen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Genau genommen stellt eine umfassende Dokumentation der IT bereits eine vorgezogene Planung für zukünftige Investitionen und Anpassungen an neue Herausforderungen dar.

Für Edge Computing ist ein IT-Infrastruktur-Management unerlässlich

Teile der Datenverarbeitung in Edge Data Center zu verlagern, bringt zwar Performance-Vorteile, erzeugt für die Unternehmens-IT aber zusätzliche Komplexität. Diesen strategischen Nachteil kann ein sauberes IT-Infrastruktur-Management mehr als ausgleichen, insbesondere wenn sie in einer Datenbasis alle Informationen für alle Rechenzentren des Unternehmens bereitstellt. Damit lassen sich externe Data Center ebenso effizient managen und betreiben wie ein einzelnes internes Data Center. Gleichzeitig ergeben sich durch die vollständige Erfassung weitere Vorteile.

Durch die Einführung einer umfassenden IT-Dokumentation eliminieren Unternehmen Risiken und Gefahrenquellen, die ohne eine detaillierte Erfassung unerkannt geblieben wären. Wer keine unliebsamen Überraschungen in seinen Data Centern erleben will, sollte sofort ein entsprechendes Projekt aufsetzen. Wir haben schon erlebt, dass dabei lang verschollene Hardware plötzlich aufgetaucht ist oder Server-Racks ohne jegliche Netzwerkverbindungen jahrelang vor sich hinliefen.