See what I see Echtzeitschulung mit Datenbrillen

Redakteur: Jürgen Schreier

Mit dem Xpert-Eye-System von AMA - bestehend aus Datenbrille, Smartphone und Software - können Unternehmen ihren Mitarbeitern Kompetenzen "hautnah" und realtime vermitteln - nämlich während des laufenden Arbeitsprozess.

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Bei Wartungsaufgaben hilft die Datenbrille, auch knifflige Fälle zu lösen.
Bei Wartungsaufgaben hilft die Datenbrille, auch knifflige Fälle zu lösen.
(Bild: AMA)

Kompetenzen für die Industrie und in der Medizin direkt im Job vermitteln: Die „See what I see“-Datenbrillen-Lösung Xpert Eye des französischen Herstellers AMA SA macht dies möglich. AMA Xpert Eye ist ein ein mobil einsetzbares System. Es besteht aus Datenbrille, Smartphone und der Xpert Eye Software.

Oft werden Kompetenzen dank neuer Produktionstechnologien schlagartig und es müssen schnell neue Kompetenzen vermittelt bzw. erworben werden - und das möglichst passgenau auf spezifische Veränderungen der Anforderungen zugeschnitten, dazu betriebsnah oder gar integriert in den laufenden Arbeitsprozess. Überall dort, wo ein Mitarbeiter vor Ort Unterstützung durch einen weit entfernten Experten benötigt, bietet Xpert Eye eine einfache und sehr effektive Lösung.

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Der Experte sieht über die Datenbrille, die der Vor-Ort-Kollege trägt, die aktuellen Situation und erkennt so, welches Problem vorliegt, das es zu beheben gilt. Er kann dann per Sprachübertragung oder auch über das direkte Einzeichnen in das Bild des Brillenträgers auf Details oder zu tätigende "Handgriffe" hinweisen und diese dann einfach am vorliegenden Fall erklären. Der Mitarbeiter vor Ort kann problemlos weiterarbeiten, da er beide Hände frei hat.

Kompetenzen schnell dorthin bringen, wo sie gebraucht werden

Er wird somit direkt vom Experten angeleitet werden und lernt dabei. Dies hilft, Kompetenzen in viel kürzerer Zeit dorthin zu bringen, wo sie gerade gebraucht werden. Außerdem muss der Experte nicht direkt vor Ort sein, um seinem Vor-Ort-Kollegen schnell und effizient helfen zu können. Besonders praktisch ist diese Lösung im Außeneinsatz -etwa bei der Montage, Wartung oder Reparatur von Energieanlagen. Der französische Bahnbetreiber Keolis Commuter Services setzt solche Systeme unter anderem bei der Reparatur von Regionalzügen im US-Bundesstaat Massachusetts - Großraum Boston - ein.

Im medizinischen Umfeld kann Xpert Eye bei komplexen Operationen ebenso genutzt werden wie beim Einsatz von Rettungssanitätern. Oft benötigen behandelnde Ärzte, die für einen speziellen Bereich nicht ausgebildet sind, operative Hilfe von Experten, die überall auf der Welt verstreut sind. In solchen Fällen gestattet Xpert Eye die direkte Verbindung mit dem Experten in Echtzeit, der dann wiederum dem Arzt im Behandlungszimmer schnell und unkompliziert anleiten kann.

SIB-zertifiziert für den Einsatz im Gesundheitswesen

Auch Rettungssanitäter sehen sich oft mit Situationen konfrontiert, in denen sie Hilfe von Fachärzten benötigen, die aber gerade nicht greifbar sind. Mit Xpert Eye kann sich ein Sanitäter Hilfe von überall direkt vor Ort holen und gerade in Situationen, in denen Sekunden über die Gesundheit eines Patienten entscheiden, die nötige Entscheidungshilfe erhalten. Zusätzlich können Ärzte in Notfallsituationen Rettungssanitätern schnell dabei unterstützen, die richtige Entscheidung für die Weiterbehandlung und damit den Transport in das richtige Krankenhaus zu treffen.

In Frankreich kommt AMA Xpert Eye bereits in zahlreichen medizinischen Einrichtungen zum Einsatz. Für die Nutzung im Gesundheitswesen sind wegen des Schutzes von Patientendaten spezielle Zertifizierungen unabdingbar. Xpert Eye bietet laut Hersteller maximalen Datenschutz und hat deshalb eine offizielle Zertifizierung des französischen SIB erhalten. Das SIB ist eine öffentliche Einrichtung der Zusammenarbeit von Krankenhäusern spezialisiert auf IT-Dienstleistungen für Gesundheitseinrichtungen.

Das französische Gesundheitsministerium hat das Hosten von persönlichen Gesundheitsdaten durch die öffentliche Interessengemeinschaft für medizinische Informatik Le groupement d'intérêt public Santé Informatique de Bretagne, kurz SIB, zugelassen. Vergleichbares wird nun für Deutschland angestrebt.

Die Ausbildung bekommt plötzlich einen Praxisbezug

Prof. Dr. Manfred Bornewasser von der Universität Greifswald ist Experte für den Bereich Ausbildungs- sowie Kompetenzmanagement in Unternehmen und beschäftigt sich seit einiger Zeit mit der Digitalisierung dieser Bereiche. Dabei ist er rasch auf Lösungen wie Xpert Eye gestoßen. Er sieht hier großes Potential zur Optimierung der betrieblichen Aus- und Weiterbildung.

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„Durch Xpert Eye können Mitarbeiter oder auch Auszubildende von überall aus von Experten angeleitet werden und dabei bei der Arbeit lernen, da sie durch die Umsetzung mit einer Datenbrille die Hände für die eigentliche Arbeit frei haben. Dies kann man nun sowohl auf jegliches Industrieumfeld als auch auf den Medizinbereich anwenden. Zusätzlich ist zum Beispiel auch vorstellbar, dies in der Ausbildung in Berufsschulen oder Universitäten erfolgreich einzusetzen. Lernende können theoretisches Wissen sehr einfach im Praxiseinsatz miterleben, was einen enormen Vorteil bietet, da die Lernenden schon während der Ausbildung einen Praxisbezug bekommen und diesen nicht erst in Praktika oder ab ihrem ersten Arbeitstag erlangen. Xpert Eye bringt Auszubildende und Studenten direkt ins Werk, an die Maschine oder in den OP“, so der Fortbildungsexperte.

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