Expertenbeitrag

Dr.  Hans Christoph Dönges

Dr. Hans Christoph Dönges

Vorstand, SALT Solutions GmbH - Part of Accenture

Trend-Dossier 2021 Dreisprung zur resilienten Supply Chain

Autor / Redakteur: Dr. Hans Christoph Dönges / Lea Täufer

Covid-19 hat gezeigt, wie wichtig Vernetzung für die Handlungsfähigkeit in Krisen ist. Die IoT-Technik 2021 hilft Unternehmen dabei, Effizienz und Resilienz zu gewährleisten.

Firmen zum Thema

Die Entwicklung des Internet of Things ist und bleibt unaufhaltsam. Welche Trends stehen im Jahr 2021 an?
Die Entwicklung des Internet of Things ist und bleibt unaufhaltsam. Welche Trends stehen im Jahr 2021 an?
(Bild: pixabay)

Viele Unternehmen sind durch die Pandemie auf ein Problem gestoßen: Die Lieferketten waren nicht gut genug auf so eine große Herausforderung vorbereitet. Laut der aktuellen Studie „Digitale Erfolgsfaktoren für resiliente Wertschöpfungsketten“ der Bundesvereinigung Logistik (BVL) hatten viele Unternehmen die größten Schwierigkeiten mit der Beschaffung und den damit einhergehenden Kostenerhöhungen.

Die Probleme in Produktion und Distribution fielen hingegen weniger ins Gewicht und Sicherheits- und Hygienethemen haben die meisten gut kompensiert. Was also sollten Unternehmen tun, um künftig besser gewappnet zu sein? In erster Linie hängt die Resilienz von Supply Chains eng mit Digitalisierung und IoT-Technologien zusammen, eine Schlüsselrolle spielen dabei hybride Cloud-/Edge-Lösungen, Digitale Zwillinge, Big Data, Künstliche Intelligenz beziehungsweise Machine Learning.

Der Dreisprung zur resilienten Supply Chain

Der Weg zur Resilienz verläuft über drei Digitalisierungsstufen: Transparenz über sämtliche Prozesse ist die Bedingungen dafür,vorausschauend planen und automatisch Reaktionen auszulösen zu können.

Nehmen wir das Beispiel Multisourcing: Um bei Störungen (wie etwa den Corona-bedingten Grenzschließungen) auf alternative Lieferanten zugreifen zu können, müssen im IT-System mehrere Alternativen angelegt sein. Das System verhilft zu Transparenz über die Vielzahl an Möglichkeiten und ist als Entscheidungshilfe für die Einkäufer sehr hilfreich, um diese steigende Zahl an Lieferanten bewirtschaften zu können. Auf Basis der vorhandenen Daten können gewisse Einkaufsentscheidungen dann vollständig automatisiert werden.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Planungssicherheit: Je früher Entscheider von gravierenden Ereignissen wissen, desto besser können sie sich darauf einstellen. Dafür gibt es mittlerweile extrem schnelle Frühwarnsysteme, die beispielsweise Informationen von Twitter analysieren, sowie Lösungen zur automatischen Priorisierung von Kunden- und Fertigungsaufträgen oder zur automatischen Neudisposition von Transportressourcen.

Der Weg zur Smart Factory

Ein perfekt abgestimmter hybrider Mix aus Cloud- und Edge- und heute noch On-Premise-Computing stellt die technologische Basis für die Smart Factory dar und versetzt produzierende Unternehmen am besten dazu in die Lage, von den modernen IoT-Technologien zu profitieren. Dabei wird der Fokus im Jahr 2021 und weit darüber hinaus klar auf Cloud und Edge liegen, da nur diese Technologien genügend Flexibilität und Skalierbarkeit bieten und mit End-to-End-Vernetzung der gesamten Supply Chain den Dreisprung Transparenz, Vorausschau und Automatisierung ermöglichen.

In der digitalen Supply Chain und der Smart Factory fallen riesige Datenmengen an. Um aus ihnen die richtigen Entscheidungen für alle Prozesse abzuleiten, spielt die Erstellung von Digitalen Zwillingen, also virtuellen Abbildern der realen Anlagen, Prozesse und Objekte, eine wichtige Rolle. Über sie werden die Prozesse in Echtzeit beobachtet und die dort gesammelten Daten ermöglichen es bei entsprechender kluger Auswertung, fundierte Entscheidungen für alle prozessorientierten Maßnahmen zu treffen. Um aus den Daten den größtmöglichen Mehrwert zu schöpfen, kommen die verschiedensten IoT-Technologien zum Einsatz, wie Künstliche Intelligenz, Robotik, fortgeschrittene Sensorik oder der neue Mobilfunkstandard 5G. All das sind extrem starke Tools, doch wir müssen sie maßgeschneidert für die Erreichung von resilienten Supply Chains einsetzen.

(ID:47048612)

Über den Autor

Dr.  Hans Christoph Dönges

Dr. Hans Christoph Dönges

Vorstand, SALT Solutions GmbH - Part of Accenture