Maschinenbau

DMG Mori: Ein Global Player auf der digitalen Überholspur

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

DMG Mori präsentiert auf der AMB 2018 seine Zukunftsthemen Digitalisierung, Automation, Additive Manufacturing und Technology Excellence – erstmals in Halle 10.
DMG Mori präsentiert auf der AMB 2018 seine Zukunftsthemen Digitalisierung, Automation, Additive Manufacturing und Technology Excellence – erstmals in Halle 10. (Bild: DMG Mori)

Auf der Metallbearbeitungsmesse AMB 2018 wird DMG Mori im 30 Minutentakt seine Highlights zur Digitalisierung und Automation in der „digitalen Fabrik“ vorstellen. Der Messestand des Werkzeugmaschinen-Giganten soll zeigen, wie sich prozessübergreifende, ganzheitliche Lösungen beim Kunden realisieren lassen.

Trotz globaler Unsicherheiten befindet sich die Maschinenbauindustrie im Konjunkturhoch, weshalb die Zeichen gut stehen, dass die AMB 2018 (18. bis 22. September in Stuttgart) die erfolgreichste in ihrer bisherigen Geschichte werden wird. Im Gespräch mit unserem Partnerportal MM Maschinenmarkt gibt Markus Piber, Bereichsvorstand Vertrieb & Technologie Exzellenz der DMG Mori Management AG, einen kleinen Einblick zum Messeauftritt und zur Zukunftsstrategie des Unternehmens.

Was erwartet die Besucher am Stand von DMG Mori?

Auf rund 2200 m² zeigen wir über 30 Exponate mit Celos und vielen technologischen Highlights, alle unter Span sowie IoT-Ready – davon 13 Hightech-Maschinen zusätzlich ausgestattet mit ganzheitlichen Automationslösungen, wie zum Beispiel das bewährte PH 150 Paletten-Handling von dem wir pro Jahr circa 150 Systeme an unsere Kunden ausliefern sowie dem WH Werkstück-Handling. Komplett neu ist die mobile Roboterautomation Robo2Go in der zweiten Generation, die einfachste Bedienung mithilfe des intuitiven und App-basierten Bediensystems von Celos gewährleistet – eine spezielle Schulung ist nicht mehr notwendig. Die neue Generation ist noch robuster und prozesssicherer. Bauteile können jetzt von innen sowie von außen bespannt werden. Automatisierte Maschinen sind entscheidende Komponenten einer digitalen Fabrik und eine wichtige Säule der Zukunftsstrategie von DMG Mori. Alle Highlights zur Digitalisierung und Automation werden wir alle 30 Minuten in unserer „digitalen Fabrik“ auf unserem Stand in der Halle 10 vorstellen.

Markus Piber ist seit April 2018 Bereichsvorstand Vertrieb & Technologie Exzellenz der DMG Mori Management AG.
Markus Piber ist seit April 2018 Bereichsvorstand Vertrieb & Technologie Exzellenz der DMG Mori Management AG. (Bild: DMG Mori)

…. und darüber hinaus in Hinblick auf ihre Zukunftsthemen Digitalisierung und Additive Manufacturing?

Ein zentrales Thema im Bereich Digitalisierung sind natürlich unsere digitalen Workflows, mit denen unsere Kunden ihre internen Wertschöpfungsprozesse ganzheitlich optimieren können. Herzstück ist unsere Celos-Plattform von der wir uns vorgelagert zur Produktion mit unseren Lösungen rund um das Thema Production Planning widmen – mit Modulen für Materialmanagement, Personaleinsatzplanung sowie für Fertigungsfeinplanung und Auftragsverfolgung. Nachgelagert nach Produktionsfertigstellung kümmern wir uns zusammen mit der Werkbliq GmbH ganzheitlich um das Thema Wartung und maximale Maschinenverfügbarkeit. Als globaler Full-Liner mit über 20 Jahren Erfahrung im Additive Manufacturing präsentieren wir unseren Kunden als maschinelles Highlight live auf der AMB die neue Lasertec 30 SLM 2nd Generation. Das flexible Pulvermodul rePlug ermöglicht einen Pulverwechsel in weniger als zwei Stunden. Als durchgängige Softwarelösung für die CAM-Programmierung und Maschinensteuerung rundet Celos die Prozessketten ab. Durch die abgestimmte und einheitliche Bedienoberfläche lassen sich Bauteile – ohne Rücksichtnahme auf deren Komplexität – mit einem minimalen Zeitaufwand extern programmieren und an der Maschine übernehmen. Das besondere Highlight der Lasertec 30 SLM ist das offene System, dass eine Anpassung aller Maschineneinstellungen, Prozessparameter sowie eine uneingeschränkte Auswahl der Pulverhersteller ermöglicht. Dies gibt unseren Kunden die Chance sich mit eigenem Know-how am Markt zu differenzieren. Insgesamt spiegelt sich im DMG-Mori-Messestand unser Ziel wider, gemeinsam mit den Kunden prozessübergreifende, ganzheitliche Lösungen zu realisieren – für noch mehr Präzision, Qualität und Effizienz.

In der Digitalisierung bleiben die Innovations-, Transformations- und Veränderungsfähigkeit entscheidende Erfolgskriterien einer zukunftsfähigen Positionierung von Unternehmen. Wie beurteilen Sie den Status quo des mittelständischen Maschinenbaus?

Der mittelständische Maschinenbau in Deutschland ist weitaus besser aufgestellt als viele Studien derzeit propagieren. Das gilt für die Innovationsfähigkeit wie für die Veränderungsbereitschaft. Seit den Anfängen von Industrie 4.0 wird die gesamte Branche medial überflutet mit immer neuen digitalen Produkten, Services und Hinweisen auf neue Geschäftsmodelle. Unsere Verantwortung als DMG Mori ist die differenzierte Betrachtung des zukünftig Möglichen und des heute Notwendigen, um unsere Kunden zielgerichtet bei der Digitalisierung ihrer Prozesse und Produktionen zu unterstützen. Digitalisierung ist für uns eines der relevanten Zukunftsthemen. Hier bietet DMG Mori seinen Kunden mit integrierten und durchgängigen Digitalisierungslösungen einen schrittweisen Einstieg in die vernetzte Produktion. Wichtig ist es, dass unsere Kunden die wenig Erfahrungen mit diesem Thema haben in kleinen und schnell zu realisierenden Projekten erste Erfahrungen und Mehrwerte für ihr Unternehmen sammeln. Auf der AMB stellen wir unseren Kunden vielfache Möglichkeiten vor.

Deutschland hat sich weniger durch eine ausgebaute „digitale Infrastruktur“ im globalen Wettbewerb hervorgetan. Asien oder Amerika sind uns in wichtigen Themen wie der Digitalisierung, KI und Automatisierung um einiges voraus. Was denken Sie, sind Gründe dafür und wie kann man diesen entgegenwirken?

Auch hier gilt eine differenzierte Betrachtung. Die USA mögen die Plattformen im Consumer-Bereich für sich gewonnen haben. Europa und auch Japan sind jedoch führend bei der Automatisierungstechnik, sie sind führend im Maschinen- und Anlagenbau und spielen ganz oben mit bei der künstlichen Intelligenz. Und vor allem: Für das industrielle Internet der Dinge haben wir demnach die Dinge, um die es bei der Digitalisierung und industriellen Plattformen nun geht. Diese industrielle Position der Stärke müssen wir jetzt nutzen und in die digitale Welt des "Industrial Internet of Things" übertragen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass DMG Mori die digitale Transformation und Integration erfolgreich gelingen wird.

DMG Mori konnte sich in den letzten Jahren mit seinem „Path of Digitization“ beziehungsweise Integrated Digitization als kompetenter Ansprechpartner für die Digitalisierung etablieren. Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Als Maschinenbauer wollen und müssen wir eine Führungsrolle bei der Digitalisierung und Vernetzung fertigungstechnischer Prozessketten übernehmen. Ziel ist es, unseren Kunden mit integrierten und durchgängigen Digitalisierungslösungen einen schrittweisen Einstieg in die vernetzte Produktion zu ermöglichen.

Welche Rolle spielen bei dieser Entwicklung das Start-up Istos und die Plattform Adamos? In welchem Kontext lässt sich hier der NET Service einordnen?

Mit den Digital Factory Solutions von Istos bietet DMG Mori seinen Kunden eine modulare Anwendungssuite aus autonomen Leistungsmodulen für das Planen, Analysieren, Visualisierung und Optimieren ihrer Produktion. Mit dem Ziel der maximalen Transparenz für eine reaktionsschnelle Anpassung an sich ändernde Bedarfe und Kapazitäten. Daneben bieten wir mit dem NET Service inklusive neuer Servicecamera und IoT-Connector als Netzwerkschnittstelle sowie mit dem Digital Maintenance von Werkbliq eine webbasierte Wartungs- und Instandhaltungsplattform für die nachgelagerten Prozesse. Der NET Service ist ein hochmodernes Tool für den Remote Service. Er erlaubt tiefgreifenden Zugriff auf Celos, IPC und NC. Mittels Multi-User-Konferenz können Anwender, Servicetechniker oder andere Experten im unmittelbaren Kommunikationsverbund agieren und Servicefragen gemeinsam effizient lösen. Visuell wird der Dialog durch die Service Camera mit Echtzeitübertragung unterstützt. Der NET Service ist bereits auf jedem IoT Connector vorinstalliert und damit fester Bestandteil der ab jetzt ausgelieferten DMG-Mori-Maschinen – ebenfalls live in Halle 10 zu sehen. Die Adamos GmbH ist im vergangenen Jahr als strategische Allianz gegründet worden. Bei Adamos arbeitet DMG Mori mit starken Partnern, wie Dürr, der Software AG, Zeiss, ASM PT, Engel Austria und der Karl Mayer Gruppe zusammen. Adamos ist eine digitale Plattform von Maschinenbauern für Maschinenbauer, ihre Zulieferer und Kunden. Ziel ist es, das Know-how aus Maschinenbau, Produktion und Informationstechnik auf einer offenen, herstellerübergreifenden digitalen Plattform zu bündeln. Darüber hinaus lernen wir in der Zusammenarbeit mit den Adamos-Partnern viel über andere Bereiche des Maschinenbaus, was immer wieder neue Perspektiven eröffnet.

Der Kauf von Werkbliq, einer digitalen Instandhaltungsplattform, kann als weiteres Mosaik Ihrer Digitalisierungsstrategie gedeutet werden. Welchen Stellenwert hat die vorausschauende Wartung in der Digitalisierung?

Maschinenausfälle und ungeplante Anlagenstillstände gehören zu den besonders sensiblen Ärgernissen industrieller Prozessketten. Um den gesamten Instandhaltungsprozess effizienter und einfacher zu gestalten, bietet Werkbliq eine herstellerneutrale Plattform, auf der alle Beteiligten im Wartungs- und Instandhaltungsprozess miteinander vernetzt werden. Das gilt vor dem Hintergrund immer kürzerer Planungshorizonte und angesichts des Trends zur individualisierten Massenfertigung. Wartung und Instandhaltung gewinnen in diesem Kontext elementar an Bedeutung. Die Werkbliq-Lösungen sind selbstverständlich Bestandteil unserer DMG Mori internen Produktionswerke.

Die Vertrauensfrage ist im Kontext der Digitalisierung eine nicht zu unterschätzende. Wie schaffen Sie dieses Vertrauen?

Vertrauen muss man sich verdienen – und das jeden Tag und bei jedem Kontakt mit dem Kunden. Um hinsichtlich der Digitalisierung und Vernetzung breit am Markt etabliert zu sein, liegt noch harte Arbeit vor uns. Auch in den Bereichen Qualität und Service gibt es weiterhin deutliche Verbesserungspotenziale. Das haben wir verstanden und arbeiten mit Hochdruck daran. Wir bauen massiv unsere Kapazitäten auf, mit dem Ziel bis zum Jahresende 200 zusätzliche Servicetechniker einzustellen. Bereits heute haben wir allein in Deutschland 50 zusätzliche Servicetechniker akquiriert und ausgebildet.

… und welchen Einfluss hat das Thema der Digitalisierung auf die technische Produktentwicklung bei DMG Mori?

Die Frage ist aus zwei Blickwinkeln interessant. Erstens bringt uns der bidirektionale Datenaustausch mit dem Kunden, beispielsweise während eines Remote-Serviceeinsatzes, immer wieder neue Erkenntnisse, die umgehend in die Entwicklung der nachfolgenden Maschinengeneration einfließen. Zweitens ermöglicht uns die Digitalisierung völlig neue Möglichkeiten in den Bereichen Forschung und Entwicklung. So werden DMG-Mori-Maschinen seit geraumer Zeit als digitale Zwillinge entwickelt. Damit können wir (unter anderem) zukünftig speziell auf die Maschine und die Anforderungen der Kunden abgestimmte Applikationsuntersuchungen am Rechner virtuell simulieren, validieren und optimieren und innerhalb kürzester Zeit 1:1 in die Praxis umzusetzen.

Welche Wettbewerbsvorteile konnten Sie selbst mit dem Ausbau Ihres Angebotsportfolios generieren?

DMG Mori ist nicht nur weltweit führend bei spanenden Werkzeugmaschinen, wir sind Technologieführer und digitaler Fortschrittmacher. 15.000 Hightech-Maschinen von DMG Mori sind mit Celos bei Kunden weltweit im Einsatz. Inzwischen sind 30 Celos Apps verfügbar. In diesem Bereich geht es nun speziell darum, mehr Offenheit und Interoperabilität sicherzustellen. Darüber hinaus bieten wir Softwareprodukte und exklusive Technologiezyklen, mit denen wir einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro generieren und unseren Kunden ein Vielfaches an Produktivität gewinnen. Diese Beispiele zeigen, dass wir, bei aller noch vor uns liegenden Arbeit, mit unserer durchgängigen Digitalisierungsstrategie bereits gut für die digitale Zukunft des Werkzeugmaschinenbaus gerüstet sind. Darüber hinaus sind die additive Fertigung und die Automation weitere Zukunftsfelder im mittelbaren Umfeld der Digitalisierung. Jede vierte Neumaschine verfügt bereits über eine mechanisch-elektronische Schnittstelle. Künftig soll jede Maschine mit Automatisierung oder zumindest Vorbereitung ausgestattet sein. Zudem haben wir im vergangenen Jahr das Joint Venture DMG Mori Heitec gegründet, um die Entwicklung innovativer Automatisierungslösungen erheblich zu beschleunigen – mit einem Schwerpunkt auf die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, die schließlich rund 80 Prozent unserer Kunden repräsentieren.

Was sind Ihrer Meinung die größten „digitalen“ Chancen aber auch Herausforderungen für Unternehmen?

Die großen Chancen der Digitalisierung liegen zum einen in der unmittelbaren Interaktion zwischen Herstellern und Anwendern bei der ganzheitlichen Nutzbarmachung von Daten zur Optimierung und Automatisierung von Abläufen, Prozessen und Produkten. Zum anderen öffnet die Zusammenarbeit in globalen Wertschöpfungsnetzwerken faszinierende Perspektiven. Diese für den Kunden und uns zu erschließen, arbeiten in unseren deutschen und japanischen Digitalgesellschaften bereits heute rund 500 Mitarbeiter direkt und über 2000 Ingenieure in unseren Produktionswerken indirekt an den Lösungen der Zukunft.

Die Geschäftszahlen im Werkzeugmaschinen sind weiterhin glänzend, auch bei DMG Mori. Getrübt wird das Konjunkturhoch allerdings durch geopolitische Unsicherheiten. Welche macht Ihrer Branche dabei am meisten Sorgen?

Der globale Handelsstreit ist natürlich ein kritisches Thema. Auch im DMG-Mori-Konzern beobachten wir die Entwicklung täglich sehr aufmerksam. Im Moment laufen alle Märkte gut. Auf das Tagesgeschäft oder gar die Zusammenarbeit mit unseren vornehmlich mittelständischen Kunden hat die aktuelle politische Situation noch wenig spürbaren Einfluss.

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