Change Management

Digitalisierung: Teamwork statt One-Man-Show

| Autor / Redakteur: Volker Altwasser / Redaktion IoT

Indem alle Mitarbeiter in den Digitalisierungsprozess eingebunden werden, können Unternehmen von deren Verbesserungsideen profitieren.
Indem alle Mitarbeiter in den Digitalisierungsprozess eingebunden werden, können Unternehmen von deren Verbesserungsideen profitieren. (www.pixabay.com)

Die Digitalisierung erfreut sich nicht nur großer medialer Beliebtheit, sondern wird mittlerweile auch von fast allen Unternehmenslenkern vorangetrieben. Leider vergessen viele Manager ihre Mitarbeiter mit auf die Reise ins digitale Zeitalter zu nehmen.

Es wird für jeden einleuchtend sein, dass in Zeiten großer Veränderungen Sicherheit vor allem durch Orientierung geschaffen wird. Für zahlreiche Unternehmen soll es beim Thema Digitalisierung daher der Chief Digital Officer (CDO) richten. Das führt aber insbesondere in großen Unternehmen häufig nur zu einer langsamen Beschleunigung des gesamten Vorhabens. Ein CDO allein führt schließlich nicht zum Erfolg. Entscheidend ist vielmehr ein bunter Blumenstrauß an Maßnahmen und insbesondere Mitgestaltern, die in Form der Mitarbeiter bereits zahlreich vertreten sind.

Philosophy first, Technology second

Doch vor jeder Maßnahme sollte in jedem Fall eine Philosophie, eine Vision stehen, woraus entsprechende Maßnahmen dann abgeleitet werden können. Ziele und Handlungsleitfäden müssen für jeden Unternehmensbereich klar definiert sein, wenn sie jemals umgesetzt beziehungsweise erreicht werden sollen. Darüber hinaus gilt es zu beachten, dass beispielsweise Forschungs-. und Entwicklungsbereiche mehr Zeit für Umstellungen brauchen als andere Unternehmensbereiche. Hier sollten Digitalisierer immer realistisch bleiben.

In der Produktion ist die „Digitalisierung“ hingegen eine alte Bekannte in neuem Gewand, die oftmals bereits als „Automatisierung“ Umsetzung findet. Mitarbeiter im Shopfloor-Umfeld können den Zielen und Maßnahmen der Unternehmensleitung somit schnell folgen. Gleichzeitig definiert die Smart Factory die Anforderungen an die Qualifikationen der Mitarbeiter völlig neu. So wird der klassische „Maschinenbediener“ in der Produktion der Zukunft mittelfristig von einem Programm ersetzt werden – je automatisierter der Fertigungsprozess, desto weniger technologischer Sachverstand notwendig. Im Gegensatz zu früher sind bei bestimmten Tätigkeiten heute Programmierkenntnisse und ein tiefes Verständnis der Prozesse gefragt, wo einst das Wissen über Werkstoffe und Werkzeuge, Geschick und Feingefühl zählten.

Mitarbeiter sind Gold

Nicht zuletzt aus diesem Grund benötigen die Personalabteilungen die vollste Unterstützung der Unternehmensführung, um adäquates Personal für die veränderten Berufsprofile zu finden. Zentral ist hierbei vor allem die Ausbildung entsprechender junger Fachkräfte im eigenen Unternehmen sowie die Weiterqualifikation des vorhandenen Mitarbeiterstamms. Auf diese Weise können es Unternehmen schaffen, dem allgegenwärtigen Fachkräftemangel nachhaltig ein Schnippchen zu schlagen. Viele Konzerne haben sich dies bereits zu Eigen gemacht und setzen Qualifikations-Management-Systeme ein, die wiederum mit den Schulungsdatenbanken der Berufsgenossenschaften verknüpft werden können. KMU arbeiten in vielen Fällen hingegen noch mit statischen Arbeitsplatzprofilen und Schulungsplänen – hier können mit der Digitalisierung dieser Prozesse bereits erste Quick Wins eingefahren werden.

Gemeinsam in die digitale Zukunft

Erst wenn alle Mitarbeiter in den Prozess der digitalen Transformation eingebunden werden, profitiert das Unternehmen mitunter von potenziellen Verbesserungsideen derselben, die letztlich spürbaren Mehrwert für die Zukunft des Geschäftes schaffen. In manchen Häusern diskutieren und kommentieren Mitarbeiter Ideen bereits über das Intranet, sodass sich wirklich jeder einbringen kann. Auf diese Weise hat das eine oder andere Unternehmen bereits Prozesse optimieren und neue Geschäftsfelder erschließen können. Das Ideenpotenzial der Belegschaft ist im laufenden Digitalisierungs- bzw. Change-Prozess daher nicht nur Innovationssicherung, sondern auch Investitionsschutz.

Es ist kein Geheimnis, dass die Digitalisierung kleinteilig ist und jeder Teil seine Relevanz und Berechtigung hat. Erst so kann am Ende des Tages das Puzzle zusammengefügt und jeder Mitarbeiter mitgenommen werden. Hier kommt der CDO wieder ins Spiel. Er hält die Fäden in der Hand, spornt die Mitarbeiter an sich einzubringen und realisiert verborgene Potenziale.

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