Verbundprojekt Digitalisierung sorgt für bessere medizinische Versorgung auf dem Land

Redakteur: Alina Hailer

In einem Verbundprojekt der Universität Heidelberg wird an neuen Digitalisierungsmaßnahmen für das Gesundheitswesen gearbeitet. Mithilfe dieser Maßnahmen soll die medizinsiche Versorgung in ländlichen Regionen verbessert werden.

Mithilfe von Digitalisierungsmaßnahmen, beispielsweise über das Smartphone, könnte die medizinische Versorgung in den ländlichen Regionen verbessert werden.
Mithilfe von Digitalisierungsmaßnahmen, beispielsweise über das Smartphone, könnte die medizinische Versorgung in den ländlichen Regionen verbessert werden.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Dieses Jahr startet das von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg koordinierte Projekt „Lemedart“. Das Ziel des Verbundprojektes: Mithilfe der Digitalisierung die Gesundheitsversorgung von Menschen im ländlichen Raum, mit zunehmend eingeschränkter medizinischer Versorgung, zu verbessern und eine patientenzentrierte, sektorenübergreifende medizinische Versorgung von morgen mitzugestalten. Neben der ärztlichen Behandlung zählen dazu auch Gesundheitsförderung und Prävention, wie auch Nachsorge und Rehabilitation.

Digitalisierungsmaßnahmen in einer Modellregion

„Im Mittelpunkt unseres Projektes steht der Mensch auf seiner ganz individuellen Gesundheitsreise. Patienten wünschen sich bei ihren gesundheitlichen Problemen eine persönliche Ansprache, gerade auf dem Land ist der Weg zur nächsten Arztpraxis aber oft weit“, erklärt Professor Dr. Thomas Ganslandt, der das Projekt koordiniert.

Die Digitalisierung könnte dabei helfen, Menschen zu verbinden – und damit die medizinische Versorgung zu verbessern. Die digitalen Unterstützungsmaßnahmen werden gemeinsam mit dem Verbundpartner, der Koordinierungsstelle Telemedizin Baden-Württemberg (KTBW), auf den Weg gebracht.

Eine wichtige Rolle spielt dabei das Smartphone. Es soll genutzt werden, um Gesundheitsförderung, Prävention, Behandlung oder Nachsorge benutzerfreundlich miteinander zu verschmelzen. Profitieren sollen von dem Projekt zunächst einmal die Bewohner einer Modellregion im Nordschwarzwald: von Altensteig über Ebhausen bis Wildberg. Ansätze, die sich dort als erfolgreich erweisen, sollen später auf andere Regionen übertragen werden.

Die Region ist nicht zufällig ausgewählt. Die Forscher greifen hier dabei auf ein Kooperationsprojekt zwischen dem Zentrum für Präventivmedizin und Digitale Gesundheit Baden-Württemberg und dem Regionalverband Nordschwarzwald zurück. Dieses geht der Frage nach, wie die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen innovativ und zukunftssicher gestaltet werden kann.

Im Rahmen des Projektes soll ein enges Netzwerk zwischen niedergelassenen Ärzten, Medizinischen Versorgungszentren und Universitätskliniken sowie nicht-ärztlichen Professionen der Gesundheitsversorgung aufgebaut werden.

Forschung anhand konkreter Anwendungsfälle

Die Verbundpartner von Lemedart werden zunächst drei konkrete Anwendungsfälle untersuchen und dabei die Instrumente der Medizininformatik-Initiative nutzen:

  • Bei der „Vorbereitung und postoperativen Begleitung von Krebspatienten“ geht es um eine engere Verzahnung der ambulanten und stationären Versorgung
  • Bei der „Infektionsüberwachung“ geht es darum, auf der Basis einer Risikoabschätzung eine Entscheidungshilfe im Pandemiefall zu entwickeln
  • Im Anwendungsfall „Prävention und frühen Intervention bei Lebererkrankungen“ sollen Präventionsprozesse durch gezielte, digital gestützte Vernetzung von Gesundheitsteams, Hausärzten und Fachärzten optimiert werden

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