Human Digitalisation

Digitalisierung? Ja. Was sonst?! Aber der Mensch bitte im Mittelpunkt!

Seite: 3/4

Firmen zum Thema

4. ‚Human Digitalisation’ konkret: vier Hebel!

So weit, so gut (menschlich)! Kann man die Forderung nach einer humanzentrierten Digtalisierung auch konkretisieren? Kann man– wir sehen vier Hebel auf dem Weg zur Humanzentrierung:

Digitale Kompetenzen

Der ersten Forderung von Unternehmensleitern kommen wir mit ‚Digitalen Kompetenzen’ nach. Entscheidend hierbei ist die Abgrenzung von Kompetenzen gegenüber Skills. Es geht bei der Digitalisierung nicht zuerst um erlerntes Wissen (Skills), wie z.B. eine spezielle Programmiersprache. Vielmehr zählt Erfahrungswissen in der Anwendung moderner Technologien und im Umgang mit der zunehmenden Informationsflut. Persönliche Flexibilität und die Fähigkeit, sich zu vernetzen, sind universelle Eigenschaften, die wir nicht hoch genug gewichten können in Personalauswahl und –entwicklung. Hier liegt im übrigen die Chance für jeden Arbeitnehmer, seinen Marktwert selber zu bestimmen und Rationalisierungsängsten selbst entgegen zu treten. Erst in zweiter Linie sind Qualifikationen gefragt, die neue digitale Welt zu gestalten. Wie groß die Not an dieser Stelle ist kann vielleicht beurteilen, wer z.B. aktuell Online-Marketeers oder User Interface Designer für seine Organisation gewinnen muss.

Digitale Kultur

Ist mit den digitalen Kompetenzen das „Können“ adressiert, braucht es auch das „Wollen“ um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Eine ‚Agile Kultur’ ist die Voraussetzung dafür, die Veränderungen zu gestalten, die mit der digitalen Transformation verbunden sind. Neugierde, Offenheit und Veränderungsbereitschaft charakterisieren die Organisation im Zeitalter der Digitalisierung. Gerne wird die Frage gestellt, ob das eigene Unternehmen plötzlich zu einem Startup oder womöglich wie Google werden muss. Die Antwort lautet natürlich: ‚Nein. Muss man nicht. Kann man gar nicht.’ Wir können aber ruhig die Krawatten ablegen, während wir unseren eigenen Weg finden, aus einer hierarchisch geprägten Command- and Control Kultur zu einem Miteinander zu kommen, das von Vertrauen und Freiheitsgraden geprägt ist.

In einer solchen agilen Kultur verändert sich das Führungsverständnis bzw. in der Wechselwirkung mit einer neuen Art der Führung verändert sich die Unternehmenskultur. Veränderungsbereitschaft bedingt eine Abkehr von der – grade in Deutschland verbreiteten – Null-Fehlerkultur. Die Digitalisierung als Metatrend hat seine Wurzeln in der Software-Entwicklung. Wenn wir davon etwas (z.T. schmerzlich als Anwender) gelernt haben, ist es das Prinzip, mit Prototypen, also unfertigen Produkten auf den Markt zu gehen und die Fehler im Betrieb zu beheben. Nicht in jeder Situation, auf jedes Produkt und jeden Service übertragbar, aber eine komplette andere Philosophie der Innovation wie wir sie kennen – und damit sofort auch der Führung, wie sie in Ingenieur-dominierten Unternehmen sozialisiert ist.

(ID:44441911)