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Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum in Chemnitz

Digitalisierung ist die größte Chance für den sächsischen Mittelstand

| Redakteur: Udo Schnell

Industrie 4.0 für den Mittelstand steht im Fokus eines Förderprojektes in Chemnitz. Das Mittelstand-­4.0­-Kompetenzzentrum soll Lösungen speziell für kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen erarbeiten. Das Fraunhofer-IWU widmet sich in dem Projekt besonders dem Maschinen- und Anlagenbau.

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Blick in die digitale Zukunft – die Chemnitzer E³-Forschungsfabrik.
Blick in die digitale Zukunft – die Chemnitzer E³-Forschungsfabrik.
( Bild: Ronald Bonss/Fraunhofer-IWU )

Produktion – us. In Chemnitz ist ein vom Bund gefördertes Forschungs- und Qualifizierungsprojekt gestartet, das den sächsischen Mittelstand in den kommenden drei Jahren bei der Digitalisierung unterstützen soll. Ziel ist es, wie das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU mitteilt, dass unter Federführung der Technischen Universität Chemnitz Industrie-4.0-Lösungen speziell für kleine und mittlere sächsische Unternehmen erarbeitet werden. Innerhalb des interdisziplinären Partnerkonsortiums „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Chemnitz – Digital produzieren und arbeiten in Sachsen“ widmet sich das Fraunhofer-IWU insbesondere dem Maschinen- und Anlagenbau.

Dabei hat, so das IWU weiter, das interdisziplinäre Team nicht nur technische Aspekte wie Maschinen, Steuerungen oder IT-Systeme im Blick, sondern auch die durchgängige Digitalisierung und organisatorische Lösungen zur Einbindung und Unterstützung des Menschen in der Produktion. Ziel ist es, den sächsischen Mittelstand für Industrie 4.0 durch Seminare, Workshops und informierende Online-Angebote zu sensibilisieren, einzubinden und fit zu machen. Über die Projektlaufzeit von drei Jahren sollen mehr als 1000 Unternehmen des produzierenden mittelständischen Gewerbes direkt angesprochen werden.

Digitalisierung ist keine Modeerscheinung

„Digitalisierung und Industrie 4.0 sind keine Modeerscheinungen, sie werden die Produktion nachhaltig verändern – auch im Mittelstand“, sagt Prof. Matthias Putz, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU. „Damit bietet sich wieder eine große Zukunftschance für den sächsischen Mittelstand. Potenziale für Mehrwert werden jedoch noch zu wenig genutzt, da kleine und mittelständische Unternehmen oft noch nicht über die nötigen Kenntnisse und Ressourcen verfügen. Das wollen wir ändern, gemeinsam mit den sächsischen Unternehmen und unseren Projektpartnern.“

Zu diesen Partnern zählen neben der TU Chemnitz das ICM – Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau e. V., die TU-Ced – Institut für Weiterbildung GmbH sowie die Industrie- und Handelskammer Chemnitz.

Konkrete Unterstützung für den Mittelstand

Dr.-Ing. Tino Langer, Abteilungsleiter Digitalisierung in der Produktion am Fraunhofer-IWU, sieht das neue Kompetenzzentrum vor allem als Kommunikationsangebot: „Um den sächsischen Mittelstand bei der dringend erforderlichen Digitalisierung zu unterstützen, muss er zunächst die Möglichkeiten und Chancen kennenlernen, die sich ihm damit bieten.“ Deshalb wolle das IWU beispielsweise über ganz grundlegende Fragen aufklären:

  • Was ist Industrie 4.0 überhaupt?
  • Welche Potenziale bietet sie mir als Mittelständler?
  • Wie lässt sich die Produktion per Digitalisierung effizienter gestalten und wie lässt sich damit Geld verdienen?

Unternehmen müssen laut Langer die Digitalisierung als Chance verstehen und nicht als zwingende Entwicklung, die gerade en vogue ist. Das Kompetenzzentrum stelle wichtige Informationen bereit, um die Sensibilisierung des sächsischen Maschinen- und Anlagenbaus aktiv voranzutreiben, aber auch Ansätze zur Qualifizierung und Unterstützung von Unternehmen. Langer: „Über reine Informationsangebote hinaus realisieren wir dazu praxisnahe Umsetzungsprojekte.“

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