Studie Digitalisierung im Energiesektor nutzt dem Klimaschutz

Quelle: Pressemitteilung

Eine erste Untersuchung zeigt, dass digitale Anwendungen etwa in Gebäuden einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Sehr hoch fällt dieser Beitrag allerdings nicht aus.

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Die smarte Steuerung von Heizungsanlagen ist laut der Studie eine einfache Methode, um Energie zu sparen.
Die smarte Steuerung von Heizungsanlagen ist laut der Studie eine einfache Methode, um Energie zu sparen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Eine neue Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und CO2 Online, einer gemeinnützige Beratungsgesellschaft, hat die Auswirkung von smarten Lösungen in Gebäuden und Haushalten auf die Energie- und Klimaschutzziele bewertet. Wie das Institut mitteilt, wurde das Projekt „Klimaschutzpotenziale der Digitalisierung“ im Auftrag des Umweltbundesamts gestartet.

Die Forscher haben in ihrer Studie eine Methode zur Umweltbewertung der Digitalisierung im Endkundenmarkt des Energiebereichs entwickelt, heißt es weiter. Diese Methoden wurden anschließend auf verschiedene Fallstudien zu Wärme und Strom in Wohngebäuden und Haushalten angewandt. Zu den untersuchten digitalen Funktionen gehören unter anderem die Steuerung von Heizanlagen über Wetterprognosen sowie eine Online-Effizienzüberwachung von Heizungen und eine digitale Erfassung des Stromverbrauchs über Smart Meter mit Feedbacksystem oder Tools, die dazu beitragen sollen, Wärmepumpen und Elektroladestationen so zu betreiben, dass sie dem Stromnetz dienen.

Potenziale nicht überschätzen

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass smarte Energielösungen zum Klimaschutz beitragen können. Jedoch müssen bei vielen Anwendungen Kunden selbst aktiv werden. Ein Smart Meter etwa analysiert den Stromverbrauch eines Haushalts und gibt über eine App Tipps zum Stromsparen. Wichtig sei es jedoch, die Potenziale nicht zu überschätzen. „Hochgerechnet auf ganz Deutschland können die Emissionseinsparungen der untersuchten Lösungen in Verbindung mit ihrem derzeitigen Marktwachstum nur einen geringen Beitrag zu den Klimaschutzzielen 2030 leisten“, sagt Hannes Bluhm, Experte für Umweltbewertungen am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung. Bis 2030 müssen für die Klimaschutzziele in der Energiewirtschaft 113 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Die untersuchten Tools können laut den Forschern nur 0,07 Prozent bis 0,21 Prozent zu dem Ziel beitragen.

Dennoch seien die smarte Lösungen nützlich für einfache kurz- oder mittelfristige Maßnahmen. Als Beispiel nennen die Forscher die smarte Steuerung von Heizungsanlagen. Diese könne bei ungedämmten Gebäuden mehr Energie einsparen und bei gut gedämmten Gebäuden die Energieeffizienz weiter verbessern. „Die Digitalisierung kann die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen und den Wechsel zu erneuerbaren Energien im Gebäudebereich sinnvoll ergänzen. Für die Erreichung von Klimaneutralität im Gebäudesektor ist der Einsatz entsprechender Anwendungen sogar eine Voraussetzung“, sagt Laurenz Hermann von CO2 Online.

Als weiteres Vorgehen empfiehlt das Forschungsteam eine breitere Untersuchung der ökologischen Wirkung smarter Energielösungen. Zudem fordert das IÖW, dass Technikanbieter und Marktakteure gemeinsame Standards entwickeln, damit für die digitalen Anwendungen keine aufwändigen Nachrüstungen benötigt werden. „Damit die Anwendungen in die Breite kommen, sind tragfähige Geschäftsmodelle notwendig, die häufig von der Ausgestaltung des einschlägigen Rechtsrahmens einschließlich der Höhe bestehender Steuern, Abgaben und Umlagen im Energiebereich abhängig sind“, sagt Matthias Knauff, der die untersuchten Fälle von juristischer Seite beleuchtet hat. Hier sei die neue Bundesregierung gefragt, diese auf ihre klimapolitische Wirkung zu überprüfen und bei Bedarf Förderinstrumente zu entwickeln.

Die Studie steht auf der Homepage des Bundesumweltamtes zur Verfügung.

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