Suchen

Berufe ohne Zukunft

Digitalisierung: 2019 stirbt der Personaler aus!

| Redakteur: Jürgen Schreier

Dass aufgrund der Digitalisierung bestehende Jobs wegfallen (aber auch neue entstehen) werden, ist eine Binsenweisheit. Doch dürften manche Berufe viel schneller von der Bildfläche verschwinden, als manchem lieb wäre, warnt Unternehmensberater Thomas R. Köhler.

Firmen zum Thema

Viele Berufe werden in den nächsten Jahren "hinwegdigitalisiert". Das Spektrum reicht vom Lageristen bis hin zum Personalchef.
Viele Berufe werden in den nächsten Jahren "hinwegdigitalisiert". Das Spektrum reicht vom Lageristen bis hin zum Personalchef.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Die Digitalisierung führt zu massiven Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Thomas R. Köhler - früher IT-Unternehmer, heute Unternehmensberater und erfolgreicher Publizist rund um das Thema Digitalisierung ("Die Internetfalle") - warnt: Folgende sieben Jobs sind bereits 2019/20 in Gefahr.

  • Personalverantwortlicher: Bereits heute nutzen Personalabteilungen Software zur Kandidatensuche und Vorauswahl. Überlässt man auch Bewerbungsgespräch, die finale Auswahl und den ganzen Einstellungsprozess digitalen Recruitment-Assistenten (sprich der Künstlichen Intelligenz), so wird „der Personaler“ im Prinzip nicht mehr gebraucht. Faktisch gibt die Technik das bereits heute her. Auch die Entscheidung über "Beförderungen" dürfte künftig automatisch fallen. Software, die laufend die Mitarbeiter bewertet, gibt es längst und die ist – allen Datenschutzbedenken zum Trotz – weit verbreitet.
  • Lagerarbeiter: Automatische Wareneingangskontrolle per Kamera und Rechner werden den Lageristen überflüssig machen. Den "Rest" - also den Transport, die Kommissionierung und die Verpackung der Waren - übernehmen Logistik-Roboter. Solche Systeme werden heute überall erprobt oder sind bereits im Einsatz. Auch mit autonomen Drohnen für den innerbetrieblichen Gütertransport machen einige Unternehmen Experimente.
  • Mitarbeiter im Fast-Food-Restaurant: Ob Bestellung oder Küche - Die Gastronomiebranche arbeitet bereits massiv an der Automatisierung. Bei großen Betrieben gibt es längst die Bestellung per Bildschirm. Nun hält die Digitalisierung auch am Herd Einzug. Ob Burger-Braten oder Leckeres aus dem Wok - gekocht werden kann inzwischen vollautomatisch - zum Beispiel in der Roboterküche des britischen Herstellers Moley Robotics. Das Schöne daran: Der Kochautomat braucht weder Pausen noch Urlaub.
  • Jurist: Längst arbeiten Softwareprogramme in den Hinterzimmern großer Anwaltskanzleien und durchforsten automatisch Texte und identifizieren wichtige Fragestellungen und juristische Stolpersteine. Der Leistungsvergleich zwischen 20 erfahrenen Vertragsanwälten mit einer Vertragsanalysesoftware in den Vereinigten Staaten, ergab kürzlich ein erschütterndes Bild – und zwar für den Menschen. Einfache juristische Sachverhalte wie die Anfechtung von "Knöllchen" kann der vom Stanford-Studenten Joshua Browder entwickelte KI-basierte "Robot Lawyer" DoNotPay bereits komplett lösen. In Gerichtsverhandlungen hingegen ist der Jurist, ob als Richter oder Anwalt, noch unentbehrlich - nur wie lange noch?
  • Bankmitarbeiter: Wer braucht noch Banker, wenn zunehmend „Robot advisor“ über Geldanlagen bestimmen. Die schwedische Nordea Bankn hat das als erstes Institut erkannt und konnte durch die Automatisierung von Beratungsprozessen binnen Jahresfrist 2500 Mitarbeiter einsparen. Mittelfristig sollen die Hälfte der Beschäftigten der Bank den "blauen Brief" bekommen, da sie durch die Digitalisierung überflüssig werden.
  • Seemann: Seeleute wird es immer geben? Falsch gedacht! Vielleicht noch als Käpt'n für's Captain's Dinner auf Luxuskreuzfahrten. Zahlreiche Reedereien arbeiten an selbstfahrenden Schiffen. Insbesondere die Besatzung von Handelsschiffen muss sich Sorgen machen. Diese könnten in Zukunft vollautomatisch um die ganze Welt fahren. Am 28. Juni 2018 wurden in Rostock außerdem die Forschungsergebnisse des BMWi-Förderprojekt GALILEOnautic zur automatisierten Schifffahrt präsentiert. Das Forschungsprojekt konnte zeigen, wie durch eine zunehmende Automatisierung der Schifffahrt bei stetig wachsenden maritimen Verkehrsaufkommen in Häfen ein sicherer Verkehrsfluss garantiert werden kann. Hierfür wurden in dem mit 1,6 Millionen Euro auf zwei Jahre vom BMWi geförderten Projekt GALILEOnautic Technologien zum autonomen Navigieren und optimierten Manövrieren von kooperierenden Schiffen in Häfen (Satellitennavigationssystem Galielo, Manöverassistenzsysteme, Schiffsregelungssysteme, Nahfelderkennung mittels Sensorik, Vernetzung der Schiffe) entwickelt.

Fazit: Seefahrerromantik adieu! Um den Abschiedsschmerz wenigstens ein bisschen zu lindern, ein Video-Blick zurück in die gute alte Zeit...

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45436898)