Suchen

Powtech 2016 Diese zehn Innovationen erwarten Sie in Nürnberg

Redakteur: Manja Wühr

Der Veranstalter der Powtech ließ Fachjournalisten schon vorab Messeluft schnuppern: 18 Aussteller haben schon jetzt ihre Themen und Innovationen präsentiert. Begleiten Sie uns auf einem kleinen Rundgang durch die Messehallen.

Firmen zum Thema

Die MS Ostfriesland, eine deutsche Fähre, wird ausschließlich mit LNG (Liquified Natural Gas) betrieben. Am Abgastrakt schützt ein Q-Rohr vor den Auswirkungen möglicher Explosionen.
Die MS Ostfriesland, eine deutsche Fähre, wird ausschließlich mit LNG (Liquified Natural Gas) betrieben. Am Abgastrakt schützt ein Q-Rohr vor den Auswirkungen möglicher Explosionen.
(Bild: Rembe)

Nürnberg – Die Powtech rückt näher. Vom 19. bis 21. April 2016 zeigen rund 900 Aussteller Technologielösungen, die die Schüttgut verarbeitende Industrie zum Herstellen, Verarbeiten und Handling von Pulvern, Granulaten oder Schüttgut benötigen. Hier zehn spannende Entwicklungen, die Sie auf der Powtech in Nürnberg erwarten.

1. Möglichkeiten der Prozesslufterzeugung erweitert

Das Verdichten von Luft und neutralen Gasen ist sehr energieintensiv. Umso wichtiger ist die Wahl des richtigen Verdichters bzw. Gebläses für den jeweiligen Prozess. Mit dem neuen Drehkolbenverdichter Delta Hybrid D 52 S deckt die Aerzener Maschinenfabrik nun auch den Volumenstrombereich von 720 bis 3120 m3/h sowie einer Antriebsleistung von 11 bis 110 kW ab.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 12 Bildern

Als weitere Vorteile der neue Baugröße führt das Unternehmen die kompakte Konstruktion an. Zudem können Anwender von den geringen Außenabmessungen in diesem Volumenstrombereich profitieren, was sich besonders bei der Side-by-Side-Aufstellung positiv auswirkt. Zudem dürfen Betreiber und Anlagenbauer aufgrund der kleineren Anschlussnennweite DN 150 reduzierte Investitionskosten erwarten.

Mit insgesamt 16 Baugrößen decken die Delta Hybrid aktuell Ansaugvolumenströme von 110 m3/h bis 9000 m3/h und Antriebsleistungen von 5,5 kW bis zu 400 kW ab. Aufgrund Ihres breiten Druckspektrums von 1500 mbar im Überdruck bis -700 mbar im Unterdruck eignet sich diese Technologie für eine Vielzahl von Anwendungen im Bereich der pneumatischen Prozesslufterzeugung.

Sie finden Aerzener Maschinenfabrik in Halle 4, Stand 271.

2. Containment-Lösung und neuartige Pulversynthese

Glatt wird auf der Powtech eine Lösung für flexible Containment-Anforderungen präsentieren. Lab Containment Technologies ist eine Neuentwicklung, die Glatt gemeinsam mit dem Barrier-Hersteller Weiss Pharmatechnik realisiert hat. Sie bietet eine Containment-Lösung für Prozesse mit unterschiedlichen OEB-Levels im Laborbereich und ermöglicht es, mehrere Laborprozesse hintereinander mit nur einem Barrier-System zu betreiben. Ein weiterer Vorteil: Die Steuerung des Prozessgerätes befindet sich außerhalb des Barrier-Systems, was den anschließenden Reinigungsaufwand deutlich minimiert.

Ein weiterer Themenschwerpunkt sind maßgeschneiderte Komplettlösungen zu Herstellung funktionalisierter Pulver und anwendungsbereiter Granulate. Für Produktdesign und Herstellung bzw. Veredelung von Granulaten und Pellets aus Pulvern und Flüssigkeiten betreibt Glatt am Standort Weimar ein Technologiezentrum. Sprühgranulation von Flüssigkeiten, Agglomeration von Pulvern und Coating zur Funktionalisierung von Partikeln aber auch Verkapseln von Flüssigkeiten zur Stabilisierung empfindlicher Substanzen sind typische Anwendungen. Highlight ist die neue Advanced Pulse Powder Technology. Durch Hochtemperaturprozesse auf Basis von APPtec ist Glatt in der Lage, besonders homogene Pulverwerkstoffe mit enormem Potential für Hochleistungsanwendungen zu erzeugen. Mit dieser Pulversynthese können Partikel mit vollkommen neuen Eigenschaftskombinationen ausgestattet werden.

Sie finden Glatt in Halle 3, Stand 341.

3. Neue Anwendungen der flammenlosen Druckentlastung

Rembe-Ingenieure haben sich bisher ungelösten Anwenderwünschen gestellt: Etwa dem im Explosionsschutz integrierten Schallschutz von Mühlen o.ä. und dem Schutz von Ansaugleitungen pneumatischer Förderer. Ersteres ist vor allem für Anlagen interessant, die nah an Wohngebieten oder sonstigen lärmempfindlichen Bebauungen liegen. Für Ansaugleitungen waren bisher ein Luftfilter zum Abhalten von Fremdpartikeln sowie massive Rückschlagklappen oder Explosionsschutzventile, die einen nicht unerheblichen Druckverlust verursachen, notwendig. Eine Modifikation des Q-Rohr schafft Abhilfe: statt Filter und Entkopplungseinrichtung wird ausschließlich das Q-Rohr eingesetzt.

Mit Hilfe einer speziellen Kamera kann die Q-Box ab sofort im eingebauten Zustand von innen inspiziert werden. Dieses neue Zubehör gibt Anwendern in kürzester Zeit Aufschluss über den Zustand der verbauten Berstscheibe. Zusätzlich kann nach einer Explosion das Innere der Q-Box schnell inspiziert werden.

Darüber hinaus präsentiert Rembe Kersting den Vasometer – ein hygienisches Inline-Masseduchflussmessgerät für freifallende Pulver und Schüttgüter. Das totraumfreie Gerät nutzt die Zentripetalkraft über einen Messkegel in einem hermetisch dichten Edelstahlgehäuse ohne bewegliche Komponenten. Damit kann es den hohen Hygieneanforderungen in Food- und Pharmaanlagen entsprechen.

Sie finden Rembe in Halle 3, Stand 207.

4. Stand-alone System für Pulvercharakterisierung

Mit dem Uniaxial Powder Tester (UPT) präsentiert Freeman Technology ein Stand-alone-System für einfache und sensitive Pulvercharakterisierung. Der Tester wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Edinburgh und einem großen pulververarbeitenden Industrieunternehmen entwickelt. Das neue Testgerät misst die ungespannte Druckfestigkeit (unconfined yield strength - UYS), einen Parameter der indirekt von der biaxialen Scherzellenanalyse, dem sogenannte zweiachsigen Druckversuch, abgeleitet werden kann und weit verbreitet ist, um die Kohäsion von Pulvern zu bestimmen und zu beurteilen.

Das neue Instrument ist entweder in einer manuellen oder einer erweiterten Version verfügbar. Beide liefern die gleichen Daten bei gleich hoher Wiederholgenauigkeit. Die erweiterte Version hat den Vorteil des höheren Automatisierungsgrads und somit geringerer manuelle Eingabe für die Kunden, die dies benötigen.

Sie finden Freeman Technology in Halle 4, Stand 547.

5. Containment Fassentleerungen

Hecht wird u.a. zwei Systeme vorstellen, die sowohl höchste Containment-Levels einhalten als auch die Spezifikationen und Wünsche des Anwenders berücksichtigen:

  • CFE-K: Bei der Aufgabe oder dem Entleeren der Gebinde können Betreiber auf verschiedene Systeme zurückgreifen. Die in Fässern gelieferten Pulver sind zum Bediener- und Produktschutz zusätzlich in zwei Folien, auch Liner genannt, verpackt. Je nach baulichen Gegebenheiten des Anlagenbetreibers beziehungsweise nach Spezifikationen und Anforderungen, ist das Entleeren mittels Schwerkraft und Kippvorrichtung, oder aber mit Hilfe einer Sauglanze möglich. Bei der Variante mit Kippvorrichtung wird das Fass durch eine spezielle Hubvorrichtung auf der Rückseite der Glovebox angehoben und an dem vorgesehenen Anschluss-Port angedockt. In der Ausgangsstellung verschließt ein Restliner die Glovebox. Der Anwender fixiert den äußeren Folienschlauch am Doppel-O-Ring-Port des Isolators über den Restliner. Im Anschluss zieht der Bediener den Restliner mit den Gloves in den Isolator hinein. Nun zieht er den Spannring an die äußere Nut des Isolators, an der sich zuvor der Restliner befand, und schiebt die Fassöffnung in den Isolator. Im Isolator öffnet er den inneren Liner und leert den Inhalt mit Hilfe der Gloves. Durch die Glovebox kann das Schüttgut nun mittels Schwerkraft zum nächsten Prozessschritt gelangen. Selbstverständlich kann - falls gewünscht - alternativ am unteren Ende des Trichters ein Absaugschuh zum Anschluss an eine nachgelagerte Vakuumförderung integriert werden. Nach dem Entleeren des Inhalts wird der Folienschlauch mittels Doppelverschluss zum Fass und Isolator abgedichtet. Durch diese Doppelverschlusstechnik ist sowohl der Isolator als auch das Produkt vor unerwünschten Produktaustritt – oder auch -eintritt – geschützt. Der Zyklus kann nun erneut beginnen und ein neues Fass angeschlossen werden.
  • CFE-L: Bei sehr beengten Räumen oder bei einer gewichtskontrollierten Produktentnahme bietet sich das Entleeren des Fasses mit Sauglanze an. Hierfür schiebt der Anwender das Fass mittels Rollenbahn direkt unter die Glovebox. Eine Hubvorrichtung bringt das Fass in Position. Anschließend befestigt der Bediener den äußeren Liner mit einem Spannring an einem Doppel-O-Ring-Port. Die Überreste des vorherigen Liners entfernt er mit den Gloves und lagert sie in der Box zwischen. Das Fass wird nun mit Hilfe der Hebevorrichtung an die Dichtung auf der Unterseite der Box gepresst und fixiert. Der Bediener öffnet den inneren Liner (Produktliner), stabilisiert ihn mit einem Ring und versiegelt ihn mit einer Blähdichtung. Um den Liner zu stabilisieren und den Entleervorgang zu verbessern, wird der Bereich zwischen Fass und äußeren Liner evakuiert. Das verhindert ein Ansaugen des Liners durch die Sauglanze. Nun ist das Fass angeschlossen und der Anwender kann das Pulver mittels Lanze und Vakuum aus dem Fass saugen. Die Linearführung der Sauglanze unterstützt dabei das einfache Handling beim Entleeren. Nachdem das Fass geleert ist, kann das Personal die Überreste des vorherigen Liners darin entsorgen. Sobald der äußere Liner gelockert wurde, wird das Fass mit dem Doppelverschluss-System verschlossen. Nun kann der Anwender das leere Fass entfernen und mit der Abfolge von neu beginnen. Beide Systeme eignen sich für das Entleeren im Containmentbereich, insbesondere durch ihre Konstruktion im Hygienic Design. Der geschlossene Weitertransport ist einerseits durch die Schwerkraft, bei mehrstöckigen Anlagen, andererseits durch eine geschlossene pneumatische Förderung sichergestellt. Die durch die Fassentleerung oftmals vorgegebenen hohen Förderkapazitäten meistert der ProClean Conveyor PCC ohne große Mühe.

Sie finden Hecht in Halle 1, Stand 329.

6. Schutzkonzept zur Funkenerkennung und -eliminierung

Der Spezialist für Funkenerkennung und -eleminierung Grecon wird auf der diesjährigen Powtech u.a. das Sicherheitsinformationssystem BS 7 NET präsentieren. Mit Hilfe des Sicherheitsinformationssystems BS 7 NET können Ereignisse ausgewertet und somit Risiken frühzeitig erkannt werden. Dabei helfen unterschiedliche Alarm-Level bei der Ansteuerung von zusätzlichen Maßnahmen, wie z. B. Abschaltungen von Anlagenteilen. Eine weitere Neuheit im Bereich des Brandschutzes ist die Möglichkeit, die Funkenmeldezentrale vollständig in die Welt der SPS-Steuerungen zu integrieren.

Bei der Funkeneliminierung bietet Grecon neben der Ausschleusung auch ein neues Löschdüsenkonzept, mit dem die Wassermenge drastisch reduziert werden kann. Mit diesem neuen Düsenprogramm kann Grecon in Abstimmung mit dem Kunden die Wassermenge genau auf die spezifischen Anforderungen einstellen. In Kombination mit dem bei weltweiten Anwendungen in unterschiedlichsten Branchen bewährten Melderprogramm lässt sich jetzt eine Funkenlöschanlage konzipieren, die sowohl hinsichtlich Funkenerkennung als auch Funkeneliminierung noch exakter als bisher auf die kundenspezifischen Produktionsanforderungen zuge-schnitten werden kann.

Sie finden Grecon in Halle 4, Stand 201.

7. Für anspruchsvolle Nassmahl- und Dispergieraufgaben

„Verschiedene Anwendungen wie etwa die Herstellung von hochqualitativen Coatings, technischen Keramiken, Inks, Elektronik-Materialien oder Aktivmaterialien für Batterien verlangen nach maßgeschneiderten Lösungen. An unserem Messeauftritt stellen wir deshalb neben Produktneuheiten vor allem unsere umfassende Lösungskompetenz ins Zentrum“, erklärt Cornel Mendler, Head of Business Area Grinding & Dispersion bei Bühler.

Die Hochleistungs-Rührwerksmühlen der Baureihe Micromedia sind für den Einsatz von Mikro-Mahlperlen optimiert. Auf der Powtech zeigt Bühler dieses patentiert Ringraum-Rührwerksmühle zum ersten Mal mit einer neuen Materialkombination in der Verfahrenszone. Dank dem Einsatz von Siliciumcarbid und Polyamid können nun auch Produkte verarbeitet werden, die nicht mit Metall in Kontakt kommen oder verfärben dürfen – etwa Keramikpasten oder Elektrodenmaterialien für Batterien. Die neue Prozesseinheit lässt sich auf älteren Maschinen der Baureihen Superflow und Micromedia X nachrüsten. Zudem zeigt das Unternehmen einen Herstellungsprozess für Superabsorber-Granulate.

Sie finden Bühler Grinding & Dispersion in Halle 4, Stand 491.

8. Schüttguthandling aus dem Schwäbischen Wald

Das Know-how der Firma Telschig Verfahrenstechnik umfasst Planung, Engineering, Technologie, Konstruktion, Fertigung, Montage, Inbetriebnahme und Service von Maschinen, Anlagen und komplexen Produktionssystemen. Das umfasst:

  • Zerkleinerung,
  • Öffnung und Entleerung von Säcken,
  • Öffnung und Entleerung von Big Bags (FIBC),
  • pneumatischen und mechanischen Förderung,
  • Anlagenbau.

Dabei bietet das Unternehmen aus Murrhardt sein Erfahrungsspektrum als Dienstleistung oder in Kombination von Dienstleistung und Produktlieferung bis hin zur Turn-Key-Realisierung in den Industriebereichen Chemie, Kunststoff, Food, Mineralstoffe, Bau und Kraftwerke an.

Sie finden Telschig in Halle 4, Stand 567.

9. „Smart Factory“ für die Nahrungs- und Futtermittelindustrie

Das Automatisierungsunternehmen Schulz Systemtechnik will auf der Powtech mit öffentlich geführten Diskussionsrunden das Thema „Smart Factory“ vor allem Mittelständlern der Nahrungs- und Futtermittelindustrie näher bringen. Dabei stehen diese Fragen im Mittelpunkt:

  • Wie sollen sich mittelständische Unternehmen hinsichtlich der „Smart Factory“ positionieren?
  • Wo liegt die Relevanz?
  • Wie können Mittelständler von „Smart Factory“ profitieren?
  • Was ist dazu erforderlich

Darüber werden sich verschiedene Experten aus mittelständischen Produktionsbetrieben und der Automatisierungsindustrie austauschen und aufzeigen, welche Möglichkeiten eine intelligente Produktion zur Effizienzsteigerung und Kosteneinsparung beisteuert und welche Chancen es für den Mittelstand gibt. „Eine Fabrik wird erst intelligent, wenn alles miteinander vernetzt wird“, sagt Stefan Hitz, Abteilungsleiter Industrieautomation bei Schulz Systemtechnik. „Dadurch können wir ein effektives Produktionscontrolling aufbauen, das für höchste Kostentransparenz sorgt. In unseren Diskussionsrunden sprechen wir in diesem Zusammenhang über neuartige Schnittstellen, die den Weg zur ganzheitlichen Vernetzung ebnen.“ Darüber hinaus findet der Messebesucher bei den Automatisierungsspezialisten Konzepte zur Interaktion von Mensch und Maschine sowie innovative Lösungen für eine einfache Datenerfassung und der effektiven Datennutzung.

Sie finden Schulz Systemtechnik in Halle 3, Stand 466.

10. Flexibilität für F&E in der Partikelverfahrenstechnik

Die Kleinstmaschinen-Reihe Picoline von Hosokawa Alpine wurde speziell für Forschung und Entwicklung in der Partikelverfahrenstechnik konzipiert. Mit der Anlage können Pulvermengen ab 1 g weitgehend verlustfrei aufbereitet werden. Die Voraussetzung dafür bildet zum einen eine Plattform mit Universaladapter, die sich mit unterschiedlichen verfahrenstechnischen Funktionsmodulen kombinieren lässt. Zum anderen stehen für die Reihe zahlreiche anwendungsspezifische Zubehör- und Peripheriegeräte zur Auswahl. Neuestes Modul ist ab sofort die mechanische Hammermühle Picocrush. Sie dient der trockenen Vorzerkleinerung von größeren Granulaten und Agglomeraten aus weichen bis mittelharten Stoffen in Kleinstmengen. Dabei entspricht die Funktionsweise der großindustriellen Hammermühlenbaureihe HA. Als weiteres neues Modul erlaubt die High Containment Lösung Picocont die Integration der Picoline-Mahlprozesse in Isolatoren.

Sie finden Hosokawa Alpine in Halle 4, Stand 233.

(ID:43848453)