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Automatica 2016

Die Zukunft gehört den kooperativen Robotern

| Redakteur: Franz Graser

In einigen Jahren werden in vielen Branchen kombinierte Teams aus Robotern und Menschen alltäglich sein. Die Automaten werden dann die repetitiven und zum Teil auch gefährlichen Arbeiten ausführen. Weitere Trends der Automatica sind atomisierte Fertigungsprozesse sowie Automatisierungssysteme, die weit in die Unternehmens-IT hinein reichen.

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Prost! Die Kuka-Roboter beherrschen das Weißbier-Einschenken bereits formvollendet.
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(Bild: Kuka)

Gestatten, Sawyer: Dem kooperativen Roboter des US-Herstellers Rethink Robotics aus Boston kann man einen gewissen Cuteness-Faktor nicht absprechen. Die Maschine verfügt nämlich über so etwas wie ein Gesicht. Auf einem Tablet-Display sind zwei Augen zu sehen, die genau in die Richtung blicken, in die der Roboterarm gleich fahren wird. Das erleichtert die Interaktion mit seinen menschlichen Kollegen, die dann antizipieren können, was Sawyer als Nächstes tun wird. Der Cuteness-Faktor ist nur ein netter Nebeneffekt.

Sawyer ist ein kooperativer Roboter, ein sogenannter Cobot. Er ist von vornherein darauf ausgelegt, in enger Interaktion mit menschlichen Kollegen zu arbeiten. Anders als klassische Industrieroboter agiert er nicht in einem Käfig oder einer abgetrennten Fertigungszelle, denn die Interaktion mit dem Automaten ist vollkommen ungefährlich, da Sawyer auf seine menschlichen Kollegen reagiert.

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Darüber hinaus ist der Roboterarm mit seinen sieben Freiheitsgraden auf sehr einfache Weise programmierbar. Es genügt, dem Roboterarm manuell den Bewegungsablauf anzutrainieren, vom Ausgangspunkt bis zum Endpunkt. Per Knopfdruck wird der Ablauf gespeichert und kann dann beliebig oft wiederholt werden.

Laut Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des Fachverbands Robotik und Automation im VDMA, gehört die Zukunft den kooperativen Robotern wie Sawyer. Schwarzkopf kann sich sogar gemischte Mensch-Maschine-Teams vorstellen, bei denen der Roboter direkt assistiert, etwa bei Montageaufgaben. „Es ist fast, als hätte man einen dritten Arm. Da kann man bestimmte Dinge neu denken“, erläutert der VDMA-Funktionär die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.

Eine mögliche Anwendung kooperativer Roboter, so Schwarzkopf, sei zum Beispiel das Einsetzen der Gummidichtung in eine Autotür. Der menschliche Kollege setze den Gummi ein, der Roboter sorge dann dafür, dass die Dichtung an allen Stellen den richtigen Anpressdruck erhält, damit der Kleber optimal haftet. Der Fachverbands-Geschäftsführer sieht hier zahlreiche Use Cases, insbesondere im Kraftfahrzeugbau: „Die Automobilindustrie geht hier völlig neue Wege.“

Wie Roboter untereinander kooperieren können, zeigte der Augsburger Roboterhersteller Kuka: Besucher des Kuka-Standes auf der Automatica konnten per Smartphone ihren Kaffeewunsch eingeben – Espresso, Cappuccino, Latte macchiato in verschiedenen Varianten mit viel oder wenig Milch oder Zucker oder mit einem Schuss Kakao oder Karamel. Ein Roboter, der eine Kaffeemaschine bediente, stellte quasi das Grundgetränk zusammen und reichte den Becher dann an einen zweiten Roboter weiter, der sich einer zweiten Kaffeemaschine um die Sonderwünsche kümmerte.

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