Robotics 3.0

Die Zukunft gehört dem intelligenten Roboter

| Redakteur: Jürgen Schreier

Wafa Moussavi-Amin, Analyst und Geschäftsführer bei IDC: „Roboter mit innovativen Fähigkeiten wie Benutzerfreundlichkeit, Selbstdiagnose, Zero Downtime, Lernfähigkeit und Adaption sowie kognitive Interaktionen treiben die Verbreitung der Robotik auch in der Fertigungs- und Rohstoffindustrie hierzulande voran.“
Wafa Moussavi-Amin, Analyst und Geschäftsführer bei IDC: „Roboter mit innovativen Fähigkeiten wie Benutzerfreundlichkeit, Selbstdiagnose, Zero Downtime, Lernfähigkeit und Adaption sowie kognitive Interaktionen treiben die Verbreitung der Robotik auch in der Fertigungs- und Rohstoffindustrie hierzulande voran.“ (Bild: Sarah Kastner/IDC)

Die Marktforscher von IDC wagen einen Blick in die Zukunft der Robotik. Dank cyberphysikalischer Integration werden Robotor immer intelligenter und mobiler. Zudem machen smarte Nutzungsmodelle wie "Robot as a Service" den Einsatz von Mobilrobotern bei schwankender Nachfrage schnell skalierbar.

Die Weiterentwicklung der Robotertechnologie hat eine neue Ära der Robotik mit eingebetteter und/oder cloudbasierter künstlicher Intelligenz eingeläutet. In dieser neuen Ära der Robotik 3.0 zeichnen sich intelligente Roboter durch ihre umfassende Sensorik und Konnektivität, ihre cyberphysikalische Integration, ihre autonomen Fähigkeiten (wie Wahrnehmung, Entscheidungsfindung, Lernen und Anpassung) und ihre menschlichere Multi-Mode-Interaktion aus.

Integration von AI-Fähigkeiten in Roboter nimmt zu

Diese Entwicklung wird tiefgreifende Auswirkungen auf Industrie- und Serviceroboter haben - sowohl im kommerziellen als auch im privaten Bereich. Führende Anbieter von Robotertechnologie überbieten sich bereits jetzt mit der Entwicklung und Integration von AI-Fähigkeiten in ihre Produkte, mit dem Ziel, der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein. Um Technologieeinkäufern einen gezielten Ausblick auf die bevorstehende Ära der Robotik mit künstlicher Intelligenz bieten zu können, haben IDC-Analysten aus den Bereichen Robotics, Künstliche Intelligenz und Analytics ihre Köpfe zusammengesteckt. Herausgekommen sind die wichtigsten Prognosen für die kommenden Jahre:

  • Bis 2019 nimmt die Roboter-Akzeptanz um ein Drittel zu; 60 % der G2000-Hightech-Hersteller werden dann Industrieroboter in der Fertigung einsetzen.
  • Bis 2020 werden 45 % der neu eingesetzten Industrieroboter mit mindestens einer intelligenten Funktion wie etwa Predictive Analytics, Selbstdiagnose, Peer-Learning oder autonome Wahrnehmung ausgestattet sein.
  • Bis 2021 wird das Aufkommen von intelligenten Roboteragenten, die andere Roboter überwachen und koordinieren, die Gesamteffizienz von Industrierobotern um 30 % steigern.
  • Bis 2021 werden 30 % der G2000-Hersteller cyberphysikalische Roboter einsetzen, was zu einer Produktivitätssteigerung von 10 bis 20 % führt.
  • Bis 2020 wird der weltweite Markt für mobile Sicherheitsroboter um fast 300 % wachsen und damit die menschliche Sicherheit erhöhen. 30 % der mobilen Sicherheitsroboter werden nach Bedarf mit Onboard-Drohnen ausgerüstet.
  • Bis 2019 werden 25 % der mobilen Robotersysteme die Möglichkeit bieten, modulare Komponenten hinzuzufügen, die mehrere Anwendungen auf derselben mobilen Plattform ermöglichen und so eine Produktivitäts- und Effizienzsteigerung von bis zu 30 % ermöglichen.
  • Bis 2020 werden 30 % der Top 100 Retailer weltweit Roboter im Fulfillment-Prozess für den Ship-from-Store-Prozess einsetzen und so die Kosten für Bestellungen von Waren aus dem Ladengeschäft um bis zu 20 % senken.
  • Bis 2021 werden 45 % der mobilen Roboter-Einsätze über den so genannten "Robot as a Service" abgewickelt werden, der es ermöglicht, in Zeiten schwankender Nachfrage schnell zu skalieren und so den Einsatz von Robotern von einer Capex- in eine Opex-Aufwendung zu verlagern.
  • Bis 2020 werden die Ausgaben für Drohnen-Hardware, -Software und -Dienstleistungen in den Rohstoffindustrien, in denen Drohnen eingesetzt werden um die Infrastruktur für Öl-, Gas- und Kohlefördergebiete zu erfassen, zu planen und beispielsweise Tausende von Hektar Erntefläche zu überwachen, auf über eine Milliarde US-Dollar ansteigen.
  • Bis 2021 wird sich der Markt für Consumer-Roboter verdoppelt haben und die nächste Generation von AI-basierten Robotern, die sich weniger auf physische Aufgaben und mehr auf das Lehren und Interagieren mit Familienmitgliedern konzentrieren, wird damit begonnen haben, in die Haushalte einzuziehen und so die Lebensqualität zu verbessern.

Mehr als die Hälfte (rund 50,7 Mrd. Dollar) der weltweiten Investitionen in Robotik in diesem Jahr und auch während des gesamten Prognosezeitraums bis 2021 wird auf Robotik-Systeme, Aftermarket-Robotik-Hardware und Systemhardware entfallen. Die Ausgaben für Dienstleistungen, die sich auf die Bereiche Anwendungsmanagement, Training und Education, Hardwareimplementierung, Systemintegration und Beratung erstrecken, werden 2017 insgesamt mehr als 24 Milliarden Dollar betragen, während die Investitionen in Befehls- und Kontrollfunktionen, spezifische Robotikanwendungen und Software für die Netzwerkinfrastruktur ca. 15,2 Milliarden Dollar erreichen.

Investitionen in Drohnen und Drohnen-Zubehör werden 2017 ein Volumen von knapp 7 Milliarden Dollar aufweisen. Sie repräsentieren gleichzeitig die am schnellsten wachsenden Kategorien hinsichtlich der Ausgaben für Robotik.

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„Roboter mit innovativen Fähigkeiten wie Benutzerfreundlichkeit, Selbstdiagnose, Zero Downtime, Lernfähigkeit und Adaption sowie kognitive Interaktionen treiben die Verbreitung der Robotik auch in der Fertigungs- und Rohstoffindustrie hierzulande voran und ermöglichen neue, spannende Anwendungen im Gesundheitswesen, in Versicherungen, im Bildungswesen und im Einzelhandel“, sagt Wafa Moussavi-Amin, Analyst und Geschäftsführer bei IDC.

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Die Anwendungsfälle, die global gesehen den größten Teil der Robotik-Investitionen ausmachen, werden von den jeweiligen Industrien getrieben. So geht IDC beispielsweise davon aus, dass die Einsatzbereiche in der diskreten Fertigungsindustrie primär auf den Disziplinen Montage, Schweißen und Lackieren liegen werden. Ein typischer Use Case in der Prozessindustrie ist das Anmischen.

"Andere Robotik-Anwendungsfälle, die die Investitionen antreiben, sehen wir im Bergbau und im Großhandel (Pick and Pack). „Es wird spannend sein zu beobachten, wie schnell Westeuropa und damit auch Deutschland an Vorreiter wie Asia-Pacific, Japan und die USA aufschließen kann“, so Moussavi-Amin.

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