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Logistik 4.0 Die Zukunft des Supply Chain Managements

| Redakteur: Vivien Deffner

Die Logistik und das Supply Chain Management unterliegen einem stetigen Wandel. Eine Studie des Fraunhofer IPA hat untersucht, wie sich das Supply Chain Management bis 2040 verändern wird. Dabei spielen zehn Megatrends wie Urbanisierung und Digitalisierung eine tragende Rolle.

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Die Lieferkette und damit auch das Supply Chain Management wird sich bis 2040 aufgrund verschiedener Megatrends wandeln.
Die Lieferkette und damit auch das Supply Chain Management wird sich bis 2040 aufgrund verschiedener Megatrends wandeln.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Egal ob selbstfahrende Autos, Drohnen zur Paketzustellung oder ein Rohrleitungssystem für Postsendungen – diese Zukunftsszenarien könnten aufgrund des steigenden Bedarfs zur Bewältigung von Online-Bestellungen und dem Lieferverkehr Wirklichkeit werden. Denn die Logistik und damit das Supply Chain Management wandeln sich.

Herausforderungen des Supply Chain Managements

In einer Studie haben Forscher um Martina Schiffer von der Abteilung Fabrikplanung und Produktionsmanagement am Fraunhofer IPA sowie Georg Pietrzak und dessen Kollegen von Ginkgo Management Consulting untersucht, welche Entwicklungen das Supply Chain Management (SCM) bis 2040 prägen werden und wie sich dadurch auch die Wertschöpfungskette verändern wird. Dabei geht es auch darum herauszufinden, wie sich Unternehmen aufstellen müssen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Zentrale Fragestellungen dazu waren:

  • Reicht eine Positionierung auf Basis von Produktqualität, -preis, kurzer Lieferzeit und hoher Liefertreue in Zukunft aus?
  • Welche weiteren innovativen und digitalen Services entlang der Supply Chain bergen neben dem physischen Produkt Wettbewerbsvorteile?
  • Welche Bedeutung wird der Einsatz von Technologien wie Künstlicher Intelligenz oder Blockchain haben?
  • Wie sind Flexibilität und Widerstandsfähigkeit in der Supply Chain nachhaltig zu organisieren?

Als größte Herausforderungen werden von den Unternehmen die wachsende Konkurrenz durch neue Akteure und die Automatisierung von Prozessen genannt. Auch die Digitalisierung, kürzere Lieferzeiten und hohe Anforderungen an die Individualisierbarkeit der Produkte spielen eine zentrale Rolle.

Megatrends gestalten den Wandel des Supply Chain Managements

Dabei haben sich insgesamt zehn Trends herauskristallisiert, die zu einem Wandel der Supply Chain beitragen werden. Diese Trends umfassen

  • Individualisierung (personalisierte Produkte)
  • Digitalisierung/Konnektivität
  • Demographischer Wandel
  • Urbanisierung
  • Globalisierung
  • Nachhaltigkeit und Social Responsibility (wachsende Nachfrage nach umweltschonenden und fair gehandelten Produkten)
  • Veränderungen in der Mobilität
  • Datensicherheit und -eigentum
  • Servitization (wachsender Dienstleistungssektor)
  • Wandel hin zu Wissenskultur und Informationsgesellschaft

Daraus resultieren für das Supply Chain Management mehrere Veränderungen. So wird das SCM bis 2040 laut der Studie weitgehend autonom ablaufen. Fahrzeuge und Maschinen werden sich selbstständig be- und entladen und stellen Pakete zu. Auch die Wartung wird von selbstlernenden Algorithmen übernommen. Der Mensch ist dabei lediglich für die Planung und Überwachung zuständig. Durch alternative Antriebe und das Recycling ausrangierter Produkte soll außerdem die Umwelt weniger belastet werden. Darüber hinaus wird die starre Wertschöpfungskette von Rohstoff zum Endprodukt einer vollständig digitalen Smart Supply Chain weichen. Die Zahl der Beteiligten steigt aufgrund neuer Güter und Dienstleistungen und entwickelt sich so zu einem komplexen Netzwerk zwischen allen Akteuren. Das Supply Chain Management wird zudem zunehmend schnelllebiger und flexibler. Unternehmen entwickeln sich schnell zu globalen Playern und verschwinden in kürzester Zeit wieder vom Markt. Durch die steigende Flexibilität soll sich die Supply Chain zudem schneller an unvorhergesehene Ereignisse anpassen können.

Über die Studie

Für die Studie wurden 164 Personen entlang der Wertschöpfungskette online befragt. Der Fokus lag auf Herstellern, die ihre Produkte nicht selbst verkaufen. Auf Basis der dort gewonnenen Erkenntnisse wurden zehn Experteninterviews mit Managern der oberen Führungsebene und Fachexperten führender Unternehmen und Forschungsinstitute geführt, um die Erkenntnisse zu vertiefen. Daraus haben die Forscher des Fraunhofer IPA und Gingko Management Consulting die Schlussfolgerungen für die Zukunft der Supply Chain gezogen.

Die Studie können Sie hier kostenlos herunterladen.

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