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Cybersecurity Die Zukunft der Arbeit liegt in der Sicherheit der Daten begründet

| Autor / Redakteur: Morten Brøgger / Vivien Deffner

Flexible Modelle wie Homeoffice sowie das Arbeiten aus einem externen Büro sind aus unserer zukünftigen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Dass diese Zukunft so schnell und ohne Vorwarnung eintreten würde, damit rechnete allerdings niemand. Darunter könnte die Datensicherheit leiden.

Der durch Corona bedingte, schnelle Wechsel vieler Mitarbeiter ins Home Office deckt in manchen Unternehmen große Sicherheitslücken auf, die geschlossen werden müssen.
Der durch Corona bedingte, schnelle Wechsel vieler Mitarbeiter ins Home Office deckt in manchen Unternehmen große Sicherheitslücken auf, die geschlossen werden müssen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Herausforderungen, die die Corona-Krise mit sich brachte, erforderten eine unverzügliche Umstellung auf moderne Alternativlösungen. Damit trieb der Virus nicht nur unverhofft die Digitalisierung aller Branchen voran, sondern eröffnete auch dem Missbrauch unternehmensinterner Daten Tür und Tor.

Corona-Pandemie sorgt für neuen Status Quo

Agile Modelle, die die Zusammenarbeit unabhängig von Zeit und Ort möglich machen, standen bereits seit Längerem verstärkt im Fokus. Immer mehr Unternehmen verstanden, dass die Kommunikation per E-Mail sowohl interne Teams als auch externe Geschäftspartner und Kunden unnötig hemmte. Deshalb begannen sie, sich nach Möglichkeiten umzusehen, mit deren Hilfe sich der Kontakt untereinander intuitiver und damit auch produktiver gestalten lässt. Mit der globalen Ausbreitung des Corona-Virus bekam die Relevanz moderner Kommunikationstools allerdings einen völlig neuen Impuls. Quasi über Nacht zwangen die Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen Unternehmen in die heimischen vier Wände. Der abrupte Umzug ins Home-Office legte allerdings auch offen, wer seine Hausaufgaben gemacht hatte und wer nicht: Während einige Firmen bereits im Vorfeld in Cloud-Datenbanken und Kommunikationstools investiert hatten und deshalb beinahe nahtlos weitermachen konnten wie bisher, scheiterten andere schon am Montagsmeeting via Videoanruf.

Wenn Leichtsinn die Wirtschaft teuer zu stehen kommt

Doch auch Unternehmen, die bereits seit Längerem auf moderne Kommunikationslösungen setzen, sind vor einem Missbrauch ihrer Daten nicht zwangsläufig gefeit. Auch bei ihnen fiel die Wahl schon vor der Corona-Krise häufig auf das nächstbeste Tool, das auf den ersten Blick den Anforderungen gerecht zu werden schien. Dass diese allerdings viele Schwachstellen mit sich bringen, wurde vielen erst bewusst, als es im Rahmen der verstärkten Nutzung zu einer medienwirksamen Aufdeckung kam. Zu viele Unternehmen übersehen noch immer, dass geistiges Eigentum und proprietäre Daten heutzutage ihr wertvollstes Kapital darstellen. Durch die zunehmende Vernetzung der Systeme wächst aber auch das Risiko, dass datenbasierte Vorteile von Dritten schamlos ausgenutzt werden, stetig an. Tatsache ist: Cyberangriffe sind die am schnellsten wachsende Kriminalitätsform des 21. Jahrhunderts. Prognosen zufolge wird das Ausnutzen bestehender Sicherheitslücken die Weltwirtschaft schon ab 2021 sechs Billionen Dollar jährlich kosten.

Höchste Zeit für einen Perspektivwechsel

Innerhalb der Weltwirtschaft bedarf es eines nachhaltigen Paradigmenwechsels. Nur so kann die Summe von sechs Billionen Dollar jährlich auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Wenn es um die Zukunft der Arbeitswelt geht, wird es deshalb langfristig betrachtet zu einer Zweiteilung der Unternehmen kommen: Einerseits werden sich jene herauskristallisieren, die ihr Geschäftsmodell auf einem „Security First“-Ansatz errichten beziehungsweise dahin umverlagern, sollten sie bereits seit Längerem bestehen. Andererseits wird es jedoch auch solche Unternehmen geben, die aus mangelnder Weitsicht die Sicherheit ihrer Daten aus dem Auge verlieren. Diese zweite Gruppe wird schnell das Nachsehen haben. Entweder weil sie bemerken, dass die gewählten Lösungen sich nicht so nachhaltig einsetzen lassen, wie erhofft. Oder aber weil spitzfindige Hacker bereits Profit aus ihrer Unachtsamkeit geschlagen haben.

Dieser unbedarfte Umgang mit unternehmensinternen Daten kann fatale Folgen haben. Aktuelle Statistiken belegen, dass Cyberattacken während der Corona-Krise deutlich zugenommen haben – allein in der Branche der Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister wurde laut dem Sicherheitsbericht „Modern Bank Heists 2020“ im Februar ein Plus von 238 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Doch auch unabhängig der Corona-Pandemie nehmen Cybercrime-Aktivitäten über alle Branchen hinweg stetig zu. Die Entwicklungen machen deshalb deutlich: Unternehmen, die die Zukunft der Arbeitswelt aktiv mitgestalten und vorantreiben wollen, müssen die Art und Weise, wie sie mit ihren Daten umgehen, von einer völlig neuen Perspektive aus betrachten und ihre Speicherung und Verschlüsselung in großem Maße so sicherstellen, dass weder die Mobilität noch die Produktivität ihrer Teams darunter leiden. Unternehmen, die es schaffen, das Thema Datensicherheit nicht als lästige Pflicht, sondern vielmehr als Investition in ihr größtes Kapital zu begreifen, haben nicht nur das nötige Werkzeug zur Hand, das es braucht, um langfristig erfolgreich zu sein und es auch zu bleiben – sie sichern auch die Zukunft der Wirtschaft sowie der modernen Arbeitswelt.

* Morten Brøgger ist CEO der Wire Swiss GmbH.

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