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Startups

Die Zuckerbergs wachsen nicht auf den Bäumen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Heute Student, morgen CEO: Im Land der "unbegrenzten Möglichkeiten" scheint das durchaus zu funktionieren, wie diverse Karrieren aus dem Silicon Valley beweisen. Hierzulande ist das bei Startup-Gründern eher die Ausnahme als die Regel.

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Highflyer, die schon während des Studiums ihr Start-up auf die Beine stellen, sind die absolute Ausnahme.
Highflyer, die schon während des Studiums ihr Start-up auf die Beine stellen, sind die absolute Ausnahme.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Während des Studiums eine tolle Idee und dann noch vor dem Abschluss das Startup auf die Beine stellen. Allenfalls die "Mark Zuckerbergs" in den USA werden dem Klischee einer Startup-Gründung gerecht. In der bundesdeutschen Realität sieht die Sache jedoch ganz anders aus. In Deutschland sind solche Unternehmerkarrieren die absolute Ausnahme, wie eine Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 300 deutschen Startups ergab.

Bitkom-Präsident Achim Berg: „Viele Gründer verfügen über eine gehörige Portion Erfahrung in jenem Bereich, in dem sie mit ihrem Start-up tätig sind.“
Bitkom-Präsident Achim Berg: „Viele Gründer verfügen über eine gehörige Portion Erfahrung in jenem Bereich, in dem sie mit ihrem Start-up tätig sind.“
(Bild: Till Budde)

Die meisten Gründer haben Berufserfahrung

Lediglich elf Prozent aller Startups wurden von den Gründern noch während des Studiums auf den Weg gebracht, nur in den seltensten Fällen gingen die Gründer noch zur Schule (ein Prozent). Und auch direkt im Anschluss an das Studium wurden nur zwölf Prozent der Start-ups gegründet. Die große Mehrheit der Gründer wagt den Schritt zum Startup erst mit Berufserfahrung: 43 Prozent aus einem Anstellungsverhältnis heraus, 27 Prozent aus einer selbstständigen Tätigkeit. Und gerade einmal vier Prozent der Gründer waren arbeitslos, als sie sich für ihr Startup entschieden haben.

„Viele Gründer verfügen über eine gehörige Portion Erfahrung in jenem Bereich, in dem sie mit ihrem Startup tätig sind. Oft sind sie im alten Beruf an Grenzen gestoßen oder haben erkannt, was man mit digitalen Technologien besser machen kann – und setzen das dann um“, betont Bitkom-Präsident Achim Berg. „Eine Startup-Gründung ist für die allermeisten kein Notnagel, sondern eine bewusste unternehmerische Entscheidung.“

Gründerzeit: Familienpflege für's Nachwuchsunternehmen

Entsprechend befürwortet eine große Mehrheit der Startups die Einführung der im Koalitionsvertrag in Aussicht gestellten Gründerzeit. In der Gründerzeit sollen Arbeitnehmer ihre wöchentliche Arbeitszeit ohne größeren Verdienstausfall reduzieren können, um sich so finanziell abgesichert ihrem Startup widmen zu können. Vorbild dabei ist die Familienpflegezeit.

Zwei Drittel der Gründer (64 Prozent) sagen, eine solche Gründerzeit wäre für ihr eigenes Startup hilfreich. „Ein wichtiger Baustein, um die Gründungskultur zu fördern, ist es, den Übergang von einer Beschäftigung in die Selbstständigkeit zu erleichtern. Die Große Koalition hat mit einer Gründerzeit ein Modell dafür vorgeschlagen. Jetzt gilt es, diese Idee rasch in die Praxis umzusetzen“, so Berg.

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