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Effizienzdruck steigt Die Wertschöpfungskette wird digitalisiert

Redakteur: Jürgen Schreier

Sechs von zehn Unternehmen treiben laut einer Studie von Sopra Steria und F.A.Z.-Institut die Digitalisierung und Automatisierung ihrer Prozesse voran. Denn im Zuge der Corona-Krise gilt es Effizienzgewinne entlang der Wertschöpfungskette zu realisieren.

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Das wird es demnächst so nicht mehr geben, denn viele Vorgänge werden nach der Corona-Krise digitalisiert und automatisiert.
Das wird es demnächst so nicht mehr geben, denn viele Vorgänge werden nach der Corona-Krise digitalisiert und automatisiert.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Wird die Welt nach der Corona-Krise eine andere sein? Ja, vermutlich eine digitalere. Das gilt gleichermaßen für die Produktion, die Beschaffung , das Supply-Chain-Management sowie die Organisationsstrukturen - und prozesse im Unternehmen.

Denn vor allem in der eigenen Unternehmensorganisation sieht die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland erhebliche Effizienzdefizite. Um diese Lücken zu schließen setzt jedes zweite auf mehr Automatisierung und bessere Produktqualität. Sechs von zehn Unternehmen treiben Digitalisierungsprojekte mit den größten Quick-Win-Aussichten sowie die Automatisierung von Prozessen voran. Das sind die Ergebnisse der Studie „Potenzialanalyse Operative Effizienz“ von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut. 323 Entscheider sowie Führungskräfte und Spezialisten aus verschiedenen Branchen wurden befragt.

Corona-Pandemie verstärkt Effizienzdruck

Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit durch mehr Effizienz ist ein Dauerthema für Unternehmen. Durch die die weltweite Corona-Pandemie verstärkt sich dieser Druck. Die ökonomischen Auswirkungen der Krise sind nach sind enorm. Deshalb dürften Effizienzgewinne in Form von Einsparungen und Optimierungen entlang der Wertschöpfungskette vor diesem Hintergrund für viele Unternehmen noch wichtiger werden, wollen sie die Auswirkungen der Corona-Krise zu meistern.

Schon vor der weltweiten Corona-Pandemie hatte sich die Konjunktur weltweit und in vielen Branchen deutlich abgekühlt. Akute Handelskonflikte sowie politische Krisenherde haben die Absatzchancen geschmälert. Die zu Jahresbeginn von Instituten und der Bundesregierung gestellte Prognose zur Wiederbelebung der Konjunktur wurde inzwischen revidiert. Dafür sorgen neben den aktuellen Entwicklungen die deutlich gestiegenen Arbeitskosten im abgelaufenen Jahr.

In Zeiten von Corona fahren Entscheider zwar zunächst überwiegend auf Sicht. Frühzeitige Investitionen dürften jedoch bei der Bewältigung der Lage helfen und die operative Effizienz perspektivisch noch wichtiger werden. „Zahlreiche Unternehmen haben ihre digitalen Investitionsschwerpunkte strategisch klug gesetzt“, sagt Urs M. Krämer, CEO von Sopra Steria. „Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren unter anderem große Summen in Digitalisierung und den Umbau ihrer Geschäftsmodelle investiert. Das kann sich in der Corona-Pandemie positiv auswirken, denn sie beschleunigt jetzt die digitale Transformation. In der folgenden Normalisierungsphase ist zu erwarten, dass sich sichtbare Verbesserungen in Form von neuem Geschäft, schnelleren Abläufen, geringeren Kosten oder vereinfachtem Arbeiten einstellen.“

Effizienzprogramme: Unternehmen fahren mehrgleisig

Für 41 Prozent der Unternehmen war bereits vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie eine höhere Umsatzrendite im eigenen Unternehmen ein Ziel mit hoher Priorität, so die Studie. Das Personal soll beispielsweise weniger Arbeitszeit mit nicht wertschöpfenden Aufgaben verbringen. 22 Prozent der Unternehmen wollen die sogenannte Accountability steigern.

Jeder zweite befragte Entscheider erwartet einen Automatisierungsboom, auch weil das Potenzial neuer Technologien derzeit nicht ausgeschöpft wird. Sechs von zehn Unternehmen treiben Digitalisierungsprojekte mit den größten Quick-Win-Aussichten sowie die Automatisierung von Prozessen voran.

71 Prozent der Unternehmen wollen in diesem Zuge ineffiziente Abläufe durch neue ablösen. Jedes zweite geht hierzu methodisch auf Spurensuche, um Effizienzbremser zu beseitigen. „Viele Geschäftsprozesse laufen heute IT-unterstützt ab. Durch Datenspuren ist es viel leichter zu ergründen, wie sich ein Prozess beschleunigen oder der Aufwand reduzieren lässt“, sagt Jens Rohde, Experte für digitales Prozessmanagement von Sopra Steria Next. „Wer Arbeitsabläufe frühzeitig digitalisiert und automatisiert hat, verschafft sich bei ad hoc erforderlichen Maßnahmen zur pandemiebedingten Reorganisation von Prozessen mehr Möglichkeiten. Sie können per Fernzugriff oder teilautomatisiert weiterlaufen. Auch die Priorisierung von Ressourcen geht bei transparenten Prozessen deutlich leichter von der Hand.“

Digitalisierung und Prozessverbesserungen sind allerdings nur zwei in einer ganzen Reihe von Maßnahmen: Mehr als jedes zweite Unternehmen stellt die Produkt- und Leistungspalette auf den Prüfstand. Ziele sind eine Vereinheitlichung und ein verstärkt modularer Aufbau.

Spartensilos sollen aufgebrochen werden. Outsourcing verliert für bestimmte Aufgaben etwas an Bedeutung. Nearshore- und Offshore-Dienstleister bleiben aber wichtig, wenn sich Alternativen wie Robotic Process Automation (RPA) nicht eignen, beispielsweise beim Auslagern komplexer Prozesse und ganzer Geschäftsbereiche, die nicht Kerngeschäft sind.

Akzeptanz - entscheidender Faktor für mehr Effizienz

Für zwei von drei Entscheidern ist zudem Wertschätzung ein zentraler Hebel, damit das eigene Unternehmen insgesamt effizienter arbeitet. 40 Prozent wollen die Mitarbeiterzufriedenheit steigern. Sie bauen beispielsweise Hierarchien ab, Teams sollen eigenverantwortlicher und damit schneller handeln können. Zudem sollen Abteilungsgrenzen überwunden werden.

„Akzeptanz ist ein entscheidender Faktor für mehr Effizienz. Wenn Unternehmen Abläufe und Teile des Geschäfts automatisieren wollen, müssen sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erklären, dass sie auch in Zukunft gebraucht werden, und sie für diese neuen Aufgaben qualifizieren“, sagt Sopra-Steria-CEO Urs M. Krämer. Die Unternehmen haben an dieser Stelle noch viel Arbeit vor sich: Nur 17 Prozent der befragten Entscheider sehen derzeit, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Automatisierung als Entlastung von Routinearbeit wahrnehmen statt als Jobkiller, so die Studie.

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