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Co-Innovation mit Tech-Experten Die Wegbereiter der Machine Economy

| Autor / Redakteur: Harald Zapp / Jürgen Schreier

Die Innovationsfähigkeit der europäischen Industrie steht auf dem Prüfstand. Kleine und mittlere Unternehmen, aber auch Konzerne, müssen ein komplett neues Innovationsmanagement wagen. Eine Lösung: Co-Innovation mit Tech-Experten, um Sprunginnovationen zu realisieren.

Effizienzgewinne und Skaleneffekte werden in Zukunft über die Verknüpfung ausgefeilter Sensorik und Aktorik sowie künstlicher Intelligenz erreicht, die völlig neuartige Wertschöpfungsketten in der Machine Economy ermöglichen.
Effizienzgewinne und Skaleneffekte werden in Zukunft über die Verknüpfung ausgefeilter Sensorik und Aktorik sowie künstlicher Intelligenz erreicht, die völlig neuartige Wertschöpfungsketten in der Machine Economy ermöglichen.
(Bild: NBT)

Der exklusive Zugang zu knappen Ressourcen ist zu allen Zeiten ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gewesen. In Agrargesellschaften war es der Besitz von Land und Vieh, im Industriezeitalter waren ausreichend Maschinen und Rohstoffe erfolgsentscheidend. Im Informationszeitalter sind diejenigen erfolgreich, die Informationen digitalisieren, analysieren, mit ihnen globale Netzwerke spannen und Plattformen aufbauen.

Daten sind mittlerweile aber so omnipräsent und vollumfänglich zugänglich, dass diese allein kaum noch Wettbewerbsvorteile verschaffen können. Effizienzgewinne und Skaleneffekte werden in Zukunft über die Verknüpfung ausgefeilter Sensorik und Aktorik sowie künstlicher Intelligenz erreicht, die völlig neuartige Wertschöpfungsketten in der Machine Economy ermöglichen.

Vom Informationszeitalter ins Innovationszeitalter

Disruptive Technologien wie die Blockchain, Machine Learning und Künstliche Intelligenz prägen das Internet of Things (IoT) und lassen uns erahnen, welch enormes Potenzial bereits im nächsten Jahrzehnt in der Machine (to Machine) Economy gehoben werden kann. Einen Ausblick geben Tech-Startups aus dem IoT Sektor.

Sei es ConcR, das kürzlich von NBT ausgegründete Venture, das Beton mit funktionsfähiger Sensorik ausstattet und so der Baubranche neue Wege zu smarten Services ermöglicht oder auch METR, das mit einem multiprotokollfähigen Gateway, einer intelligenten Plattform und einem auf die Bedürfnisse der Kunden angepassten Portal die Digitalisierung der Wohnungswirtschaft vorantreibt.

Auch SENSRY, das in Kooperation mit Globalfoundries und Fraunhofer Sensormodule für die IoT-Anwendung der Zukunft baut, und Weeve, das eine Plattform für den Remote-Proof aufbaut und so die Integrität von IoT Daten, ihre Qualität und den sicheren Transport vor der Nutzung zertifiziert, zeigen den Weg ins Innovationszeitalter auf. In Kooperation mit Industrie-Unternehmen, Wissenschaft sowie Unternehmen aus dem Finanz-, Versicherungs- und Gesundheitswesen arbeiten wir an der Echtzeitsteuerung vernetzter Maschinen, sensorgestützter Logistik und Lösungen für autonomes Fahren.

Buchtipp "Data Analytics"

Das Fachbuch bietet einen guten Überblick zu den in Produktion und Logistik anwendbaren Data Mining Algorithmen und stellt konkrete Use Cases vor, die mit diesen Algorithmen umgesetzt werden können.

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Das Potenzial ist da, es muss nur umgesetzt werden. Der Erfolg des Industriestandorts Deutschland wird maßgeblich davon abhängen, wie gut wir mithilfe dieser disruptiven Technologien in den nächsten Jahren Innovationen entwickeln und auf die Straße bekommen. Denn bei der Machine Economy geht es um hochrangiges Business-to-Business-Geschäft – damit hat Deutschland in Europa und der Welt die Chance, sich in Sachen Digitalisierung zu positionieren und muss sie nutzen!

Ideen in reale B2B-Geschäftsmodelle umsetzen

Hier herrscht allerdings großer Nachholbedarf: Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in deutschen KMU arbeiten viel zu häufig auf kurzfristige Erfolge hin und bewegen sich auf bewährten Pfaden. Die bereitgestellten Mittel und Investitionen sind an die Erwartung einer zeitnahen Amortisierung geknüpft. Das mag die Produktivität an einzelnen Stellen erhöhen, hat mit der erforderlichen Disruption ihrer Geschäftsmodelle aber wenig gemeinsam.

Schauen wir uns die Budgets für klassisches R&D an, stehen wir gar nicht schlecht da: 109 Billionen US-Dollar Investment entsprechen dem UNESCO Institute for Statistics zufolge hierzulande 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und stehen 476 Billionen US-Dollar und einem Prozentanteil von 2,7 Prozent in den USA gegenüber.

Hier ist das Budget allerdings an der falschen Stelle! Im klassischen R&D geht es um inkrementelle, lineare Innovation. Disruptive Innovationen verlangen Venture Capital und da sieht Deutschland im globalen Vergleich nach wie vor alt aus. Seit 1995 wurden in Deutschland etwa 50 Milliarden US-Dollar Risikokapital investiert, das entspricht etwa 1,3 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung.

Zum Vergleich: In den USA liegt der Wert bei 870 Milliarden US-Dollar und junge Tech-Firmen tragen rund 34 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das Missverhältnis zwischen in die Zukunft gerichteter Innovationsentwicklung und der Überführung in marktreife B2B-Lösungen ist einfach zu groß.

Innovationsmanagement erfordert grundlegendes Umdenken

Europäische KMU, aber auch Konzerne müssen die Rahmenbedingungen für Innovationen anders denken und ein komplett neues Innovationsmanagement wagen. Das gelingt nur in den seltensten Fällen mit eigenen Ressourcen. Echtes Innovationsmanagement erfordert ein Ökosystem aus vernetzten Experten, die aus unterschiedlichen Bereichen kommen und fernab tradierter Strukturen in ausgelagerten Innovationslaboren Ideen entwickeln, erproben und in kürzester Zeit umsetzen.

Ein Company Builder wie die Next Big Thing AG mit seinem Tech-Fokus auf die Machine Economy bietet die nötige Infrastruktur, den Zugang zur Industrie für die schnelle Umsetzung marktreifer IoT-Geschäftsmodelle im B2B und macht neu gegründete Unternehmen als technologischer Co-Founder kapitalmarktfähig. In den nächsten Jahren entscheidet sich, ob Deutschland der Übergang vom Informations- in das Innovationszeitalter gelingt. Wir arbeiten daran!

Über Harald Zapp

Harald Zapp ist Gründer und CEO der Next Big Thing AG (NBT), einem Company Builder für die Machine Economy mit Sitz in Berlin, der ein vollständiges Angebot für den Aufbau von IoT-Ventures mit Fokus auf Machine Learning, Künstliche Intelligenz und Blockchain bereitstellt. Mit der Gründung von NBT hat er sich zum Ziel gesetzt, Deutschland attraktiver für datenbasierte B2B-Geschäftsmodelle zu machen und eine höhere Innovationsdynamik zu etablieren – auch in Traditionsfeldern.

Mit 25 Jahren Erfahrung in US-Firmen, darunter als langjähriger Marketingchef von Cisco Deutschland, ist Harald Zapp einer der Pioniere des Internets . Die von ihm mitgegründete IoT-Plattform relayr, die 2018 vom Münchner Rückversicherer Munich Re übernommen wurde, war einer der größten Tech-Startup-Exits in Deutschland überhaupt.

Harald Zapp ist ein gefragter Ratgeber und Experte im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge und Industrie 4.0. Darüber hinaus ist er im Hauptvorstand des Bitkom-Verbandes aktiv.

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