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Expertenbeitrag

Jens Puhle

Jens Puhle

Sales Director Germany bei Rackspace

Studie Industrie 4.0

Die Kraft der Digitalisierung nutzen

| Autor/ Redakteur: Jens Puhle / Sebastian Human

Wenn deutsche Unternehmen – insbesondere im Fertigungsbereich – auch weiterhin marktführend sein wollen, müssen sie dem Digitalisierungstrend folgen. Denn nur mit IT-Infrastrukturen, die Manufacturing auf Industrie-4.0-Niveau gerecht werden, können sie ihre Leistungsfähigkeit weiter steigern.

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Gut gemanagte Cloud-Lösungen können nachweislich Leistungsfähigkeit und Produktivität steigern.
Gut gemanagte Cloud-Lösungen können nachweislich Leistungsfähigkeit und Produktivität steigern.
(Bild: Pixabay)

Herausforderungen wie IT-Security und das Management von IoT-Strukturen lassen allerdings viele zögern. Richtig umgesetzt, werden Technologien wie die Cloud jedoch zum starken Partner. Deutsche Unternehmen gelten als treibende Kräfte der Wirtschaft und überzeugen mit ihrem Know-how. Insbesondere Mittelständler tragen entscheidend zum Wirtschaftswachstum hierzulande bei. So stammt laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mehr als die Hälfte der Wertschöpfung aus dem Mittelstand. Dabei zeigt eine Studie, dass die im Mittelstand bewährten Spezialisierungs- und Nischenstrategien weiterhin erfolgreich sein werden. Allerdings nur, wenn die Firmen die Kraft der Digitalisierung für sich nutzen. Denn Kunden fordern nicht nur maßgeschneiderte Produkte und eine schnellstmögliche Lieferung, sondern auch einen attraktiven Preis. Und der lässt sich nur realisieren, wenn die Produktion effizient ist.

Fabrikhallen werden zu Kommunikationszentren

Wer hochindividualisierte Produkte oder schnelle Lieferzeiten realisieren will, kommt an einer Fertigung nach 4.0-Standard nicht mehr vorbei.

„Multi-Cloud und Cloud Managed Services im Manufacturing-Umfeld”, a 2018 European study by PAC
„Multi-Cloud und Cloud Managed Services im Manufacturing-Umfeld”, a 2018 European study by PAC
(Bild: PAC/Rackspace)

Fabrikhallen werden zunehmend zu lebhaften Kommunikationszentren, in denen sich Maschinen, Dienstleister, Produkte, Kunden und Logistiker in der Wertschöpfungskette kontinuierlich austauschen. So kursieren mittlerweile riesige Datenmengen zwischen den Akteuren. Kein Wunder also, dass 45 Prozent aller Befragten die Umsetzung von IoT und Industrie 4.0 als große Herausforderung ansehen.

Zu diesem Ergebnis kommt auch die Studie „Multi-Cloud und Cloud Managed Services im Manufacturing-Umfeld“, die Rackspace in Kooperation mit den Pierre Audoin Consultants (PAC) durchgeführt hat. Allerdings erwarten lediglich 38 Prozent der befragten Unternehmen einen großen Wertbeitrag von Cloud-Lösungen bei der Umsetzung von IoT- und Industrie 4.0-Initiativen. Bei IT-Security sind es sogar nur 21 Prozent.

Mit der Multi-Cloud moderne Fertigung organisieren

Ein großer Trugschluss, denn tatsächlich lassen sich Initiativen rund um Industrie 4.0 und IoT ohne Cloudlösungen kaum umsetzen. Neue Technologien benötigen eine leistungsfähige IT-Infrastruktur. Denn heterogene Infrastrukturen und Plattformwelten der Smart Factories sind völlig anders zu managen. Und obwohl 60 Prozent der befragten Unternehmen die Komplexität der Integration, Verwaltung und Überwachung von Multi-Cloud-Anwendungen als Hemmnis für den Einstieg sehen, gehören Multi-Cloud-Anwendungen mittlerweile bei vielen Unternehmen zum festen Portfolio. Diese erweisen sich dabei als besonders flexibel: Je nach Bedarf und Budget können Unternehmen verschiedene Cloud-Plattformen zu dem für sie perfekten System kombinieren. Ein kostengünstiges Konzept, das Anwender unabhängig von nur einem Cloud-Anbieter agieren lässt und Spielraum für Skalierung bietet.

Aktives Cloud-Management entscheidet über Erfolg oder Misserfolg

Der Cloud-Erfolg für die eigenen Zwecke hängt größtenteils von der Art der Umsetzung ab. Entscheidend an dieser Stelle ist ein aktives Cloud-Management, das die Kosten und Ressourcen jederzeit im Blick hat. Erstaunlich, dass viele Firmen dem Faktor Ressource im Rahmen ihrer Cloud-Strategie eine untergeordnete Rolle beimessen. Nur wenige Unternehmen sind in der Lage, die Herausforderungen, die durch den Cloud-Einsatz entstehen, mit ihren bestehenden Teams zu meistern. Insbesondere maßgeschneiderte Cloud-Lösungen, die verschiedene Anbieter und Lösungen kombinieren, erhöhen die Komplexität der Steuerung und den Fachkräftebedarf. Denn Cloud-Infrastrukturen sind durchaus komplex und ändern sich kontinuierlich, unter anderem aufgrund von Updates und Weiterentwicklungen.

Herausforderung IT-Sicherheit

Darüber hinaus spielt das Thema IT-Security eine ganz entscheidende Rolle. Denn auch dann, wenn verschiedene Cloud-Anwendungen im Einsatz sind, müssen die sensiblen Unternehmensdaten und Netzwerke geschützt bleiben. Um sicherzustellen, dass es nicht zu Ausfällen, Datenlecks oder ähnlichen produktivitätsschädlichen Problemen kommt, ist ein umfassendes Know-how notwendig.

Externe Dienstleister unterstützen

Viele Unternehmen haben weder die Ressourcen noch das Know-how, um komplexe Cloud-Lösungen zu betreiben. Denn Erfahrungen im Cloud-Umfeld können nur bedingt durch Schulungen aufgebaut werden, ausgebildete Fachkräfte sind heiß begehrt und der Arbeitsmarkt für derartige Skills ist praktisch leergefegt. Ein sinnvoller Einsatz von Cloud-Technologien ist daher für viele Unternehmen nur mit Hilfe von Dienstleistern möglich. Deshalb nutzen viele Firmen bei der Umsetzung und dem Management von Cloud-Umgebungen externe Partner. Schon jetzt arbeitet knapp die Hälfte der befragten Unternehmen bereits mit einem externen Dienstleister zusammen, 37 Prozent planen dies in den nächsten zwei Jahren, und 18 Prozent diskutieren darüber, so die Studie „Multi-Cloud und Cloud Managed Services im Manufacturing-Umfeld“.

Voraussetzung sollte dabei stets sein, dass die Dienstleister über die notwendige Erfahrung und Kenntnisse gängiger Clouds wie AWS, Google Cloud Platform, OpenStack oder Microsoft Azure verfügen. Neben Zertifizierungen ist auch der Service ein Qualitätsmerkmal. Dieser sollte neben einem persönlichen Ansprechpartner auch immer einen Rund-um-die-Uhr-Service beinhalten.

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