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Personelle Herausforderungen im Energiesektor

Die digitale Transformation der Energiebranche

| Autor/ Redakteur: Regina Harms* / Marlene Mahlo

Stadtwerke und Energieversorger sehen sich zunehmend mit komplexen Technologien rund um Smart Home und Smart City konfrontiert. Um diesen Wandel durch neue Geschäftsmodelle effektiv nutzen zu können, bedarf es jedoch auch geeigneter Mitarbeiter mit digitalem Mindset.

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Um eine sichere Versorgung mit erneuerbarer Energie mit intelligenter und innovativer Steuerung in Echtzeit zu gewährleisten, ist eine flächendeckende Digitalisierung Voraussetzung und Schlüssel.
Um eine sichere Versorgung mit erneuerbarer Energie mit intelligenter und innovativer Steuerung in Echtzeit zu gewährleisten, ist eine flächendeckende Digitalisierung Voraussetzung und Schlüssel.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Im Zuge der digitalen Transformation steht die Energiebranche vor großen Herausforderungen. Durch wachsende Qualitätsansprüche sind sowohl Energieversoger als auch Stadtwerke zunehmend mit komplexen Technologien rund um Smart Home, Smart City, Apps für Energiedienstleistungen, automatisierten Stromhandel oder virtuellen Kraftwerken konfrontiert. Dieser Wandel bietet zugleich aber die Chance, neue datengetriebene Geschäftsmodelle zu entwickeln und sich mittels innovativer Dienstleistungen am Markt neu zu positionieren – doch dafür braucht es auch die richtigen Mitarbeiter mit digitalem Mindset.

Da der Energiebedarf in Deutschland stetig wächst, werden Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz für die Unternehmen und Kunden immer wichtiger. In der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, wie Wind und Sonne liegt daher die Zukunft. Für eine sichere Versorgung mit volatiler Energie und ein zuverlässiges Energiesystem ist jedoch eine intelligente und innovative Steuerung und Abstimmung von Angebot und Nachfrage in Echtzeit erforderlich. Um das zu gewährleisten ist eine flächendeckende Digitalisierung Voraussetzung und Schlüssel. Denn nur wenn alle System-Komponenten reibungslos miteinander kommunizieren können, ist auch das Potenzial, welches das IoT der Energieversorgung bietet, zu heben.

Dafür wachsen IT- und Energiesektor schon heute mehr und mehr zusammen und die Möglichkeiten innovativer Lösungen, wie beispielsweise Hybridnetze, Smart Grids, Glasfaser, 5 G, Gigabit-Netze und Blockchain-Technologien, nehmen zu. Die damit verbundenen Herausforderungen bei der digitalen Transformation sind, je nach Unternehmensgröße, für Energieversorger aber durchaus unterschiedlich. Die Aufgaben sind bei großen Unternehmen sehr viel komplexer, wie beispielsweise prädiktive Instandhaltung, Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen sowie smarte Produkte und Services für Kunden. Bei kleineren Stadtwerken hingegen ist die digitale Transformation häufig zunächst ein Thema der internen Prozess- und Effizienzoptimierung, erst danach folgt die Entwicklung neuer digitaler Produkte und Kundenbindungstools – folglich werden hier auch andere Technologieschwerpunkte gesetzt.

Personelle Herausforderungen

Alle eint aber die große Herausforderung der konkreten Umsetzung. Denn wenn schon einfachste IT-Projekte und die Umstellung auf digitale Technologien ein mittleres Problem darstellen, haben folglich Innovationen und zukunftsweisende digitale Großprojekte naturgemäß keine hohe Priorität – viele stehen erst am Anfang des Entwicklungsprozesses. Um sich mit neuen erfolgreichen Produkten und Dienstleistungen als smarten Lösungsanbieter auf dem Markt zu positionieren, sind passende Mitarbeiter mit digitalen Kompetenzen notwendig. Diese zu finden und für sich zu gewinnen ist aber eine Mammutaufgabe, bei der viele Energieversorger scheitern. Dabei sind es genau diese passenden Fach- und Führungskräfte, die die Basis für Innovationsfähigkeit bilden und Grundlage sind, um mit den Trends im Energiesektor Schritt zu halten.

Um smarte Lösungen umzusetzen, fehlt es Energieversorgern vor allem in den Bereichen IT und Digitalisierung an qualifiziertem Personal. Gesucht werden händeringend Digital Manager, IT Spezialisten und Elektronikfachleute, die neben hoher Analyse- und Lösungskompetenz vor allem mit visionärem Denken punkten.

Auf das Mindset kommt es an

Auf den Agenden der Energieversorger steht in Sachen Personal aktuell besonders die Suche nach Führungskräften, die die kulturelle Weiterentwicklung vorantreiben. Hierbei geht es vor allem darum, alte Verhaltensweisen und eingebrannte Überzeugungen und Entscheidungswege bei den Mitarbeitern aufzubrechen und ein Bewusstsein für die Zukunft der Branche zu schaffen. Ein IoT-gestütztes Energieversorgungssystem ist nämlich nicht weniger als ein Paradigmenwechsel, der sowohl bei Führungskräften als auch Mitarbeitern im Kopf ankommen und im nächsten Schritt umgesetzt werden muss. Dafür werden Führungskräfte gesucht, die sich als Innovations- und Change Manager verstehen, Ideen und Kreativität ihrer Mitarbeiter fördern und integrieren und mit frischen, innovativen Ansätzen die Veränderungsstimmung der Branche konsequent nutzen.

Die Digitalisierungstrends stellen dabei ganz neue Anforderungen an die gesamte Arbeitswelt. Offenheit für neue Wege und Denkmuster sowie für eine neue Führungs- und Entscheidungskultur sind daher entscheidende Kriterien bei der Personalgewinnung im Energiesektor. Wenn die Energiebranche in Deutschland jetzt nicht in Spezialisten und Führungskräfte mit digitalen Qualifikationen und einem innovativen Mindset investiert, droht die Branche technologisch von internationalen Playern abgehängt zu werden.

Dabei hat der Energiesektor die besten Chancen die richtigen Talente zu finden, denn er ist hochinteressant für Kandidaten aus anderen Branchen. Er bietet kreativen, innovativen und digitalaffinen Führungskräften und Managern viele Möglichkeiten, ihre Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Ein fruchtbares, digitales Umfeld, das in nächster Zeit sicherlich mehr Top-Kandidaten von sich überzeugen wird.

* Regina Harms ist Partner bei Boyden in Frankfurt. Sie verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich Executive Search – ihr Schwerpunkt liegt auf der Suche und Auswahl von Führungskräften in den Bereichen Energie und regenerative Energien, IT und Technologie sowie Antriebs- und Automatisierungstechnik.

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