Suchen

Automatisierung von Geschäftsprozessen Die Demokratisierung der Technologie

| Autor / Redakteur: Per Stritich / Jürgen Schreier

Legacy-Unternehmen sind geprägt von veralteten, oftmals manuellen Geschäftsprozessen. Technologien, die Prozesse automatisieren, ermöglichen es Unternehmen, bessere Leistungen zu erbringen. Außerdem machen sie Verbrauchern und Organisationen eine Vielzahl von Produkten und Services zugänglich.

Firmen zum Thema

In vielen Legacy-Unternehmen werden Geschäftsprozesse noch manuell abgearbeitet.
In vielen Legacy-Unternehmen werden Geschäftsprozesse noch manuell abgearbeitet.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Technologie ist allgegenwärtig in den entwickelten Gesellschaften dieser Welt. Sie gehört zum Alltag der Menschen dazu. Sie bemerken Technologie nur, wenn sie nicht funktioniert – und Anwender sich darüber ärgern. Dies ist zwar relativ selten der Fall, aber ein Leben ohne ist undenkbar geworden.

In letzter Zeit sind Technologie-Unternehmen wie Facebook oder Google hinsichtlich des Schutzes von personenbezogenen Daten in die Kritik geraten. Die Berichterstattung darüber lässt Verbraucher ab und an etwas skeptisch bei der Nutzung dieser Dienste sein, dies dauert jedoch nur einen kurzen Moment, bis der nächste Post online ist.

Technologien ermöglichen nicht nur bessere Leistungen, sondern machen auch Verbrauchern wie Organisationen eine Vielzahl von Produkten und Services zugänglich. Es wird eine Mitfahrgelegenheit benötigt, aber ein Mietwagen ist zu umständlich. Eine Fahrgemeinschaft oder ein kurzfristig für eine bestimmte Strecke gemietetes Fahrzeug ist eine Alternative. Diese neuen Geschäftsmodelle bieten eine höhere Flexibilität als jemals zuvor. Die Anmietung lässt sich effizient und problemlos über das Smartphone erledigen. Die Verbraucher müssen nicht einmal mit einem Menschen sprechen. Die technologische Erfahrung ist damit nahtlos.

Ein neues Geschäftsumfeld

Technologie macht heutzutage nicht nur das Leben von Verbrauchern und Gamern zu einem wahren Wunderland, sondern sie unterstützt auch Unternehmen dabei, die von Konsumenten gekauften Dinge bereitzustellen. Gleichzeitig ermöglichen Anwendungen es, dass Arbeitnehmer effizienter und profitabler arbeiten.

Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein. Unternehmen wie Uber oder Amazon, die heute als „digital native Unternehmen“ bezeichnet werden, haben die Erwartungen an jedes Unternehmen verändert. Ohne die technologischen Vorteile der Digital Natives werden es Organisationen, die sozusagen noch Legacy-Unternehmen sind, im Wettbewerb schwer haben.

Wenn Unternehmen weiterhin traditionell denken und handeln, sind ihre Tage gezählt. Die Uhr tickt und mit jeder Sekunde erweitern die Digital Natives ihren Vorsprung – wenn traditionell denkende Organisationen sich nicht neu und digital orientieren und die Vorteile moderner Technologien nutzen.

Dennoch beschäftigen die sogenannten Legacy-Unternehmen trotz aller bisher implementierten Enterprise Resource Planning (ERP)-Systeme Millionen von Menschen. Sie arbeiten Seite an Seite, Reihe an Reihe mit veralteten, oftmals manuellen Geschäftsprozessen. Sie arbeiten mit Hochdruck daran, wie Digital Native Unternehmen zu werden.

Das Versprechen der Technologie

Technologische Innovationen wie künstliche Intelligenz (KI), Cloud Computing oder Software-Robotik stellen demokratisierende Faktoren für die Wirtschaft dar. Sie ermöglichen es Unternehmen, Prozesse schneller als bislang zu skalieren. Gleichzeitig senken sie Barrieren hinsichtlich der Infrastruktur und reduzieren Kosten.

Mit KI-gesteuerten Chatbots und intelligenten Empfehlungen können selbst schlanke Start-ups ihren Kunden personalisierte Erlebnisse und einen exzellenten Service bieten. Damit vertiefen sich die Beziehungen zu den Kunden – und im Umkehrschluss ihre Loyalität. Die Leistungsfähigkeit geht jedoch deutlich darüber hinaus, wie Organisationen Nutzer von sich zu überzeugen. Dies bedeutet aber auch eine komplette Transformation wie Menschen arbeiten.

Die Verbreitung des Smartphones und die Entwicklung der Cloud veränderten die „Zukunft der Arbeit“. Sie befreiten die Menschen von ihren Schreibtischen und sind die Basis für eine flexiblere Arbeit. Software-Bots führen jetzt die „Zukunft der Arbeit 2.0“ ein. Menschliche Angestellte werden aus dem Back Office „befreit“. Das Ziel ist eine kreativere, strategischere Art der Arbeit, die die Unternehmensziele unterstützt.

Die alternde Belegschaft in Japan und den meisten europäischen Ländern zwingt Unternehmen, sich zu überlegen, was ihnen ihre Mitarbeiter wert sind. Darüber hinaus werden auch in den Vereinigten Staaten die Mitarbeiter in den nächsten zwei bis drei Jahren überaltern. Hinzu kommt, dass es in vielen Ländern einen immer kritischer werdenden Fachkräftemangel gibt. Jeder Mitarbeiter zählt. Als Führungskraft müssen Organisationen entscheiden, wo der Fokus von Mitarbeitern liegen soll. Dieser liegt eindeutig auf der Kreativität und Zusammenarbeit – und sorgt dafür, dass die Herausforderungen von Firmen gelöst werden.

Die bestehenden Legacy-Ketten aufbrechen

Sind Organisationen also bereit, sich weiterzuentwickeln? Die Automatisierung von Geschäftsprozessen, die sich automatisieren lassen, sollte das wichtigste Ziel sein. Der erste Schritt: Unternehmen müssen den Status ihrer digitalen Transformation überprüfen und welche (bzw. wie viele) Geschäftsprozesse auf Legacy-Technologien basieren. Die meisten Firmen sind auf diesem Weg noch nicht annähernd so weit, wie sie denken. Wie nutzen Mitarbeiter ihre Zeit? Was sind momentan die kritischen Punkte?

Dies wird nicht über Nacht geschehen. Veränderungen werden schrittweise verwirklicht. Unternehmen können mit einem Pilotprojekt beginnen, zum Beispiel mit der Automatisierung einiger Prozesse. Dazu gehören Gehaltsabrechnungen oder der Test eines neuen CRM-Systems. Technologien erlauben es, dass das Fachwissen und die Erfahrung von „Experten“ nicht mehr allein ausschlaggebend sind. Sie bringen eine neue Kultur der Innovationen zum Vorschein und fördern Mitarbeiter auf allen Ebenen, um neue Ideen und Prozesse zu realisieren.

Wenn Technologie von Menschen für Menschen entwickelt wird, ist ihr Ziel nicht nur, die Unternehmensleistung zu verbessern. Vielmehr soll sie das Leben der Menschen verbessern. Sie muss dazu beitragen, eine Welt zu schaffen, in der Technologie Menschen entlastet und ihnen ein komfortableres, kreativeres Leben ermöglichen. Heute ist der Zeitpunkt erreicht, an dem Menschen Spektakuläres leisten können. Demokratische Technologien, zu denen eine höhere Anzahl von Menschen als jemals zuvor Zugang hat, verbessern das Leben aller.

Per Stritich ist Vice President Central & Eastern Europe von Automation Anywhere.
Per Stritich ist Vice President Central & Eastern Europe von Automation Anywhere.
(Bild: Sebastian Widmann)

(ID:46327406)