Rückblick IoT-Kongress

Die Aufholjagd im Internet der Dinge hat begonnen

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Das IoT in der Industrie: Höhere Flexibilität, geringere Kosten

Robert Schachner, Geschäftsführer RST Industrie Automation und technischer Vorstand des Verbandes Embedded4You.
Robert Schachner, Geschäftsführer RST Industrie Automation und technischer Vorstand des Verbandes Embedded4You.
(Bild: Jasmin Meidinger/ELEKTRONIKPRAXIS)

Der Nachmittag des Konferenztages war dem industriellen ioT gewidmet. Den Einstieg ins Thema leistete Robert Schachner, Geschäftsführer des Automatisierungsspezialisten RST Industrial Automation aus Ottobrunn, der die Grundlagen der Verknüpfung klassischer SPS-basierter Automatisierungstechnik mit IoT-basierten Techniken erläuterte.

Schachner beschrieb unter anderem die Messaging-Methode anhand des Publish/Subscribe-Verfahrens, die es unter anderem ermögliche, unterschiedliche Maschinenkomponenten zu vernetzen. So sei es zum Beispiel möglich, eine Maschinensteuerung zu programmieren, die es selbsttätig erkennt, wenn der Werker Teile eines bestimmten Typs eingelegt habe. Dann werde ein Signal „PartReady“ an die Cloud kommuniziert. Dieses Signal könne eine zweite Maschinenkomponente aus der Cloud entnehmen und damit beginnen, die Teile weiter zu verarbeiten.

Darüber hinaus, so Schachner, ließen sich auf diese Weise mobile Geräte wie zum Beispiel Tablets oder Smartphones einbinden, feingranulare Benutzerverwaltungen implementieren oder auch systemübergreifende Maschinensteuerungen entwickeln. Insgesamt, so der RST-Geschäftsführer, stehe der Bereich der Maschinensteuerungen vor einem Paradigmenwechsel: IoT-Kommunikationsstrategien werden Teil der Maschinensteuerungen, die Anbindung könne durch flexible offene Schnittstellen realisiert werden. Und zudem ließen sich die Kosten gegenüber einer Standard-SPS halbieren.

Professor Dr. Heiner Lasi, Steinbeis-Stiftung, Stuttgart
Professor Dr. Heiner Lasi, Steinbeis-Stiftung, Stuttgart
(Bild: Jasmin Meidinger/ELEKTRONIKPRAXIS)

Den Standardisierungsansatz des Industrial Internet Consortiums IIC beschrieb Professor Heiner Lasi vom Stuttgarter Steinbeis-Institut. Lasi, der das deutsche Länderteam des IIC vertritt, betonte die Bedeutung der sogenannten Testbeds für die Kooperation der Unternehmen. Als Beispiel erläuterte das Track&Trace-Testbed, bei dem unter anderem Bosch, Tech Mahindra und National Instruments zusammenarbeiten, um Lösungen für einen konkreten Anwendungsfall im Flugzeugbau zu erarbeiten.

IIC plant Mikro-Testbeds

Ausgehend von diesem Beispiel kündigte Lasi die Bildung sogenannter Mikro-Testbeds an, bei denen zwischen drei und fünf kleine bis mittlere Unternehmen zusammenarbeiten können, um gemeinsame Innovationspotenziale und Geschäftsfelder zu entdecken.

Den Schlusspunkt setzte Jens Siebertz, Leiter für den Bereich Business Intelligence beim Beratungsunternehmen Inform. Siebertz gab einen Einblick in das Thema Business Intelligence und seine Verknüpfung mit der Maschinenwelt. Die drahtlose Verknüpfung beider Ebenen demonstrierte er anhand von Bluetooth-Sendern, die an die Maschinen angebracht sind. Passiert ein Mitarbeiter mit einem tablet einen dieser Sender, dann erhält er sofort und automatisch die mit dieser Maschine verknüpften daten (wie zum Beispiel Auslastung, Effizienz, Wartungsbedarf) auf das Display eingespielt.

Am Ende des Kongresses überwog daher ein positives Fazit: Das eher düstere Bild, das am Eingang der Veranstaltung vermittelt worden war, gebe nicht die ganze Wirklichkeit wider. Bildung, Vernetzung der Unternehmen untereinander und Wissenstransfer könnten dabei helfen, die derzeitigen Probleme zu überwinden und Deutschland beziehungsweise Europa für die Digitalisierung gut aufzustellen. „Der Kampf um die Zukunft hat erst begonnen“, lautete das Schlusswort des Moderators.

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