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Zwischen Innovation und Alltagsbetrieb

DevOps: was, wofür und wie?

| Autor/ Redakteur: John Gentry / Ludger Schmitz

Schneller ist besser, aber nur wenn die Qualität nicht darunter leidet. Wenn Unternehmen ständig neue Features und Software bieten wollen, müssen sie ihre Softwareentwicklung und IT-Operationen genauer unter die Lupe nehmen und DevOps anstreben.

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DevOps verlangt Zusammenarbeit
DevOps verlangt Zusammenarbeit
( Bild: 3dman_eu, Pixabay / CC0 )

Die Bezeichnung DevOps beruht auf der engen Beziehung zwischen den Entwicklungs- und IT-Operations-Teams, die über ihren Tellerrand schauen, um mehr operative Agilität zu erreichen. Das Ziel ist die Verbesserung der allgemeinen Beziehung, Effizienz und des Tempos der beiden häufig sehr unterschiedlichen Lager. Und dafür ist eine schnellere und präzisere Kommunikation und Zusammenarbeit nötig. Die Erwartung an diese Theorie ist, dass Unternehmen dadurch schneller und kontinuierlicher Innovationen hervorbringen können.

Die Schwächen alter Methoden - und die der Agilität um jeden Preis

Die Unternehmen in allen Industrien müssen ständig neue Innovationen hervorbringen. Sie müssen die Anwendungen für Endbenutzer mit Funktionalität und Features ausstatten – und das Gleiche gilt für die zugehörigen Systeme und Prozesse. Neue Versionen und gänzlich neue Produkte müssen pünktlich geliefert werden und dürfen das zugewiesene Budget nicht überschreiten.

In dieser Hinsicht können andere Methoden möglicherweise nicht mehr mithalten. Bei der agilen Softwareentwicklung kann ein Unternehmen beispielsweise nicht genau wissen, wie ein neues Softwareangebot in der realen Welt eingesetzt und welchen Stresstests es unterzogen wird, bevor es tatsächlich entwickelt und eingesetzt wird. Dadurch ist es unmöglich, die Auswirkungen auf die Operationen vorherzusehen. Das macht es wiederum beinahe unmöglich, in den Planungs-, Genehmigungs- und Entwicklungsphasen den ROI zu berechnen.

Die Unternehmen springen also eigentlich ins kalte Wasser: Sie wissen nicht, wie viel ein Projekt kosten, wie lange es dauern und welchen Wert es liefern wird. Ein Projekt zu starten, ohne ein klares Bild der Kosten und benötigen Ressourcen zu haben, um bestimmen zu können, ob es überhaupt durchgeführt werden kann und wann es fertiggestellt wird, ist unverantwortlich, wenn nicht gar grob fahrlässig.

Das warnende Beispiel Samsung

Ein typisches Beispiel ist der Rückruf des Samsung Galaxy 7 Note und die Krise des Unternehmens, nachdem bekannt geworden ist, dass die Geräte durch die Akkus explodieren oder in Flammen aufgehen können. Die logische Erklärung ist, dass die Entwicklung und das Q&A überstürzt wurden, um mit dem neuesten iPhone Schritt zu halten. Das Unternehmen hat Milliarden Dollar und womöglich für immer das Vertrauen vieler Kunden verloren.

Die möglichen Unbekannten in der Produktentwicklung sind es, in denen DevOps klar den anderen Methoden überlegen ist. DevOps konzentriert sich auf kurze Zwei- oder Dreitagessprints im Rahmen von 30-tägigen Zeitrahmen für ein Projekt. Diese kurzen Zeiträume bieten einige Vorteile. Zunächst einmal ermöglichen sie das häufige Rollout von Features, Software, Feedbackzyklen und Fehlerkorrekturen. Durch die gleichzeitige tägliche Weiterentwicklung der Kunden- und Geschäftsanforderungen werden diese kurzen, zuverlässigen Entwicklungszeiten immer notwendiger.

Vorteile der kleinen Sprints

Diese Sprints helfen auch im Bereich der Budgetberechnung und Erwartungen an ein Produkt. Kürzere Projekte mit definierten Zielen sind von Natur aus einfacher einzuschätzen. Das gilt sowohl für die Rendite als auch die Kosten für die benötigten Ressourcen. Die Sprints können zudem nach Bedarf stattfinden und nicht aufgrund eines zufällig festgelegten Zeitplans, der keine Rücksicht auf die Anforderungen spezifischer Kunden oder Geschäftsbereiche nimmt, die extrem von häufigen Innovationen abhängen.

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