Agile Methoden

DevOps in der Industrie 4.0

| Autor / Redakteur: Henning von Kielpinski / Stephan Augsten

DevOps ist keine Technologie, sondern ein Konzept zur intensiven Zusammenarbeit und zum kollaborativen Denken.
DevOps ist keine Technologie, sondern ein Konzept zur intensiven Zusammenarbeit und zum kollaborativen Denken. (Collage: GDJ - Pixabay.com / CC0)

Im Umfeld von Industrie 4.0 bieten DevOps-Maßnahmen erstaunliche Optionen. Agile Methoden entstammen ohnehin der Automobilindustrie. Insofern besteht die Verbindung zwischen Fertigung und DevOps schon lange – und sie wird genutzt, um Geschäftsprozesse zu optimieren.

Über lange Jahre wurde in der Industrie die Spezialisierung der Mitarbeiter auf einzelne Aufgaben propagiert, sei es aus Kosten-, Effizienz- oder Ausbildungsgründen. Diese Entwicklung hat bereits mit der Fließbandarbeit angefangen und letztlich auch die IT-Berufe erfasst. DevOps bewirkt die Auflösung dieser spezialisierten Inseln zugunsten eines kollaborativen Ansatzes.

In der IT werden gegenwärtig Entwicklungszyklen verlangt, die nicht mehr im klassischen Wasserfallmodell abbildbar sind. Agile Entwicklungsmodelle sind mittlerweile der Standard. Schnellere Entwicklung ist aber nur ein Mehrwert, wenn die Ergebnisse auch schnell in der Produktion genutzt werden. Um dies zu gewährleisten, muss ein Unternehmen möglichst viele Hindernisse zwischen der Entwicklung (Dev) und dem Betrieb (Ops) aus dem Weg räumen.

Dies geschieht zum einen mithilfe von Technologien wie Microservices und Containern, passenden Entwicklungsumgebungen und Tools zum Ausrollen der Software. Zum anderen aber ist auch eine Anpassung der Unternehmensabläufe erforderlich, denn DevOps bedeutet vor allem Kommunikation und Kollaboration über Abteilungsgrenzen und Verantwortlichkeiten hinweg. Es geht darum, Feedback und eine offene Fehlerkultur direkt in die Entwicklung einfließen zu lassen.

CALMS-Framework gibt die Richtung vor

Das Akronym CALMS charakterisiert treffend die Fundamente von DevOps: Culture, Automation, Lean, Measurement und Sharing. Es zeigt sich, dass die „weichen“ Faktoren wie die Kultur, das Teilen von Informationen und die schlanke Vorgehensweise überwiegen. DevOps ist also keine Technologie, sondern eine Methode zur intensiven Zusammenarbeit und zum kollaborativen Denken, mit dem Ziel, nachhaltig schneller und besser zu werden.

Generell verfolgen DevOps-Konzepte das Ziel, eine unterbrechungsfreie Kommunikation und geringe Reibungsverluste zwischen Entwicklung und IT-Betrieb sicherzustellen. Zu den Maßnahmen, die bei der DevOps-Umsetzung ergriffen werden, gehören:

  • die Etablierung einer veränderten Unternehmenskultur mit neuen Kommunikationsformen, die Feedback-Schleifen und Rückkopplung beinhalten
  • das Aufheben von Datensilos
  • der Einsatz von Automatisierungs-Tools
  • die Einführung von Metriken zur Erfolgsmessung

Viele Ideen, die hinter DevOps stehen, sind weder neu noch IT-spezifisch. Die Konzepte sind in der Automobilindustrie schon lange mit Begriffen wie Kaizen oder Kanban besetzt. Beide Methoden haben inzwischen auch Einzug in die Entwicklungsabteilungen für Software gehalten. Insofern besteht schon jetzt ein direkter Bezug hinsichtlich Ideen und Begrifflichkeiten zwischen Softwareentwicklung und Industrie.

Industrie 4.0 geht über die Digitalisierung der Produktion hinaus

Industrie 4.0 ist die Vernetzung der bestehenden digitalen Systeme zu einer zusammenhängenden Systemlandschaft. Dabei werden einzelne, nicht digitalisierte Lücken gefüllt. Vom Produktdesign über die Fertigung und Logistik bis hin zum Kunden wird die gesamte industrielle Wertschöpfungskette vernetzt. Das bedeutet, dass sich Unternehmen neu aufstellen müssen.

Der Änderungsbedarf beginnt schon bei der Organisationsstruktur: So müssen unterschiedliche Abteilungen und Aufgabenbereiche miteinander verzahnt werden. In der Industrie ist der erforderliche Umbruch besonders groß, da die IT und der Produktionsbereich oft noch strikt getrennt sind. Das heißt auch, dass für unterschiedliche Betriebsbereiche verschiedene Teams verantwortlich sind. Um einen durchgängigen Betriebs- und Produktionsablauf sicherzustellen, müssen die Strukturen aber aufgebrochen werden – und zwar durch organisatorische Veränderungen.

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