Künstliche Intelligenz

Deutschland soll an die KI-Weltspitze

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

Deutschland will weltweit führender Standort für Künstliche Intelligenz (KI) werden.
Deutschland will weltweit führender Standort für Künstliche Intelligenz (KI) werden. (Bild: Pixabay / CC0)

Noch sind es die USA und China, doch schon bald will Deutschland führender Standort für Künstliche Intelligenz sein. Hierfür haben die drei Bundesministerien für Wirtschaft, Forschung und Arbeit ein Eckpunktepapier für eine nationale KI-Strategie erarbeitet, das das Kabinett am Mittwoch in Berlin verabschiedet hat.

Deutschland soll in Sachen Künstliche Intelligenz ganz nach oben. Am Mittwoch stellten Bundesministerin Anja Karliczek und Bundesminister Hubertus Heil in Berlin die Eckpunkte der Bundesregierung für eine Strategie Künstliche Intelligenz vor. Darin heißt es, die Nutzung von KI solle „verantwortungsvoll und zum Wohle der Gesellschaft vorangebracht und neue Wertschöpfungspotenziale erschlossen werden“. Die Kabinettvorlage wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales eingebracht.

„Künstliche Intelligenz hält Einzug in unseren Alltag und wir wollen, dass diese Technik den Menschen hilft. Daher stellen wir den Nutzen für den Menschen in unserem Lande in den Mittelpunkt unserer KI-Strategie. Richtig gestaltet ist KI ein wichtiger Schlüssel für Wachstum und Wohlstand“, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Stärkere Vernetzung mit Europa

Obgleich die Eckpunkte vorerst einen Rahmen darstellen, der in den nächsten Monaten ausgearbeitet werden soll, stehen einzelne Punkte schon fest: So soll zum einen die Forschungslandschaft in Deutschland mit Kompetenzzentren ausgebaut und mit Europa vernetzt werden. Zum anderen sollen KI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler nach Deutschland kommen und auch für den Nachwuchs sollen die Arbeitsbedingungen so attraktiv wie möglich gestaltet werden, heißt es in den Eckpunkten. Zudem wolle man neue KI-Lehrstühle fördern, sowie eine Agentur für Sprunginnovationen gründen, die sich dem Thema Künstliche Intelligenz annehmen wird.

„Künstliche Intelligenz ist nicht irgendeine Innovation – sie ist eine Basis-Innovation, die unsere Wirtschaft und unser Leben insgesamt verändern und verbessern wird. Deshalb wollen wir, dass Anwendungen von Künstlicher Intelligenz auch nicht irgendwo auf der Welt entwickelt und umgesetzt werden, sondern hier bei uns in Deutschland und Europa“, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Weiter gehe es darum, „unsere hervorragenden Forschungsergebnisse auch in Produkten und Dienstleistungen anzubieten“. Laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bedeutet das aber auch, genauso viel in die Kompetenzen von Menschen zu investieren wie in Technologie. „Und es muss klar sein: Wir brauchen Kooperation statt Konkurrenz zwischen Menschen und Maschinen. Nur so können wir auch die menschliche Produktivität durch neue Technologie zur Entfaltung bringen.“

VDI und Bitkom begrüßen Maßnahmenpaket

Auch der VDI Verein Deutscher Ingenieure sowie der Digitalverband Bitkom begrüßen die Eckpunkte der Bundesregierung. „Gerade in Verbindung mit technischen Systemen wie automatisiertem Fahrzeugen oder Servicerobotern wird KI eine besondere Bedeutung als Basistechnologie erfahren. Vor allem Ingenieure müssen sich um die konkrete Gestaltung kümmern“, so Dieter Westerkamp, Leiter Technik und Wissenschaft im VDI.

Bitkom-Präsident Achim Berg erklärt: „Mit den heute vom Bundeskabinett beschlossenen Eckpunkten für eine KI-Strategie läutet die Bundesregierung in Deutschland das KI-Zeitalter ein. Wir begrüßen besonders, dass zum ersten Mal umfassend die riesigen Chancen von KI benannt werden – für die Gesellschaft, für die Wirtschaft, für die Verwaltung, für den Arbeitsplatz.“ In den kommenden Monaten müsse die Bundesregierung allerdings konkrete Maßnahmen und Gesetzgebungsverfahren ausgestalten.

Außerdem müsse man „die Erkenntnisse in Produkte einbringen und mit geeigneten Geschäftsmodellen ummünzen“, so Westerkamp. „Hier sind uns gerade die USA und China voraus.“ Eine Ursache dafür ist, dass in den beiden Regionen im Hinblick auf die Nutzung von Daten ganz andere Voraussetzungen gelten als in Deutschland und Europa. Westerkamp sieht darin Chance und Risiko zugleich: „Die Chancen eines einheitlichen Rechtsrahmen für die Datennutzung in Europa müssen wir umgehend nutzen.“ Dafür müsse man die Risiken einer breiten Datennutzung als Herausforderung annehmen und damit richtig umgehen.

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